Die ge­hei­me Lust nach Gru­seln und Gän­se­haut

Im neu­en MEDICO nä­hern wir uns der Fra­ge, was am Bö­sen fas­zi­niert, zei­gen, wie Sie Stress ab­schüt­teln oder Brot ba­cken kön­nen.

KURIER_PSYCHE - - SCHON GEHÖRT -

Auf mei­nem Nacht­kas­terl lie­gen im­mer Bü­cher. Wer sich den Hau­fen durch­sieht, wird fest­stel­len, dass es vor­ran­gig Kri­mis und Thril­ler sind. Die lese ich als Ent­span­nung vor dem Ein­schla­fen – so wi­der­sprüch­lich das auch klingt. Ob­wohl: Bei ei­nem Thril­ler hat mich das kal­te Grau­en ge­packt, den­noch konn­te ich ihn nicht aus der Hand le­gen. In „Der Vo­gel­mann“von Mo Hay­der geht es um ei­nen Se­ri­en­kil­ler, der in den Brust­korb sei­ner Op­fer ei­nen Vo­gel ver­steckt und ih­nen blon­de Pe­rü­cken auf den Kopf näht. Das Bild, das die Au­to­rin von dem Trieb­tä­ter zeich­net, ist viel­schich­tig, ab­sto­ßend und ab­norm – für den Le­ser stellt er sich als das per­so­ni­fi­zier­te Bö­se dar. Und doch: Es geht ei­ne ei­gen­ar­ti­ge Fas­zi­na­ti­on von ihm aus, der ich mich nicht ent­zie­hen konn­te. Was mich genau­so ver­schreck­te wie die Ge­schich­te an sich: War­um liest man in sei­ner Frei­zeit Ge­schich­ten über Men­schen, die man ei­gent­lich nicht ken­nen möch­te und taucht in die See­le des Ab­schaums ein? An­sät­ze für Er­klä­run­gen gibt es wie Sand am Meer. Man­che Psy­cho­lo­gen sa­gen, das Bö­se fas­zi­niert, weil es in je­dem von uns schlum­mert, der Psych­ia­ter Theo Payk hin­ge­gen meint, es sei, weil „Men­schen die Nä­he des Un­ge­wöhn­li­chen su­chen“. Mei­ne Kol­le­gin Bar­ba­ra Stie­ger hat sich dem The­ma an­ge­nä­hert, was sie her­aus­ge­fun­den hat, le­sen Sie ab Sei­te 6. Viel Spaß mit die­ser und al­len an­de­ren

Ge­schich­ten wünscht Ih­nen Ih­re

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