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Die An­zahl ver­netz­ter Ge­rä­te im In­ter­net der Din­ge (IoT) steigt welt­weit kon­ti­nu­ier­lich an. Knapp 8,4 Mil­li­ar­den Ge­rä­te sol­len laut ei­ner Stu­die des Markt­for­schungs­un­ter­neh­mens Gart­ner En­de 2017 ver­netzt sein. Das sind rund ein Drit­tel mehr als im Vor­jahr. 63 Pro­zent da­von sind Ge­rä­te für End­kon­su­men­ten, der Rest ent­fällt auf Un­ter­neh­mens­kun­den.Vie­leKon­su­men­ten kön­nen sich un­ter dem Be­griff „In­ter­net der Din­ge“erst ein­mal nichts vor­stel­len, ob­wohl sie un­wis­sent­lich viel­leicht selbst be­reits so ein Ding be­sit­zen. Ma­rio Fraiß vom Ver­ein „IoT Aus­tria“er­klärt den Be­griff fol­gen­der­ma­ßen: „Man hat ein Ding, ein Ge­rät, ei­ne Sa­che, in die wird ein Chip ein­ge­baut. Das Ding ver­fügt über ei­ne ak­ti­ve In­ter­net­ver­bin­dung und man tauscht Da­ten aus.“Der Ver­ein, der seit zwei Jah­ren exis­tiert, hat sich zum Ziel ge­setzt, al­le Men­schen zu ver­net­zen, die sich für das The­ma in­ter­es­sie­ren. Din­ge, die ver­netzt sind, kön­nen von smar­ten Haus­tü­ren über Ther­mo­sta­te oder TVGe­rä­te bis zu Glüh­lam­pen, Kaf­fee­ma­schi­nen,die­au­to­ma­ti­schKap­seln­nach­be­stel­len, oder Koch­plat­ten, die sich bei Brand­ge­fahr selbst ab­dre­hen, rei­chen.

Ein ös­ter­rei­chi­sches Start-up aus Ter­nitz na­mens „Pet­walk“hat et­wa ei­ne hoch­wer­ti­ge Haus­ein­gangs­tür für Haus­tie­re er­fun­den. Das Haus­tier wird da­bei über ei­nen be­reits vor­han­de­nenRFID-Tier­chi­po­der­ei­nen­klei­nen An­hän­ger am Hals­band er­kannt und darf ein­tre­ten, wäh­rend an­de­re Tie­re drau­ßen blei­ben müs­sen. Die Gra­zer Fir­ma Nu­ki hat et­was Ähn­li­ches für den Men­schen auf den Markt ge­bracht: ein smar­tes Tür­schloss, mit dem sich die Woh­nungs­tür per Smart­pho­ne öff­nen lässt. Auch im Gar­ten lässt sich IoT ein­set­zen, et­wa für die Be­wäs­se­rung von Pflan­zen. Tho­mas Rei­ninghaus von „IoT Aus­tria“hat sei­ne selbst­ge­stal­te­ten Plä­ne für ei­ne au­to­ma­ti­sche, ver­netz­te Pflan­zen-Be­wäs­se­rungs­an­la­ge kos­ten­los ins In­ter­net ge­stellt, wo sie für je­den zu­gäng­lich sind und nach­ge­bas­telt wer­den kön­nen. IoT lässt sich aber auch im Wein­bau ein­set­zen. In­tel et­wa hat zu­sam­men mit Tra­coVi­no ei­ne smar­te Lö­sung ent­wi­ckelt, bei der in den Bö­den des Wein­bau­ge­biets Sen­so­ren ein­ge­baut wer­den, die die Feuch­tig­keit und Kli­ma­ver­hält­nis­se im Wein­berg mes­sen. Die­se Da­ten wer­den von ei­ner ei­ge­nen Sen­sor­platt­form er­fasst, die mit So­lar­zel­len aus­ge­stat­tet ist. Der Win­zer kann auf die­se Da­ten via Smart­pho­ne-App zu­grei­fen.

Bis 2020 sol­len es laut Gart­ner 20,4 Mil­li­ar­den ver­netz­te Ge­rä­te welt­weit sein. „Egal, ob wir das wol­len oder nicht, die­se Ent­wick­lung wird sich nicht auf­hal­ten las­sen. Un­se­re Ge­sell­schaft muss al­ler­dings erst ler­nen, da­mit ver­ant­wor­tungs­voll um­zu­ge­hen“, meint Fraiß. Er spricht da­mit ei­ne der Grund­her­aus­for­de­run­gen an, die die zu­neh­men­de Ver­net­zung mit sich bringt: Durch die Ver­net­zung ge­ra­ten un­se­re Pri­vat­sphä­re und auch die Si­cher­heit im­mer stär­ker in Ge­fahr. Un­ge­schütz­te IoT-Web­cams er­mög­li­chen es Cy­ber­kri­mi­nel­len bei­spiels­wei­se, Nut­zer zu be­ob­ach­ten und Vi­de­os per Live-Über­tra­gung on­line zu strea­men. Ba­by­spiel­zeug, das mit Ka­me­ra und Mi­kro­fon aus­ge­stat­tet und mit der App der El­tern ver­knüpft ist, er­laubt Un­be­kann­ten et­wa ei­nen Blick

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