Der Kreis­lauf des Le­bens

KURIER_SPECIAL - - ARTENVIELFALT -

Nir­gend­wo sonst gibt es der­art viel Le­ben wie auf und im To­t­holz.

In sei­nem 2010 ur­auf­ge­führ­ten Sing­spiel „Häu­serl am Oasch“hat ihm der Wie­ner Mu­si­ker Ernst Mol­den so­gar ei­ne Mu­si­cal-Num­mer ge­wid­met: Dem To­t­holz, das ver­meint­lich ent­sorgt ge­hört, weil es die bie­de­re Bür­gers­frau als stö­rend und un­or­dent­lich emp­fin­det. Tat­säch­lich ist To­t­holz ein Hort des Le­bens. Nir­gend­wo sonst tum­meln sich mehr Ar­ten als auf ei­nem ab­ge­stor­be­nen Baum. To­t­holz ist nur ein ver­meint­lich to­ter Ort. Je mehr To­t­holz, des­to ar­ten­rei­cher ein Wald. In Ur­wäl­dern be­trägt der To­t­hol­zan­teil durch den Al­ters­tod von Teils mehr­hun­dert­jäh­ri­gen Bäu­men und durch Wind­wurf bis zu 30 Pro­zent der Holz­bio­mas­se. In Wirt­schafts­wäl­dern mit ih­ren meist re­la­tiv jun­gen Baum­be­stän­den macht er in vie­len Fäl­len un­ter 3 Pro­zent aus. Je nach Holz­art, Stand­ort und Pha­se im Pro­zess des na­tür­li­chen Ver­falls tum­meln sich im To­t­holz Hun­der­te Groß­pilz­ar­ten, weit über 1000 Kä­fer, In­sek­ten (wie der Hirsch­kä­fer), Flech­ten, Mo­se und Far­ne.

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