Die Psy­che im Web

Psy­chi­sche Er­kran­kun­gen wer­den in den so­zia­len Me­di­en heiß dis­ku­tiert. Am meis­ten be­schäf­ti­gen die In­ter­net­nut­zer da­bei die The­men De­pres­si­on und Burn-out, ge­folgt von Angst und Pa­nik­at­ta­cken. Face­book-Fo­ren sind be­son­ders ge­fragt.

KURIER_PSYCHE - - INHALT -

Die­se psych­ia­tri­schen Er­kran­kun­gen do­mi­nie­ren So­ci­al Me­dia

Die Psy­che be­herrscht die Ge­sund­heits­dis­kus­sio­nen in den so­zia­len Netz­wer­ken. Der­zeit wer­den, so die In­ter­net-Ana­lys­ten von BG Thinktank, die für den KU­RI­ER die Ge­sund­heits­the­men in den so­zia­len Me­di­en, auf Blogs und auf den re­le­van­ten In­ter­net-Fo­ren be­ob­ach­tet ha­ben, vor al­lem De­pres­si­on und Burn-out hef­tig im Netz dis­ku­tiert. 14.000 The­men­krei­se mit ins­ge­samt über 300.000 Bei­trä­gen fan­den die Ex­per­ten im Er­he­bungs­zeit­raum vom 1. Ju­ni bis zum 31. Au­gust 2016 al­lei­ne auf deutsch­spra­chi­gen In­ter­net­sei­ten da­zu. Der Be­reich Angst und Pa­nik­at­ta­cken lag da mit 2700 The­men mit rund 42.000 Bei­trä­gen weit ab­ge­schla­gen auf dem zwei­ten Platz. Claus Lind­ner, Se­ni­or Ana­lyst von BG Thinktank: „Die Zahl der Bei­trä­ge und der The­men ent­spricht auch dem tat­säch­li­chen Ge­sund­heits­zu­stand der Be­völ­ke­rung. Burn-out und De­pres­sio­nen sind da die ent­schei­den­den Be­rei­che der psy­chi­schen Er­kran­kun­gen. Die Zahl der Web-Bei­trä­ge ist auch mit der Zahl der Er­kran­kun­gen ge­stie­gen.“Die re­ge Ak­ti­vi­tät zu den The­men Burn-out und De­pres­si­on in den so­zia­len Me­di­en zeigt auch die Re­le­vanz, die die­se Er­kran­kun­gen in Ös­ter­reich er­langt ha­ben.

Ein wei­te­rer Grund für die re­ge On­line-Kom­mu­ni­ka­ti­on liegt auch in der noch im­mer man­gel­haf­ten In­for­ma­ti­on über Krank­heits­ver­läu­fe, Prä­ven­ti­on und The­ra­pie. Lind­ner: „Da­zu kommt, dass sich sehr vie­le von Burn-out und De­pres­si­on Be­trof­fe­ne vom hei­mi­schen Ge­sund­heits­sys­tem schlecht be­han­delt füh­len und das auch in ih­ren Bei­trä­gen auf Face­book oder bei Pos­tings in den re­le­van­ten Ge­sund­heits­B­logs im deutsch­spra­chi­gen Raum zum Aus­druck brin­gen“, so Lind­ner. Bei den Fra­gen zu gän­gi­gen The­ra­pi­en und Be­hand­lungs­me­tho­den lie­gen je­ne über Me­di­ka­men­te und de­ren Ne­ben­wir­kun­gen ganz klar in Blogs und Fo­ren vor­an. Zu Psy­cho­phar­ma­ka gibt es 10.400 The­men­krei­se mit über 163.000 Bei­trä­gen in den deutsch­spra­chi­gen So­ci­al-Me­dia-Netz­wer­ken. Klas­si­sche The­ra­pi­en, et­wa die Psy­cho­ana­ly­se, sind hier mit 2400 The­men und 27.600 Bei­trä­gen deut­lich we­ni­ger in der Dis­kus­si­on. Da­rin spie­gelt sich auch die der­zeit in Ös­ter­reich gän­gi­ge Be­hand­lungs­li­nie vie­ler psy­chi­scher Er­kran­kun­gen, bei de­nen stark auf Me­di­ka­men­ten­ein­satz ge­setzt wird. An­de­re The­ra­pie­me­tho­den kom­men erst an zwei­ter Stel­le.

INFORMATIONSDEFIZITE.

An die Wir­kung von al­ter­na­ti­ven Heil­me­tho­den glau­ben bei psy­chi­schen Er­kran­kun­gen nur die we­nigs­ten Ös­ter­rei­cher. Hier ist mit „nur“380 The­men mit 11.200 Bei­trä­gen die Re­so­nanz in den so­zia­len Me­di­en un­gleich ge­rin­ger als bei al­len schul­me­di­zi­ni­schen Fra­gen in die­sem Be­reich.

HIL­FE FÜR AN­GE­HÖ­RI­GE. Ganz wich­tig sind die so­zia­len Me­di­en für An­ge­hö­ri­ge von Be­trof­fe­nen. Ob De­menz oder Par­kin­son, ob ADHS oder De­pres­si­on – die gro­ße Mehr­heit der Be­trof­fe­nen nutzt das In­ter­net zum Aus­tausch mit an­de­ren An­ge­hö­ri­gen und zur Su­che nach ra­scher und ef­fi­zi­en­ter Hil­fe für die bei der Pfle­ge der Pa­ti­en­ten auf­tre­ten­den Schwie­rig­kei­ten im All­tag. Das merkt man auch bei der Ana­ly­se der „In­flu­en­cer“, al­so je­ner Blog­ger im Web, de­nen die meis­ten Per­so­nen fol­gen. Hier lie­gen je­ne mit ak­tu­el­len Hilfs­an­ge­bo­ten ganz klar vor­an.

„Bei­trä­ge zu Burn-out und De­pres­si­on lie­gen in so­zia­len Net­zen klar vor­an.“ Mag. Claus Lind­ner, Se­ni­or Ana­lyst von BG-Thinktank

In so­zia­len Me­di­en wer­den der­zeit Bur­nout und De­pres­si­on und de­ren The­ra­pi­en heiß dis­ku­tiert

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