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Das Ver­hält­nis der Men­schen zur Tech­no­lo­gie ist mitt­ler­wei­le sehr in­tim. Wir kön­nen un­se­re Han­dys mit Na­men an­spre­chen, mit un­se­ren Fern­se­hern und an­de­ren Ge­rä­ten fast wie mit Freun­den re­den und un­se­re Ge­dan­ken bei Face­book und Co in die Welt hin­aus­po­sau­nen. Noch müs­sen wir un­se­re Ide­en und Wün­sche al­ler­dings ar­ti­ku­lie­ren, in Wort oder Schrift, da­mit die Tech­nik re­agie­ren kann. Das muss nicht zwin­gend so blei­ben. „Mit Brain-Com­pu­ter-In­ter­faces (BCI) steu­ern dieNut­zerCom­pu­ter­sys­te­me­durch­men­ta­le Pro­zes­se. Der Com­pu­ter setzt die Kom­man­dos um. Das Sys­tem kann ver­schie­de­ne Din­ge an­steu­ern, et­wa ei­nen PC, ei­ne Roll­stuhl­steue­rung oder ei­ne Pro­the­se“, sagt Ger­not Mül­ler-Putz von der TU Graz im Ge­spräch mit der fu­ture­zo­ne. Die Er­fas­sung der Hirn­strö­me im mo­to­ri­schen Kor­tex mit Elek­tro­den (EEG) er­laubt es Men­schen, die Glied­ma­ßen ver­lo­ren ha­ben, ih­re Pro­the­sen zu steu­ern. So­gar in Spiel­wa­ren­ab­tei­lun­gen sind schon Sen­so­ren­hau­ben zu fin­den, die ei­ne Steue­rung von Vi­deo­spie­len mit Ge­dan­ken er­mög­li­chen sol­len. Sol­che Ge­rä­te sind laut Mül­ler-Putz aber eben nur Spiel­zeug.

Vor die­sem Hin­ter­grund über­rascht es we­nig, dass auch die Tech­no­lo­gie-Gu­rus aus dem Si­li­con Val­ley sich für das The­ma in­ter­es­sie­ren. So­wohl Tes­la-Chef ElonMus­kal­sauchFace­book-Bos­sMar­kZu­cker­berg ha­ben un­längst an­ge­kün­digt, BCIs ent­wi­ckeln zu wol­len, die ei­ne di­rek­te Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen Ge­hirn und Ma­schi­ne er­mög­li­chen sol­len. Face­book hat das Ziel aus­ge­ge­ben, bis 2019 ein Sys­tem zu ent­wi­ckeln, das das Schrei­ben von 100 Wör­tern pro­Mi­nu­te­mit­ei­ne­mBCIer­laubt–dieText­ein­ga­be­wä­re­da­mit­fünf­mal­so­schnell­wie­bei ei­nem durch­schnitt­li­chen Smart­pho­neSMS-Schrei­ber. Der der­zei­ti­ge Re­kord für das Schrei­ben über ein BCI liegt bei acht Wör­tern pro Mi­nu­te . Die­ser Wert kann aber nur er­reicht wer­den, wenn ei­ne Elek­tro­de in den Kopf des Nut­zers ge­setzt wird und die Wör­ter mit­tels Au­to­ver­voll­stän­di­gung kom­plet­tiert wer­den. Das Sys­tem funk­tio­niert,

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