ÖKO­LO­GI­SCHE ZER­TI­FI­KA­TE

Ver­schie­de­ne Or­ga­ni­sa­tio­nen sol­len für Kon­su­men­ten und Ein­käu­fer si­cher­stel­len, dass Holz und Holz­pro­duk­te wie Pa­pier öko­lo­gisch nach­hal­tig er­zeugt wer­den.

KURIER_SPECIAL - - PRODUKTENTWICKLUNG -

Wie das Ös­ter­rei­chi­sche Um­welt­zei­chen gibt es auch für Holz und Holz­pro­duk­te Kenn­zei­chen, die si­cher­stel­len sol­len, dass die­se um­welt­freund­lich er­zeugt wur­den. Sie sind wirt­schaft­lich wich­tig, da im­mer mehr Aus­schrei­bun­gen und Be­stel­lun­gen dar­auf Wert le­gen, dass Pro­duk­te mit Zer­ti­fi­ka­ten ein­ge­kauft und ver­wen­det wer­den. Seit Mit­te der 90er-Jah­re gibt es im Holz­be­reich die bei­den gro­ßen Zer­ti­fi­ka­te FSC und PEFC. Bei­de stel­len An­for­de­run­gen an die Nach­hal­tig­keit und Um­welt­ver­träg­lich­keit der Wald­be­wirt­schaf­tung, so­wie an so­zia­le Be­din­gun­gen. Ge­ne­rell ist FSC das in­ter­na­tio­nal be­kann­te­re Zer­ti­fi­kat, wäh­rend PEFC bei den eu­ro­päi­schen Wald­be­sit­zern ver­brei­te­ter ist. Un­ter­schie­de zwi­schen den bei­den Zer­ti­fi­ka­ten be­ste­hen in ver­schie­de­nen Be­rei­chen. So be­dient sich PEFC un­ab­hän­gi­ger Zer­ti­fi­zie­rer zur Ak­kre­di­tie­rung und Über­prü­fung, wäh­rend FSC auf den ei­ge­nen in­ter­na­tio­na­len Vor­stand zu­rück­greift. Das ist auch ei­ner der im­mer wie­der ge­äu­ßer­ten Kri­tik­punk­te an FSC; die Zer­ti­fi­zie­rung ist we­ni­ger trans­pa­rent. Wei­te­re Un­ter­schie­de sind die Au­ßer­nut­zungs­stel­lung, bei der PEFC zwar ei­nen kor­rek­ten Um­gang mit Schutz­ge­bie­ten, aber kei­ne Still­le­gung for­dert, wäh­rend bei FSC bei Wäl­dern über 1000 Hekt­ar fünf Pro­zent aus der Be­wirt­schaf­tung ge­nom­men wer­den müs­sen. Bei der Baum­ar­ten­wahl strebt PEFC Misch­be­stän­de mit stand­ort­ge­rech­ten Baum­ar­bei­ten­an­ge­pass­terHer­künf­te an, wäh­rend FSC ei­ne lang­fris­ti­ge Ori­en­tie­rung der Forst­wirt­schaft hin zu ei­ner stand­ort­hei­mi­schen Besto­ckung for­dert. An bei­den Sys­te­men gibt es von Um­welt­schüt­zern Kri­tik, dass ih­re Me­tho­den nicht weit ge­nug gin­gen. Im Fall von FSC wer­den au­ßer­dem In­trans­pa­renz, der Fo­kus auf Plan­ta­gen­wirt­schaft und zu we­nig Mit­spra­che­recht der Wald­be­sit­zer mit­un­ter als Schwach­punk­te an­ge­führt. Zu­dem füh­re die ge­rin­ge Ver­füg­bar­keit von FSC zer­ti­fi­zier­tem Ma­te­ri­al da­zu, dass Zell­stoff aus Chi­na für die Pro­duk­ti­on von FSC-Pa­pier in Ös­ter­reich ver­wen­det wer­de, was kli­ma­tech­nisch na­tür­lich kon­tra­pro­duk­tiv sei.

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