Mil­be als Quäl­geist

Die Haus­staub­mil­ben­all­er­gie ist nach der Pol­len­all­er­gie die zweit­häu­figs­te All­er­gie. Man kann sich den win­zi­gen Mil­ben nicht völ­lig ent­zie­hen. Ih­re Zahl lässt sich aber durch ei­ni­ge Maß­nah­men ver­rin­gern.

KURIER_SPECIAL - - HAUSSTAUBMILBENALLERGIE -

Nicht der Staub ist das Pro­blem, viel­mehr sind es mit frei­em Au­ge nicht sicht­ba­re Le­be­we­sen – Mil­ben. Da­von gibt es un­zäh­li­ge Ar­ten. Je­ne, die den Men­schen krank­ma­chen kön­nen, wur­den erst­mals im Staub ei­ner Woh­nung in der hol­län­di­schen Stadt Lei­den ent­deckt. Da­her die Be­zeich­nung: Haus­staub­mil­ben­all­er­gie. Die Tie­re le­ben aber auch in je­dem noch so sau­be­ren Haus­halt. Sie sind über­wie­gend auf Tex­ti­li­en zu fin­den: in Tep­pi­chen, Vor­hän­gen, Ma­trat­zen, Pols­ter­mö­beln. Ih­re Haupt­nah­rung sind Haut­schup­pen, des­halb fin­det man sie vor al­lem im Bett. Die Haus­staub­mil­ben­all­er­gie ist nach der Pol­len­all­er­gie die zweit­häu­figs­te All­er­gie. „Die All­er­ge­ne be­fin­den sich im Kot der Haus­staub­mil­ben. Das sind nur zehn Mi­kro­me­ter klei­ne Bäll­chen“, er­klärt Karl-Chris­tan Berg­mann vom All­er­gie-Cen­trumCha­rité. Sie haf­ten zu­nächst an den Tex­til­fa­sern. Im Win­ter, wenn die Woh­nun­gen ge­heizt wer­den, sinkt die Feuch­tig­keit im Raum und sie zer­fal­len mit der Zeit in win­zi­ge Teil­chen, die dann mit dem Haus­staub auf­ge­wir­belt wer­den. Die All­er­ge­ne – das sind Ei­wei­ße – kom­men mit den Au­gen in Be­rüh­rung oder wer­den ein­ge­at­met. „Über­emp­find­li­che Men­schen ent­wi­ckeln beim ers­ten Kon­takt Ab­wehr­stof­fe, so­ge­nann­te An­ti­kör­per. Bei ei­nem zwei­ten Kon­takt set­zen die­se Ent­zün­dungs­stof­fe frei, die da­zu füh­ren, dass die Na­se blo­ckiert ist und die Na­sen­schleim­haut an­schwillt“, er­klärt Berg­mann. Die Au­gen sind ge- rö­tet, die Na­se juckt, man muss nie­sen und auch ein Hau­tau­schlag ist mög­lich.

Ei­ne All­er­gie zu er­ken­nen, ist gar nicht so ein­fach. Denn all­er­gi­sche Sym­pto­me sind viel­fäl­tig und kön­nen leicht falsch in­ter­pre­tiert wer­den. Be­trof­fe­ne soll­ten da­her ge­nau dar­auf ach­ten, wann und wo ih­re Sym­pto­me auf­tre­ten. Im Schlaf wer­den be­son­ders vie­le All­er­ge­ne ein­ge­at­met. Ty­pisch für ei­ne Haus­staub­mil­ben­all­er­gie sind da­her vor al­lem nachts oder in den Mor­gen­stun­den auf­tre­ten­de Be­schwer­den. Die­se sind üb­li­cher­wei­se im Herbst und Win­ter schlim­mer, als in den Som­mer­mo­na­ten.

Ei­ne Er­kran­kung an ei­ner Haus­staub­mil­ben­all­er­gie muss ernst ge­nom­men wer­den: „Je­der zwei­te All­er­gi­ker mit Mil­ben­schnup­fen ent­wi­ckelt bei Nicht­be­hand­lung im Lau­fe der Jah­re ein Mil­be­n­asth­ma“, warnt Berg­mann. Bei Be­schwer­den soll­te man da­her ei­nen All­er­go­lo­gen oder HNO-Arzt auf­su­chen. Mit­tels Haut- oder Blut­test kann der fest­stel­len, ob man An­ti­kör­per ge­gen Mil­ben ent­wi­ckelt hat. „Zu­sätz­lich soll­te man dar­auf be­ste­hen, dass durch ei­ne Pro­vo­ka­ti­on an der Na­se ge­tes­tet wird, ob man tat­säch­lich krank ist. Erst wenn sich der Ver­dacht be­stä­tigt, ist ei­ne Im­mun­the­ra­pie emp­feh­lens­wert“, rät der Ex­per­te. Frü­her wur­de den Be­trof­fen das All­er­gen über meh­re­re Jah­re hin­weg in stei­gen­der Kon­zen­tra­ti­on

MIL­BE­N­ASTH­MA.

„Je­der zwei­te All­er­gi­ker mit ei­nem Mil­ben­schnup­fen ent­wi­ckelt bei Nicht­be­hand­lung im Lau­fe der Jah­re ein Mil­be­n­asth­ma.“

Karl-Chris­tan Berg­mann, All­er­gie-Cen­trum-Cha­rité

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.