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„Ich bin von mei­nem Herz­schritt­ma­cher ab­hän­gig. Mei­ne Ärz­te konn­ten mir aber nicht sa­gen, ob der Com­pu­ter, der mich am Le­ben hält, mit dem In­ter­net ver­bun­den ist oder da­zu in der La­ge wä­re“, er­zählt Ma­rie Moe. Die nor­we­gi­sche Si­cher­heits­for­sche­rin woll­te von An­fang an mehr über das Im­plan­tat wis­sen, das sie am Le­ben hält: Wel­che Schnitt­stel­len hat ihr Herz­schritt­ma­cher? Wie sieht sein Co­de aus? Wer kann­dar­auf­zu­grei­fen?IhrIm­plan­tat­ha­tins­ge­samt zwei Schnitt­stel­len, von de­nen ei­ne da­zu dient, Da­ten zu ih­rer Herz­ak­ti­vi­tät zu ei­nem Arzt zu sen­den. Das ge­schieht über ei­ne In­ter­net-Ver­bin­dung, wäh­rend sie schläft. Der 37-Jäh­ri­gen ge­fällt da­bei vor al­lem nicht, wie un­durch­schau­bar das le­bens­wich­ti­ge Ge­rät in ih­rem Brust­korb für sie und auch ih­re Ärz­te ist. „Me­di­zi­ni­sche Ge­rä­te sind wie schwar­ze Bo­xen. Sie kom­men mit ei­ner pro­prie­tä­ren Soft­ware und es ist nur schwer mög­lich, sie ei­nem Si­cher­heits­check zu un­ter­zie­hen. Gleich­zei­tig gibt es da­für kei­ne Soft­ware-Up­dates, ob­wohl ein Pa­ti­ent das Ge­rät bis zu zehn Jah­re im Kör­per trägt“, sagt Moe. Die Si­cher­heits­spe­zia­lis­tin, die ein­mal für das na­tio­na­le Com­pu­ter Emer­gen­cy Re­s­pon­se Team (CERT) ge­ar­bei­tet hat, sei sich­da­her­be­wusst,wie­ein­fach­ein­der­ar­ti­ges Ge­rät­vo­nau­ßen­lahm­ge­legt­wer­den­könn­te. Der frü­he­re US-Vi­ze­prä­si­dent Dick Che­ney hat­te die Funk­tio­na­li­tät, mit der sich sein Herz­schritt­ma­cher fern­steu­ern ließ, da­her aus Angst vor ei­ner Ha­cker-Atta­cke schlicht­weg ab­dre­hen las­sen.

Nicht nur ei­ne Fern­steue­rung des Ge­räts wä­re aus ih­rer Sicht mög­lich, son­dern et­wa ein De­ni­al-of-Ser­vice-An­griff (DoS) auf die Bat­te­rie, was für Pa­ti­en­ten „be­son­ders schlimm“wä­re, oder der Ein­satz von Er­pres­ser­soft­ware. „Das ha­ben wir zwar auf me­di­zi­ni­schen Ge­rä­ten noch nicht ge­se­hen, aber Kran­ken­häu­ser wa­ren be­reits da­von be­trof­fen“, sagt Moe. Die Nor­we­ge­rin reist rund um die Welt, um Men­schen in ih­ren Vor­trä­gen dar­auf auf­merk­sam zu ma­chen, dass Si­cher­heit bei ver­netz­ten Me­di­zin­ge­rä­ten obers­te Prio­ri­tät ha­ben soll­te, weil

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