Hil­fe ge­gen die Angst

Ängs­te ge­hö­ren zuml eben­da zu, sind so­gar­üb er­le­bens not­wen­dig. Doch sie kann krank­haf­te zü­ge an­neh­men und zur Be­las­tung wer­den. Ei­ne psy­cho­the­ra­pie hilft, Aus­we­ge zu fin­den.

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Was für die ei­nen Spaß be­deu­tet, ist für Men­schen mit so­zia­ler Angst­stö­rung pu­rer Stress. Sie ha­ben Angst, im Zen­trum der Auf­merk­sam­keit zu ste­hen, sich pein­lich zu ver­hal­ten und Feh­ler zu­ma­chen. Das geht ir­gend­wann so­weit, dass ihr Le­ben ein­ge­schränkt wird. Es kann zur Ver­ein­sa­mung und be­ruf­li­chen Ein­schrän­kun­gen bis hin zur Be­rufs­un­fä­hig­keit kom­men. Angst er­kran­kun­gen zäh­len ne­ben De­pres­sio­nen zu den häu­figs­ten psy­chi­schen Er­kran­kun­gen. Pe­ter Stippl, Prä­si­dent des Ös­ter­rei­chi­schen Bun­des­ver­bands für Psy­cho­the­ra­pie (ÖBVP), er­klärt im In­ter­view die Mecha­nis­men hin­ter der krank­haf­ten Angst, wie man die An­zei­chen er­kennt und was man da­ge­gen tun kann.

Wo­zu ist die Angst ei­gent­lich gut? Pe­ter Stippl:Ang st hat an­sic hei­ne gu­te Ab­sicht. Sie si­chert un­ser Über­le­ben, in­dem sie auf Ge­fah­ren auf­merk­sam macht und Mecha­nis­men im Kör­per aus­löst, die es er­mög­li­chen, auf ge­fähr­li­che Si­tua­tio­nen schnell zu re­agie­ren. Hät­ten wir die Angst nicht, wä­re die Le­bens­er­war­tung des Men­schen um ei­ni­ges ge­rin­ger. Kommt man zum Bei­spiel mit dem Au­to ins Rut­schen, bringt sie uns da­zu, ab­zu­brem­sen.

Ab wann ist ei­ne Angst krank­haft?

Der Über­gang ist flie­ßend. Muss man ei­ne Re­de vor ei­nem gro­ßen Pu­bli­kum hal­ten, dann ist Auf­re­gung als mil­des­te Form der Angst gut. Sonst wä­re ei­nem ja al­les egal und man wür­de sich nicht vor­be­rei­ten. Be­ginnt man aber die Si­tua­ti­on zu ver­mei­den, kurz vor­her ab­zu­sa­gen oder in Pa­nik zu ver­fal­len, sind die Sym­pto­me der Angst­stö­rung ge­ge­ben. Ei­ne letz­te Stei­ge­rung ist, wenn dies im All­tag pas­siert. Man kann zum Bei­spiel nicht mehr ein­kau­fen ge­hen. Der Es­ka­la­ti­ons­pfad führt al­so von der Auf­re­gung, zur Ver­mei­dung, zum Ab­bre­chen bis zur Flucht.

War­um ent­wi­ckeln man­che Men­schen die­se Er­kran­kung und an­de­re nicht? Be­trof­fe­ne ha­ben meist ho­he An­sprü­che an sich sel­ber und gleich­zei­tig gro­ße Selbst­zwei­fel. Es fehlt ih­nen die lo­gi­sche Le­bens­er­fah­rung, dass nicht im­mer al­les ge­lin­gen muss. Es ist kein Dra­ma, sich zu ver­spre­chen. Es macht mich viel­leicht so­gar ei­ne Spur sym­pa­thi­scher. Das hängt vor al­lem mit der Er­zie­hung und der So­zia­li­sa­ti­on zu­sam­men. Hat man ge­lernt, wo man Stär­ken hat oder wur­de stän­dig auf Schwä­chen her­um­ge­hackt? Au­ßer­dem wird das Ar­beits­le­ben im­mer kom­pli­zier­ter. Die Ge­schwin­dig­keit än­dert sich ra­sant, neue Tech­no­lo­gi­en wer­den ver­wen­det und ra­sche Er­geb­nis­se ver­langt. Ich bin skep­tisch, ob sich die Fir­men noch Zeit für Test­pha­sen und Schu­lun­gen neh­men. Das ver­ur­sacht enor­men Druck.

Was kann man ge­gen die Angst tun?

Es geht dar­um, das Selbst­ver­trau­en des Men­schen auf­bau­en und sich auf sei­ne Stär­ken zu fo­kus­sie­ren. Er­fah­run­gen, in de­nen man gut ist, müs­sen in den Vor­der­grund ge­rückt wer­den. In ei­nem nächs­ten Schritt gilt es, be­ruf­li­che Her­aus­for­de­run­gen als schwie­rig an­zu­er­ken­nen und sich ein­ge­ste­hen, dass man auch ein­mal ei­nen Feh­ler ma­chen darf. In der Fach­spra­che be­zeich­net man das als Nor­ma­li­sie­ren. In der Pa­nik fällt ei­nen das oft nicht ein. Des­halb über­legt man sich vor­ab Stra­te­gi­en und übt sie auch ein. In der Fach­spra­che spricht man von Nor­ma­li­sie­ren. Das ist die Ar­beit der Psy­cho­the­ra­pie.

Der Weg zur Psy­chO­the­ra­pie

Wer in Psy­cho­the­ra­pie geht, über­nimmt Ver­ant­wor­tung für die ei­ge­ne Ge­sund­heit. Wich­tigs­te Vor­aus­set­zung ist der Wunsch, et­was zu ver­än­dern. Auf der Home­page des ÖBVP kann man un­ter an­de­rem nach Be­zir­ken und Ar­beits­schwer­punk­ten die pas­sen­de An­sprech­per­son su­chen:

Dr. Pe­ter Stippl setzt sich für ein grö­ße­res Be­wusst­sein zum The­ma Psy­cho­the­ra­pie ein

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