Le­ser fra­gen – Ex­per­ten ant­wor­ten The­ma: Uro­lo­gie

KURIER_PSYCHE - - INHALT - Ra­mo­na K. , Wi­en 23

Bla­sen­ent­zün­dung

Wie­der­keh­ren­de Bla­sen­ent­zün­dun­gen kön­nen ei­ne Viel­zahl von Ur­sa­chen ha­ben, un­ter an­de­rem auch (sel­ten) Bla­sen­stei­ne, Harn­bla­sen­tu­mo­re, Fremd­kör­per, ei­ne Harn­röh­re­nenge oder auch Fis­teln. Aus die­sem Grund soll­te bei je­dem Pa­ti­en­ten mit wie­der­keh­ren­den Harn­weg­sin­fek­ten – zu­min­dest ge­le­gent­lich – ei­ne Bla­sen­spie­ge­lung durch­ge­führt wer­den. Ir­re­pa­ra­ble Schä­di­gun­gen/Ver­let­zun­gen der Harn­röh­re sind bei ei­ner fach­ge­recht durch­ge­führ­ten Bla­sen­spie­ge­lung aus­zu­schlie­ßen. Je­de Pa­ti­en­tin mit wie­der­keh­ren­den Bla­sen­in­fek­tio­nen muss ge­nau uro­lo­gisch ab­ge­klärt wer­den, d.h. in­klu­si­ve ei­ner Rest­harn­mes­sung, ei­ner Ul­tra­schall­un­ter­su­chung der Nie­re, ei­ner Un­ter­su­chung des Harn­flus­ses und auch ei­ne Über­prü­fung, ob ein Rück­fluss von Harn aus der Bla­se in die Nie­re vor­liegt. Die wei­te­re Be­hand­lung rich­tet sich nach der Ur­sa­che: In der Mehr­zahl der Fäl­le fin­det sich al­ler­dings kei­ne fass­ba­re Ur­sa­che für die wie­der­keh­ren­den Bla­sen­in­fek­tio­nen. Den­noch kann den meis­ten Frau­en mit ei­ner Rei­he von Maß­nah­men (re­gel­mä­ßi­ges Was­ser­las­sen, sorg­fäl­ti­ge Ge­ni­tal­hy­gie­ne, Cr­an­ber­ry (ame­ri­ka­ni­sche Prei­sel­bee­re), ei­ne Imp­fung ge­gen be­stimm­te Bak­te­ri­en, Prä­pa­ra­te, die die Harn­bla­sen­schleim­haut wie­der­her­stel­len oder auch ei­ne nie­der­do­sier­te an­ti­bio­ti­sche The­ra­pie) ge­hol­fen wer­den.

Vor­sor­ge­un­ter­su­chung

Die uro­lo­gi­sche Vor­sor­ge­un­ter­su­chung dient in ers­ter Li­nie da­zu, ei­ne bös­ar­ti­ge Er­kran­kung der Pro­sta­ta (=Pro­sta­ta­krebs) aus­zu­schlie­ßen und soll­te erst­mals um das 45. Le­bens­jahr durch­ge­führt wer­den. Im Rah­men die­ser Vor­sor­ge­un­ter­su­chung er­folgt ei­ne kli­ni­sche Un­ter­su­chung, ei­ne Harn­ana­ly­se, ei­ne Ul­tra­schall­un­ter­su­chung der Nie­re, des Rest­harns und der Pro­sta­ta, ein Ab­tas­ten der Pro­sta­ta durch den End­darm so­wie ei­ne Blut­ab­nah­me mit Be­stim­mung des pro­stat­a­spe­zi­fi­schen An­ti­gens (PSA). All die­se Un­ter­su­chun­gen sind na­he­zu schmerz­frei und dau­ern ins­ge­samt we­ni­ger als 15 Mi­nu­ten. PSA ist ein Tu­mor­mar­ker, der bei bös­ar­ti­gen Er­kran­kun­gen der Pro­sta­ta im Blut er­höht sein kann. Die Hö­he des PSA-Blut­wer­tes be­stimmt das Ri­si­ko für das Vor­lie­gen ei­ner bös­ar­ti­gen Er­kran­kung der Pro­sta­ta so­wie die Häu­fig­keit der wei­te­ren Nach­kon­trol­len. Liegt der PSA-Wert un­ter 0.5–1.0ng/ml (dies be­trifft et­wa die Hälf­te der Män­ner) so ist das Ri­si­ko, in den nächs­ten Jah­ren an Pro­sta­ta­krebs zu er­kran­ken, ge­ring und die nächs­te Kon­trol­le ist erst in 3 bis 4 Jah­ren er­for­der­lich. Nur an­hand der Früh­er­ken­nung kann ein Pro­sta­ta­krebs in ei­nem Früh­sta­di­um und da­mit auch in ei­nem heil­ba­ren Sta­di­um ent­deckt wer­den.

