DAS PHÄ­NO­MEN DES GE­BRO­CHE­NEN HER­ZENS

KURIER_PSYCHE - - DARÜBER REDEN -

Wie eng Psy­che und Herz mit­ein­an­der ver­wo­ben sind, se­hen wir schon al­lei­ne an un­se­rem Sprach­ge­brauch. Wir re­den von Herz­schmerz, wenn uns et­was be­drückt. Heu­te be­stä­tigt die mo­der­ne Me­di­zin, was der Volks­mund lan­ge ahnt: See­li­sche Be­las­tun­gen kön­nen sich auf die Herz­ge­sund­heit aus­wir­ken. Das Herz auf­grund von Kum­mer und be­son­ders ein­schnei­den­den Er­leb­nis­sen buch­stäb­lich bre­chen. Beim so­ge­nann­ten Bro­ken-He­art-Syn­drom kom­men Pa­ti­en­tin­nen und Pa­ti­en­ten mit in­farktähn­li­chen Be­schwer­den ins Kran­ken­haus. Oft kla­gen sie über Sym­pto­me wie Luft­not und Schmer­zen in der Brust. Die Pump­leis­tung des Her­zens ist ty­pisch ver­min­dert. An den Herz­kranz­ge­fä­ßen lässt sich aber kei­ner­lei Scha­den fest­stel­len.

In der Kar­dio­lo­gie wird ver­mu­tet, dass hin­ter den Be­schwer­den ei­ne stress­be­ding­te Über­re­ak­ti­on des Or­ga­nis­mus steckt. Der Kör­per ant­wor­tet mit ei­ner in­ad­äquat ho­hen Aus­schüt­tung von Hor­mo­nen, die auf den Herz­mus­kel ein­wir­ken. Auf­fäl­lig ist, dass das Bro­ken-He­art-Syn­drom in 90 Pro­zent der Fäl­le bei Frau­en auf­tritt. Häu­fig nach Schick­sals­schlä­gen wie dem Tod des Ehe­part­ners. Die ge­nau­en bio­lo­gi­schen Ab­läu­fe sind aber noch nicht ge­klärt. Dass man­che Men­schen trotz emo­tio­na­len Stress nicht krank wer­den, hat mit den in­di­vi­du­el­len Fä­hig­kei­ten zur Be­wäl­ti­gung zu tun. Men­schen, die sich hilf­los aus­ge­lie­fert füh­len, nei­gen eher da­zu, kör­per­li­che und see­li­sche Fol­ge­er­kran­kun­gen zu ent­wi­ckeln.

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