WIE VIEL EIN MENSCH ER­TRA­GEN KANN

Psy­chi­sche Trau­ma­ti­sie­rung be­wirkt Hilf­lo­sig­keit, aus der es kein Ent­rin­nen zu ge­ben scheint. Auch An­ge­hö­ri­ge und Ein­satz­kräf­te lei­den bei ka­ta­stro­pha­len Er­eig­nis­sen mit. Was bei der Be­wäl­ti­gung von Kri­sen hilft.

KURIER_PSYCHE - - PRO MENTE - VON MAG­DA­LE­NA MEER­GRAF

Zwi­schen Schutt und Be­ton su­chen Ein­satz­kräf­te in Ge­nua wei­ter nach Ver­miss­ten des ver­hee­ren­den Brü­cken­ein­stur­zes. Vie­le Op­fer sind trau­ma­ti­siert, doch nicht nur sie. Denn neu­ro­bio­lo­gisch be­dingt hin­ter­lässt es bei je­dem Spu­ren, wenn er mit­an­se­hen muss, wie an­de­re lei­den. Je län­ger dies der Fall ist, des­to be­las­ten­der wird es. Man spricht auch von ei­ner se­kun­dä­ren Trau­ma­ti­sie­rung.

Da­hin­ter lie­gen die­sel­ben Ent­ste­hungs­me­cha­nis­men wie bei ei­ner di­rek­ten Trau­ma­ti­sie­rung. Die­se tritt auf, wenn ein be­stimm­tes Er­eig­nis zu ei­nem in­ten­si­ven Ge­fühl der Angst, Ohn­macht, des Kon­troll­ver­lusts führt und die üb­li­chen Be­wäl­ti­gungs­stra­te­gi­en über­steigt. An­ge­hö­ri­ge und Sa­ni­tä­ter er­le­ben das ka­ta­stro­pha­le Er­eig­nis dann vor ih­rem in­ne­ren Au­ge im­mer wie­der. „Alb­träu­me oder Flash­backs sind in die­ser Zeit nor­mal. Nach ein paar Wo­chen schwä­chen die trau­ma­ti­schen Er­in­ne­run­gen ab. Man­che Men­schen, rund fünf bis zehn Pro­zent, tra­gen aber psy­chi­sche Stö­run­gen da­von. Sie ent­wi­ckeln ei­ne post­trau­ma­ti­sche Be­las­tungs­stö­rung“, sagt Mo­ni­ka Stick­ler, Lei­te­rin der Ab­tei­lung für Psy­cho­so­zia­le Be­treu­ung beim Ös­ter­rei­chi­schen Ro­ten Kreuz. „Sym­pto­me sind Schlaf­lo­sig­keit, Un­ru­he und Ver­hal­tens­än­de­run­gen. Man re­agiert ner­vö­ser, be­ginnt et­wa wie­der zu rau­chen. Trau­ma­ti­sche Er­in­ne­run­gen keh­ren im­mer wie­der zu­rück.“Be­trof­fe­ne lei­den oft un­ter

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