HOLZ ALS BRENN­STOFF

Ener­gie aus Bio­mas­se ist Ös­ter­reichs wich­tigs­te er­neu­er­ba­re Ener­gie­quel­le. Jo­sef Plank, Prä­si­dent des Bio­mas­se-Ver­ban­des, über die Trends der ver­gan­ge­nen Jah­re.

KURIER_SPECIAL - - BRENNSTOFF -

„Der Bio­en­er­gie­sek­tor hat sich zur tra­gen­den Säu­le der hei­mi­schen Ener­gie­ver­sor­gung ent­wi­ckelt,“fasst Jo­sef Plank, Prä­si­dent des Ös­ter­rei­chi­schen Bio­mas­se-Ver­ban­des, die Si­tua­ti­on zu­sam­men. „Mit ei­nem An­teil von 57 Pro­zent ist die Bio­en­er­gie die wich­tigs­te er­neu­er­ba­re Ener­gie­quel­le, ge­folgt von der Was­ser­kraft mit 35 Pro­zent.“Un­ter Bio­mas­se ver­steht man al­le or­ga­ni­schen Stof­fe bio­ge­ner, nicht fos­si­ler Art, al­so in der Na­tur le­ben­de und wach­sen­de Ma­te­rie und dar­aus re­sul­tie­ren­de Ab­fall­stof­fe, so­wohl von der le­ben­den als auch schon ab­ge­stor­be­ner or­ga­ni­scher Mas­se. Der Haupt­teil der in Ös­ter­reich en­er­ge­tisch ver­wen­de­ten Bio­mas­se stammt aus der Wald- und Holz­wirt­schaft. All­ge­mein ge­hö­ren da­zu Rest­holz, Bio­ab­fäl­le, Gül­le aus der Tier­hal­tung oder auch Land­schafts­pfle­ge­ab­fäl­le. Als Bio­en­er­gie be­zeich­net man Ener­gie, die aus Bio­mas­se ge­won­nen wird und die­se ist viel­sei­tig: So­wohl Strom, Wär­me als auch Treib­stof­fe kön­nen aus fes­ter, flüs­si­ger und gas­för­mi­ger Bio­mas­se ge­won­nen wer­den.

Fast die Hälf­te des in­län­di­schen Ener­gie­ver­brauchs von er­neu­er­ba­ren Ener­gie­trä­gern ba­siert auf Holz­roh­stof­fen. Rund 17 Pro­zent des ös­ter­rei­chi­schen Brut­to­in­land­s­ener­gie­ver­brauchs wer­den der­zeit durch Bio­mas­se ab­ge­deckt, wo­bei die Wär­me­nut­zung ein­deu­tig do­mi­niert. Beim Hei­zen mit Holz reicht die Band­brei­te von Ein­zel­öfen, au­to­ma­ti­schen Klein­feue­run­gen (Pel­lets, Hack­schnit­zel, Scheit­holz) und Ka­chel­öfen bis zu Heiz­wer­ken, die ein­zel­ne Ge­bäu­de oder gan­ze Nah- oder Fern­wär­me­net­ze spei­sen. Die bei der Ver­bren­nung von Bio­mas­se ent­ste­hen­de Wär­me kann dar­über hin­aus ver­wen­det wer­den, um Dampf zu er­zeu­gen, der ei­ne Tur­bi­ne zur Strom­er­zeu­gung an­treibt. Ne­ben die­ser Tech­nik gibt es auch an­de­re Ver­fah­ren der Elek­tri­zi­täts­er­zeu­gung aus Bio­mas­se. Ex­per­te Jo­sef Plank über Holz als Heiz­mit­tel: „In Ös­ter­reich heizt mehr als die Hälf­te der Haus­hal­te mit Holz: di­rekt mit­tels Zen­tral­hei­zung, Öfen und Her­de oder in­di­rekt mit Fern­wär­me. Brenn­holz und Pel­lets ma­chen et­wa ein Drit­tel des ein­ge­setz­ten Ener­gie­hol­zes aus und wer­den über­wie­gend im Raum­wär­me­be­reich bei pri­va­ten Haus­hal­ten ein­ge­setzt. Hack­gut, Rin­de, Sä­ge­n­eben­pro­duk­te und Ab­lau­ge aus der Pa­pier­in­dus­trie ma­chen zwei Drit­tel des Ener­gie­hol­zes aus und wer­den haupt­säch­lich in In­dus­trie, Ge­wer­be und bei Ener­gie­ver­sor­gern zur Pro­duk­ti­on von Wär­me, Strom, Fern­wär­me und Pro­zess­dampf ge­nutzt.“

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.