De­pres­si­on bei Män­nern

Dass Män­ner sel­te­ner de­pres­siv sind als Frau­en, gilt als über­holt. Doch nur we­ni­ge be­ken­nen sich zu ih­ren Pro­ble­men.

KURIER_PSYCHE - - DARÜBER REDEN -

Die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on WHO sagt, dass welt­weit et­wa 300 Mil­lio­nen Men­schen un­ter De­pres­sio­nen lei­den. Laut den Sta­tis­ti­ken sind mehr Frau­en be­trof­fen als Män­ner. Das könn­te aber dar­an lie­gen, dass ih­re de­pres­si­ven Sym­pto­me häu­fig nicht dia­gnos­ti­ziert und un­zu­rei­chend be­han­delt wer­den. Vie­len ist nicht be­wusst, dass sich die „männ­li­che De­pres­si­on“oft an­ders zeigt. Män­ner wei­sen zwar eben­falls ge­drück­te Stim­mung, An­triebs­lo­sig­keit, de­pres­si­ve Wahr­neh­mung und Schlaf­stö­run­gen auf. Al­ler­dings sind die­se Leit­sym­pto­me oft mas­kiert von Är­ger-Atta­cken, Ge­reizt­heit, Ag­gres­si­vi­tät, Feind­se­lig­keit, re­du­zier­ter Im­puls­kon­trol­le, hö­he­rer Ri­si­ko­be­reit­schaft, nied­ri­ger Stres­s­to­le­ranz und all­ge­mei­ner Un­zu­frie­den­heit.

Da­zu kommt, dass das ver­al­te­te Rol­len­bild des Man­nes be­sagt, dass es sei­ne Auf­ga­be ist, stark zu sein. Die Angst da­vor, als krank und schwach an­ge­se­hen zu wer­den, er­höht des­halb die Scham. Vie­le Be­trof­fe­ne ge­hen nicht zum Psy­cho­lo­gen oder zum Arzt. Erst dann, wenn be­reits sub­jek­tiv fass­ba­re ge­sund­heit­li­che Pro­ble­me auf­ge­tre­ten sind. Au­ßer­dem be­han­deln sie ih­re Sym­pto­me häu­fi­ger selbst mit Al­ko­hol. Die Kon­se­quenz dar­aus ist, dass die Dia­gno­se „al­ko­hol­ab­hän­gig“ge­stellt wird.

Vie­len ist nicht be­wusst, dass sich die männ­li­che De­pres­si­on oft an­ders zeigt

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