Stän­di­ger Harn­drang

Ich ha­be dau­ernd ei­ne Bla­sen­ent­zün­dung und weiß nicht mehr wei­ter. Was ge­nau kann bei ei­ner Bla­sen­spie­ge­lung fest­ge­stellt wer­den bzw. wie hoch sind die Chan­cen, dass et­was raus­kommt? Ich ha­be auch ge­hört, dass bei je­der Bla­sen­spie­ge­lung ir­re­pa­ra­ble Ris­se in der Harn­röh­re ent­ste­hen. Ich bin ver­un­si­chert und weiß jetzt nicht, ob ich den Ter­min wahr­neh­men soll? Ich bin 45 und war noch nie beim Uro­lo­gen. Ab wel­chem Al­ter soll­te ein Mann zur uro­lo­gi­schen Vor­sor­ge­un­ter­su­chung und wie ver­läuft die Un­ter­su­chung im All­ge­mei­nen? Tho­mas Sch., Salz­burg In letz­ter Zeit ver­spü­re ich, kurz nach­dem ich auf der Toi­let­te war, schon wie­der den Drang, Was­ser zu las­sen. Ich ha­be das Ge­fühl, mei­ne Bla­se nicht mehr voll­stän­dig ent­lee­ren zu kön­nen. Auch in der Nacht muss ich im­mer häu­fi­ger Was­ser las­sen. Was könn­te das sein? Ru­dolf L., St. Pöl­ten

Die­se Sym­pto­me deu­ten auf ei­ne Rest­harn­bil­dung hin und es ist ei­ne Kon­trol­le bei ei­nem Fach­arzt für Uro­lo­gie an­ge­sagt. Im Rah­men die­ser Kon­trol­le wird un­ter an­de­rem der Rest­harn (= Bla­sen­in­halt nach dem Was­ser las­sen) mit­tels Ul­tra­schall be­stimmt. Das häu­fi­ge Was­ser las­sen in der Nacht kann auch durch den Rest­harn oder aber auch durch ei­ne Reiz­bla­se ver­ur­sacht sein. Die bei Wei­tem häu­figs­te Ur­sa­che für ei­ne Rest­harn­bil­dung beim Mann in der zwei­ten Le­bens­hälf­te ist ei­ne ver­grö­ßer­te Pro­sta­ta. Die­se ver­grö­ßer­te Pro­sta­ta be­hin­dert den Harn­fluss und führt in wei­te­rer Fol­ge zur Rest­harn­bil­dung. Deut­lich sel­te­ner kann ei­ne Rest­harn­bil­dung auch durch ei­ne bös­ar­ti­ge Ve­rän­de­rung der Pro­sta­ta, durch ei­ne Bla­sen­hals- oder Harn­röh­re­nenge oder auch durch ei­ne Ner­ven- oder Bla­sen mus­kel schä­di­gung be­dingt sein. Für die Be­hand­lung Ih­rer Be­schwer­den ste­hen heu­te ei­ne Rei­he wirk­sa­mer Me­di­ka­men­te zur Ver­fü­gung, die die Pro­sta­ta „ent­span­nen“bzw. um et­wa 20 bis 30 Pro­zent ver­klei­nern kön­nen.

Prim. Univ.-Prof. Dr. Ste­phan Ma­ders­ba­cher Vor­stand der Ab­tei­lung für Uro­lo­gie und An­d­ro­lo­gie, Kai­ser-Franz-Jo­sef Spi­tal, Wi­en

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