Gut ver­packt

Ma­te­ria­li­en aus Zel­lu­lo­se kön­nen Plas­tik­net­ze bei der Ver­pa­ckung er­set­zen.

Kurier_Natuerlich Leben - - INHALT - DO­RO­THE RAI­NER

Gre­en Pa­cka­ging sagt Plas­tik den Kampf an

Selbst in 8000 Me­tern Mee­res­tie­fe kann man Müll von Men­schen or­ten. For­scher ha­ben den Bo­den von At­lan­tik und Mit­tel­meer un­ter­sucht – und ha­ben auch in den tiefs­ten Grä­ben Ab­fall ge­fun­den. Plas­tik ver­rot­tet nicht und so ver­müllen wir un­se­ren Pla­ne­ten. Das ist die schlech­te Nach­richt, die gu­te: Je­der kann sei­nen Bei­trag zur Müll­ver­mei­dung leis­ten, je­den Tag, in­dem man Müll trennt, re­du­ziert und, so­fern mög­lich, ganz ver­mei­det.

Ein gro­ßer Plas­tik­müll­ver­ur­sa­cher ist die Le­bens­mit­tel­in­dus­trie, wo es schon aus hy­gie­ni­schen Grün­den un­ver­meid­bar ist, Frisch­wa­ren zu ver­pa­cken. Al­ler­dings mus­ses nicht im­mer Plas­tik sein. Ja! Na­tür­lich et­wa hat ei­ne um­welt­ver­träg­li­che­re Ver­pa­ckung für Obst und Ge­mü­se ent­wi­ckelt, die seit 2011 im Ein­satz ist. Wir ha­ben Ja!-na­tür­lich-ge­schäfts­füh­re­rin Mar­ti­na Hör­mer ge­fragt, was die grü­nen Ver­pa­ckun­gen brin­gen und wor­aus sie be­ste­hen.

Was be­deu­tet Bio für Sie?

Mar­ti­na Hör­mer: Das ist ein­fach: Der kom­pro­miss­lo­se, re­spekt­vol­le Um­gang mit Mensch, Tier und Um­welt. Die­se Ein­stel­lung bil­det den Kern un­se­rer täg­li­chen Ar­beit bei Ja! Na­tür­lich. Wir wol­len die Bes­ten in Bio sein, da­her ge­nügt uns Bio laut EUBio-ver­ord­nung al­lei­ne nicht. Wir be­gin­nen da, wo Bio auf­hört.

War­um set­zen Sie ge­ra­de auf Gre­en Pa­cka­ging?

Wir ha­ben mit der Um­stel­lung auf nach­hal­ti­ge, um­welt­freund­li­che Ver­pa­ckun­gen bei Obst und Ge­mü­se be­gon­nen und konn­ten bis jetzt schon gro­ße Er­fol­ge er­zie­len. So sind zum Bei­spiel al­le To­ma­ten­pro­duk­te, die Zwie­beln, Ro­te Rü­ben und der Ret­tich so­wie al­le Zi­trus­früch­te – bis auf ei­nen Lie­fe­ran­ten – in um­welt­freund­li­cher Ver­pa­ckung. Das gilt auch für Äp­fel und Ba­na­nen.

Se­hen Sie sich in die­sem Be­reich als Vor­rei­ter?

Be­reits seit 2011 stel­len wir auf res­sour­cen­scho­nen­de Ver­pa­ckun­gen bei Obst und Ge­mü­se um. Das war oft­mals ein sehr aben­teu­er­li­ches Un­ter­fan­gen, aber wir ha­ben da­bei viel ge­lernt und Im­pul­se ge­setzt. Wir ha­ben seit Be­ginn 200 Ton­nen Plas­tik ein­ge­spart. Al­so ja, ich bin über­zeugt da­von, dass wir Vor­rei­ter sind beim Gre­en Pa­cka­ging.

Aus wel­chen Ma­te­ria­li­en be­steht Ihr Gre­en Pa­cka­ging?

Un­se­re um­welt­freund­li­chen Ver­pa­ckun­gen be­ste­hen aus nach­wach­sen­den, kom­pos­tier­ba­ren Ma­te­ria­li­en auf Holz­ba­sis, meist Holz­fo­lie, Kar­ton oder Net­ze aus Zel­lu­lo­se.

Wie lan­ge braucht denn ein al­ter­na­ti­ves Obst­netz, bis es zer­fällt?

Die Zel­lu­lo­se­fo­lie und das Zel­lu­lo­senetz – mit­samt Eti­kett – kann in der Bio-ton­ne ent­sorgt wer­den. Wenn kei­ne Bio-ton­ne vor­han­den ist, ge­hört die Zel­lu­lo­se­fo­lie in den Gel­ben Sack. Die­se ge­hen zur Gän­ze in die Verbrennung und er­zeu­gen Se­kun­där­ener­gie. Der An­teil der Zel­lu­lo­se­fo­li­en be­zie­hungs­wei­se an­de­rer Bio-fo­li­en ver­brennt da­bei Co2-neu­tral. Falls auch kei­ne Kunst­stoff­samm­lung greif bar ist, bleibt die Ent­sor­gung im Rest­müll.

Wie funk­tio­niert die Her­stel­lung und wie sieht es mit dem öko­lo­gi­schen Fuß­ab­druck aus?

Für die Pro­duk­ti­on der Zel­lu­lo­senet­ze wird Bu­chen­holz aus Ös­ter­reich so­wie Mit­tel- und Ost­eu­ro­pa zu­erst zu Holz­schnit­zeln und an- schlie­ßend zu Zell­stoff­fa­sern und Gar­nen ver­ar­bei­tet, die wie­der­um zur Her­stel­lung der Net­ze die­nen.

Könn­te man nicht auch ein­fach we­ni­ger ver­pa­cken?

Die­se Über­le­gun­gen hört man im­mer wie­der – sie grei­fen aber zu kurz, weil sie et­was ganz Wich­ti­ges über­se­hen: Ver­pa­ckun­gen per se sind nicht bö­se, sie er­fül­len ganz wich­ti­ge Auf­ga­ben. Da geht es um den Schutz der Le­bens­mit­tel und die Hand­ha­bung im Markt. Die Ver­pa­ckung ver­län­gert die Halt­bar­keit und er­leich­tert die La­ge­rung – da­mit wer­den we­ni­ger Le­bens­mit­tel ver­schwen­det. Wich­tig ist es al­so klug zu ver­pa­cken – dort, wo es sinn­voll ist und mit Tech­ni­ken und Ma­te­ria­li­en, die un­se­re Um­welt scho­nen.

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„Plas­tik zu ver­mei­den ist zwar nicht im­mer ein­fach, aber wir sind über­zeugt, dass es für Mensch und Um­welt der ein­zig rich­ti­ge Weg ist. “

Mar­ti­na Hör­mer, Ge­schäfts­füh­re­rin von Ja! Na­tür­lich

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