Durch die Nacht Club­fee­ling statt Fit­ness­stu­dio: Su­per­cy­cle

Club­fee­ling statt Fit­ness­stu­dio: Zu lau­ter Mu­sik glü­hen bei Su­per­cy­cle nicht nur die Pe­da­le. Das schweiß­trei­ben­de Spin­ning ist ein ganz be­son­de­res Work-out.

KURIER_PSYCHE - - INHALT - VON JU­LIA GSCHMEIDLER

Ei­ne St­un­de den Kopf aus­schal­ten, sich auf den Rhyth­mus der Mu­sik kon­zen­trie­ren und da­bei rich­tig schwit­zen – das war das er­klär­te Ziel der bei­den Wie­ne­rin­nen Rha­na Loudon und Lil­ly Hro­mat­ka. Die ei­ne war vor­her im Fi­nanz­sek­tor tä­tig, die an­de­re Ar­chi­tek­tin und bei­de un­zu­frie­den mit den Kar­dio-Work-outs der Stadt. Von ih­rer Zeit in Lon­don und New York kann­ten sie die Spin­ning-Stu­di­os, in de­nen ur­ba­ne Hips­ter in ih­ren Mit­tags­pau­sen das Stand-Rad ge­gen Bü­ro­ses­sel tau­schen. So ei­ne Art des Aus­powerns woll­ten sie auch in Wi­en schaf­fen – mit dem Fo­kus auf Mu­sik. Und das Kon­zept ist so er­folg­reich, dass zwei Jah­re nach der Er­öff­nung des ers­ten Stu­di­os in Wi­en-Neu­bau das drit­te am Schot­ten­ring fol­gen wird.

KON­ZEPT. Ein Er­folgs­fak­tor sind si­cher­lich die Su­per­cy­cle-Bou­ti­quen, die we­nig mit klas­si­schen Fit­ness­stu­di­os ge­mein ha­ben. Der Spin­nin­gort: ein ab­ge­dun­kel­ter Raum mit Ven­ti­la­to­ren und gro­ßen Bo­xen, ei­nem Po­dest für den Trai­ner oder die Trai­ne­rin und die Fahr­rä­der. „Vie­le Leu­te füh­len sich im Dunk­len wohl, es ist in­tim und man kann sich nicht mit an­de­ren ver­glei­chen“, sagt Lil­ly. Ein gro­ßer Teil der Ar­beit sei auch at­mo­sphä­ri­sche Ar­beit, er­gänzt Rha­na. Und ob­wohl der Raum im­mer dun­kel ist, un­ter­schei­den sich die Trai­nings­ein­hei­ten doch stark, spie­len vor al­lem Mu­sik­aus­wahl und Cha­rak­ter der Trai­ner ei­ne we­sent­li­che Rol­le. Hip-Hop, 80s, Main­stream-Pop, La­tin oder Fun­ky Hou­se–fürf ast je­de Ge­schmacks­rich­tung ist die rich­ti­ge Grund zu­tat für das Work-out da­bei.

Auf­ge­baut sind die Trai­nings­stun­den je­doch im­mer ähn­lich: Zu­erst er­klä­ren die Trai­ner die rich­ti­ge Hal­tung( Schul­tern­nicht hoch­zie­hen !) und hel­fen beim An­pas­sen des Sit­zes und des Len­kers. Die ers­ten Songs die­nen an­schlie­ßend zum Ein­groo­ven. „Die meis­ten het­zen nach dem Bü­ro her und sol­len erst­mal run­ter kom­men und sich auf den Rhyth­mus kon­zen­trie­ren. Im Rhyth­mus zu fah­ren, ist un­ge­wohnt für vie­le“, er­zählt Rha­na. Der Auf­wärm­pha­se folgt ei­ne Art Chor eo gra­fie am Rad, die vor­her ge­nau er­klärt wird und Übun­gen wie Lie­ge stüt­ze über de­mLenk er wäh­rend des Tre­tens be­inhal­tet. Bei der Berg­etap­pe ani­miert der Trai­ner, den Wi­der­stand zu er­hö­hen, wo­bei die Leu­te die­sen selbst re­gu­lie­ren und die Trai­ner nur zu mo­ti­vie­ren ver­su­chen. Zu­sätz­lich kom­men auch noch Kurzhan­teln und The­ra-Bän­der zum Ein­satz, die dar­über hin­aus die Arm- und Rü­cken­mus­ku­la­tur ak­ti­vie­ren sol­len. Am En­de der St­un­de, wenn der Laut­stär­ke­reg­ler ein we­nig run­ter­ge­fah­ren wird, voll­enden Dehn­übun­gen das for­dern­de Trai­nings­pro­gramm.

KEI­NE AL­TERS FRA­GE. Ob­wohl der Groß­teil der Su­per­cy­cle-Kun­den un­ter 30 ist, set­zen die bei­den Grün­de­rin­nen auch auf äl­te­res Pu­bli­kum. „Wir ha­ben kein Al­ters­li­mit. Äl­te­re Kun­den er­zäh­len von un­glaub­li­chen Fort­schrit­ten, die sie für sich selbst ge­macht ha­ben“, sagt Rha­na. Die­se wür­den von Ver­bes­se­run­gen bei Rü­cken­und Na­cken­pro­ble­men spre­chen, ei­ner bes­se­ren Ver­dau­ung und gu­tem Schlaf. Aber auch für jun­ge Müt­ter ist das Su­per­cy­cle-An­ge­bot aus­ge­legt, da zu ei­ni­gen St­un­den Ba­by­sit­ting an­ge­bo­ten wird. „Bei uns ist ein schweiß­trei­ben­des Kar­dio-Work-out mög­lich,oh­ne­dass­derBe­cken­bo­den­be­las­tet wird, das geht beim Lau­fen nicht. Gleich­zei­tig wer­den Bauch, Bei­ne und Po wie­der ge­stärkt“, sagt Rha­na, selbst zwei­fa­che Mut­ter. „Des­we­gen lie­be ich es auch so“, er­gänzt sie lä­chelnd und schwingt sich wie­der auf den Sat­tel.

„Ei­ne St­un­de geht es nicht um Zah­len oder dar­um, wie viel Schrit­te man ge­gan­gen ist – son­dern um Kör­per­ge­fühl und Rhyth­mus.“

Rha­na Loudon, Su­per­cy­cle-Mit­be­grün­de­rin

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