Im Test: OH­NE DEN FIN­GER ZU RÜH­REN

Mul­ti­tas­king leicht ge­macht: Ein Kü­chen­ge­rät, das selbst­stän­dig schnei­det, an­düns­tet und kocht, soll die Ar­beit er­leich­tern.

Kurier_Kuechentraeume - - INHALTSANGABE - RA­FAE­LA KHODAI

Ein Ge­rät, das al­les sel­ber macht

in per­fek­tes St­ein­pilz-risot­to, das in we­ni­ger als ei­ner hal­ben St­un­de auf dem Tisch steht, wäh­rend ich mir ne­ben­bei noch die Haa­re föh­nen kann – bis­her ha­be ich ge­dacht, da­zu ist vor al­lem ein An­ruf beim Lie­fer­dienst mei­nes Ver­trau­ens nö­tig. Aber of­fen­bar gibt es ein Kü­chen­ge­rät, mit dem ich das auch selbst hin­krie­gen könn­te: den Ther­mo­mix mit sei­ner „Gui­ded-coo­king“-funk­ti­on – den man üb­ri­gens in Form von Par­tys vor­ge­stellt be­kommt. Ich durf­te den an­geb­li­chen Al­les­kön­ner bei mir zu­hau­se aus­pro­bie­ren.

„Ei­ne Zwie­bel­zu­ge­ben“, sagt mir das Dis­play; und auf Knopf­druck wird sie dann auch schon ge­hackt und an­ge­düns­tet. Als nächs­tes wird Reis ver­langt; ei­ne gramm­ge­naue Men­ge, die ich ein­fach nur in die Öff­nung oben im Ther­mo­mix ge­ben muss, dann But­ter, Brü­he, Pil­ze. Ich fül­le Le­bens­mit­tel um Le­bens­mit­tel in das Ge­rät – nur der Blick auf die in­te­grier­te Wa­ge for­dert et­was Auf­merk­sam­keit. Der Ther­mo­mix rührt, schnei­det, kocht, aber ich mer­ke kaum et­was da­von. Trä­nen­de Au­gen vom Zwie­bel schnei­den oder gar ei­nen am hei­ßen Topf ver­brann­ten Fin­ger gibt es nicht – al­ler­dings kann ich mir auch kei­ne klei­ne Kost­pro­be aus dem elek­tro­nisch ver- schlos­se­nen Topf sti­bit­zen. Der Ther­mo­mix rückt den ge­sam­ten Koch­vor­gang­in­dis­tanz. Als mir­das­da­ne­ben­ste­hen zu lang­wei­lig wird, ge­he ich den Tisch de­cken – wis­send, dass mich oh­ne­hin ein lau­ter Si­gnal­ton zu­rück in die Kü­che ru­fen wird, wenn mein per­fek­tes Risot­to fer­tig ist.

KÜ­CHEN­HEL­FER MIT TÜ­CKEN. Ei­gen­in­itia­ti­ve for­dert der Ther­mo­mixnur, wenn die Re­zept­men­gen vom in­te­grier­ten Chip – die auf vier bis sechs Per­so­nen aus­ge­legt sind – auf klei­ne­re Men­gen her­un­ter­ge­rech­net wer­den sol­len, denn die Zahl der Es­ser lässt sich nicht ein­stel­len. Da ver­su­che ich dann schon mal ver­zwei­felt, mir aus­zu­rech­nen, wie viel Was­ser ich brau­che, wenn ich nicht drei gro­ße Ba­guettes ba­cken will, son­dern vier klei­ne, nur um dann erst recht im Koch­buch mei­nes Ver­trau­ens nach­zu­schau­en, wie das Ver­hält­nis von Mehl zu Flüs­sig­keit idea­ler­wei­se sein soll­te. Und ho­le für den Germ­teig am En­de doch den gu­ten al­ten Mi­xer mit den Knet­ha­ken raus, weil ich nicht weiß, ob ich für den Ther­mo­mix lie­ber die Men­gen­an­ga­ben des Alt­be­währ­ten oder die der Ge­ling­ga­ran­tie­re­zep­te ver­wen­den soll­te. Ob man da mit der Zeit ei­nen gol­de­nen Mit­tel­weg fin­det oder als er­folg­rei­cher Ther­mo­mi­xKo­cher ein­fach den Kopf aus­schal­ten und sein Koch­ver­hal­ten an die vor­ge­ge­be­nen Men­gen und An­lei­tun­gen an­pass­ten soll­te? Kei­ne Ah­nung. Ich ha­be je­den­falls fest­ge­stellt, dass ich (noch) nicht be­reit bin, den­koch­löf­fel so ein­fach ab­zu­ge­ben. Und das, ob­wohl bis­her je­des Re­zept, das ich dem Ther­mo­mix über­las­sen ha­be, wirk­lich toll ge­lun­gen ist.

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„Die Ge­rich­te wer­den im­mer gleich gut – des­halb ha­ben sie auch ei­ne Ge­ling­ga­ran­tie.“

Ga­b­rie­le, Re­prä­sen­tan­tin Ther­mo­mix

Die Re­zept­pa­let­te reicht von Brot über Auf­stri­che bis zu Sa­lat und Eis

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