Ener­gie­spa­ren in der Kü­che: DA­MIT NICHTS VER­PUFFT

De­ckel drauf und Käl­te im Kühl­schrank re­du­zie­ren – es ist ei­ne Tat­sa­che, dass auch klei­ne Din­ge in punc­to Strom­spa­ren Gro­ßes be­wir­ken. Sie müs­sen nur kon­se­quent um­ge­setzt wer­den.

Kurier_Kuechentraeume - - INHALTSANGABE - ANJA GEREVINI

Tipps und Tricks zum Nach­ma­chen

„Vier bis 17 Pro­zent vom Strom­ver­brauch ei­nes Haus­halts kön­nen durch ganz ein­fa­che Maß­nah­men ein­ge­spart wer­den.“Sa­bi­ne Vo­gel, „die um­welt­be­ra­tung“

Es ist wohl ei­nes der Wör­ter, das heut­zu­ta­ge am meis­ten stra­pa­ziert wird. Tippt man „en­er­gie­spa­rend“bei Goog­le ein, er­hält man in­ner­halb von 0,36 Se­kun­den 535.000 Tref­fer. Von Au­to­fah­ren bis Leucht­mit­tel – ein­fach al­les geht en­er­gie­spa­ren­der.

Tat­säch­lich gibt es aber ge­ra­de beim Strom­ver­brauch noch gro­ßes Po­ten­zi­al. Vor al­lem in der Kü­che. „Hier kann wirk­lich viel Ener­gie ein­ge­spart wer­den“, be­stä­tigt Sa­bi­ne Vo­gel von „die um­welt­be­ra­tung“. „Das be­trifft nicht nur die Elek­tro­ge­rä­te, auch ganz ein­fa­che Maß­nah­men füh­ren zum Ziel.“

DER GRÖSS­TE BRO­CKEN. Kühl- und Ge­frier­schrank, Ge­schirr­spü­ler und Ofen – die­se Ge­rä­te sind aus ei­ner mo­der­nen Kü­che nicht weg­zu­den­ken. Sie sol­len aber auch den An­sprü­chen der Zeit ge­nü­gen. „Der größ­te Strom­fres­ser ist der Kühl- und Ge­frier­schrank, weil er im Dau­er­be­trieb ist“, so Vo­gel. „Al­te oder schad­haf­te Ge­rä­te ge­hö­ren un­be­dingt aus­ge­tauscht.“Ein In­diz da­für ist Eis­bil­dung. Sie weist auf schlech­te Dich­tun­gen hin. Vo­gel: „Es kommt zur Wär­me­bil­dung, was sich im Strom­ver­brauch nie­der­schlägt.“Auch bei der In­nen­tem­pe­ra­tur ist ei­ni­ges zu ho­len:

Die meis­ten Kühl- und Ge­frier­schrän­ke sind in den Pri­vat­haus­hal­ten zu kalt ein­ge­stellt. „Beim Kühl­schrank sind fünf bis sie­ben Grad aus­rei­chend“, so Vo­gel. „Und beim Tief­küh­ler sind –18 Grad ide­al.“Was die Ex­per­tin nicht ver­steht, ist der Run auf über­di­men­sio­na­le Kühl­schrän­ke. „Sie sind dann nur zu ei­nem Drit­tel ge­füllt. 50 bis 60 Li­ter pro Person sind aus­rei­chend.“

VIEL ZU HO­LEN. Ein­spa­rungs­po­ten­zi­al ist auch beim Ge­schirr­spü­ler vor­han­den. Der Strom­ver­brauch kann al­lein da­durch um ein Drit­tel ge­senkt wer­den, wenn die Wasch­tem­pe­ra­tur kon­se­quent von 70 auf 50 Grad ge­senkt wird. „Schal­ten Sie nur voll be­la­de­ne Ma­schi­nen ein und ver­zich­ten Sie auf Vor­spül­pro­gram­me“, emp­fiehlt Sa­bi­ne Vo­gel. „Ein­fa­che Maß­nah­men wie die­se brin­gen un­glaub­lich viel.“

Mo­der­ne Ge­rä­te ver­fü­gen meist über spe­zi­el­le Eco- oder Spar­pro­gram­me. Un­d­die­se ha­ben es wirk­lich in sich. Ob­wohl sie zu­meist lan­ge lau­fen, spa­ren sie bis zu 30 Pro­zent Ener­gie. Ge­eig­net sind sie für nor­mal ver­schmutz­tes Ge­schirr. Ein wit­zi­ges De­tail am Rand: Wer denkt, dass er res­sour­cen­scho­nen­der un­ter­wegs ist, wenn er per Hand ab­wäscht, irrt sich ge­wal­tig. Die deut­sche Stif­tung Wa­ren­test hat aus­ge­rech­net, dass je­der hän­di­sche Spül­gang 40 Li­ter Was­ser und zwei Ki­lo­watt­stun­den Strom be­nö­tigt. Das un­ter­bie­ten auch bil­li­ge Ge­schirr­spü­ler leicht. Elek­tro­ge­rä­te zah­len sich hier al­so aus.

ACH­TUNG, HEISS. Beim Ko­chen und Ba­cken kann eben­falls viel Ener­gie ein­ge­spart wer­den. Ex­per­ten wis­sen, dass 14 bis 17 Pro­zent vom Strom­ver­brauch ei­nes Haus­halts auf die­ses Kon­to ge­hen. In­ter­es­sant ist, dass ge­ra­de hier klei­ne Din­ge Gro­ßes be­wir­ken. „Töp­fe zu­de­cken, Rest­wär­me nut­zen und Schnell­koch­töp­fe ein­set­zen – das sind die bes­ten Tipps“, weiß Vo­gel. Auch sehr wir­kungs­voll: Beim Zu­be­rei­ten von Nu­deln oder Kar­tof­feln im­mer den Was­ser­ko­cher in Be­trieb neh­men. „Das ist zwar ein leis­tungs­star­kes Ge­rät, ist da­für aber nur sehr kurz im Ein­satz“, er­klärt die Ex­per­tin. „Das Strom­ein­spa­rungs­po­ten­zi­al liegt hier bei 30 Pro­zent.“Die mo­der­nen In­duk­ti­ons­her­de sind wah­re Welt­meis­ter im Spa­ren – durch ih­re Schnel­lig­keit. „Sie sind um fünf bis zehn Pro­zent ef­fi­zi­en­ter als ein EHerd mit Cer­an­feld“, so Vo­gel. „Um­rüs­ten zahlt sich trotz­dem nicht au­to­ma­tisch für je­den aus, das muss man in­di­vi­du­ell ent­schei­den.“

Was sich im Wohn­zim­mer schon längst durch­ge­setzt hat, wird in der Kü­che zu we­nig be­ach­tet: Ge­rä­te im Stand-by-mo­dus vom Strom­kreis tren­nen. Vor al­lem Mi­kro­wel­le und Kaf­fee­ma­schi­ne sind gro­ße Übel­tä­ter. Zieht man­nach Ge­brauch ih­ren Ste­cker aus der Do­se, rat­tert der Strom­zäh­ler gleich we­ni­ger schnell. Und das ist ja das er­klär­te Ziel.

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