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Das neue Jahr­tau­send be­scher­te der Mensch­heit die größ­te Com­pu­ter­re­vo­lu­ti­on der noch jun­gen Tech­no­lo­gie­ge­schich­te. Was mit der Vor­stel­lung des iPho­nes vor zehn Jah­ren be­gann, und im Wett­rüs­ten mit an­de­ren Her­stel­lern und Googles mo­bi­lem Be­triebs­sys­tem An­dro­id auf die Spit­ze ge­trie­ben wur­de, ist die Mi­nia­tu­ri­sie­rung des PCs auf Ho­sen­ta­schen­for­mat. Smart­pho­nes sind längst nicht mehr nur Te­le­fo­ne, son­dern un­se­re stän­di­gen Be­glei­ter, ef­fi­zi­en­te Ar­beits­ge­rä­te, Na­vi­ga­to­ren, Spiel­kon­so­len, Mu­sik- und Vi­deo­play­er, Ban­ko­mat­kar­ten und Ka­me­ras – al­les in ei­nem Ge­häu­se ver­eint. Un­ge­ach­tet des Form­fak­tors kön­nen es die­se Ge­rä­te mitt­ler­wei­le von ih­rer Re­chen­leis­tung und an­de­ren ver­bau­ten Kom­po­nen­ten her mit her­kömm­li­chen Stand-PCs oder No­te-books auf­neh­men. Mehr noch – ei­ne Viel­zahl an Sen­so­ren sorgt da­für, dass die An­wen­dungs­sze­na­ri­en in vie­ler­lei Hin­sicht weit über den ur­sprüng­li­chen Ein­satz von Com­pu­tern hin­aus­ge­hen.

Die span­nen­de Fra­ge ist, was jetzt kommt.

Wie wird das Han­dy der Zu­kunft aus­se­hen? Wie wer­den wir es be­nut­zen? Man­che For­scher rech­nen da­mit, dass das Ge­rät kom­plett ver­schwin­den wird und als High­tech-Kon­takt­lin­se oder gar als Im­plan­tat im Ge­hirn mit uns und un­se­rem Kör­per eins wird. Vor al­lem in der Me­di­zin wird in Rich­tung Com­pu­ter-Hirn-Schnitt­stel­le kräf­tig ge­forscht und ent­wi­ckelt. Schon jetzt kön­nen et­wa Hand- und Fuß­pro­the­sen re­la­tiv gra­nu­lar über Im­plan­ta­te von Men­schen be­wegt und ge­steu­ert wer­den.

Im Mas­sen­markt sind zu­nächst frei­lich weit pro­fa­ne­re Din­ge zu lö­sen. „Bei all den er­ziel­ten Fort­schrit­ten hat sich die wie­der­holt an­ge­kün­dig­te Ak­ku-Re­vo­lu­ti­on au­ßer­halb des La­bors lei­der nie er­füllt. Nach fünf Jahr­zehn­ten For­schung ste­cken wir im­mer noch bei den Li­thi­um-Io­nen-Ak­kus als pri­mä­rer Tech­no­lo­gie fest“, er­klärt Erik Sonn­leit­ner, Pro­fes­sor an der FH Ober­ös­ter­reich in Ha­gen­berg, im fu­ture­zo­ne-Ma­ga­zin-Interview. Ob das Han­dy der Zu­kunft tat­säch­lich nur ein­mal al­le 100 Ta­ge auf­ge­la­den wer­den muss, wie es vi­sio­nä­ren Qu­er­den­kern vor­schwebt, ist mehr als un­ge­wiss. „Es gibt schon jetzt gu­te An­sät­ze. Aber je mehr Ener­gie in so ei­nem Trä­ger ge­spei­chert wird, des­to dras­ti­scher sind na­tur­ge­mäß die Aus­wir­kun­gen, wenn et­was schief­geht – Stichwort ent­flam­men­de Han­dy­ak­kus“, gibt Sonn­leit­ner zu be­den­ken. In na­her Zu­kunft wer­de es da­her wohl eher in Rich­tung ul­tra­schnel­les Auf­la­den ge­hen, wor­an auch die Au­to­in­dus­trie in­ten­siv for­sche. „Wenn man das Han­dy künf­tig in we­ni­gen Mi­nu­ten oder gar Se­kun­den wie­der auf­la­den kann, wird auch das Ka­pa­zi­täts­pro­blem zweit­ran­gig“, er­klärt Sonn­leit­ner.

Ein eben­falls span­nen­der An­satz, der in den kom­men­den Jah­ren Markt­rei­fe er­lan­gen könn­te, ist das draht­lo­se Auf­la­den von Ak­kus. In­duk­ti­ve La­de­sta­tio­nen, über die Han­dys oh­ne Ka­bel­ver­bin­dung auf­ge­la­den wer­den, wer­den be­reits von ei­ni­gen Her­stel­lern an­ge­bo­ten. In Zu­kunft könn­te­da­sAuf­la­den­a­ber­völ­li­gun­ge­bun­den über ge­rich­te­te In­fra­rot­strah­len oder Ma­gnet­fel­d­er­statt­fin­den.Ist­in­der­ei­ge­nenWoh­nun­go­de­rimBü­ro­einLa­de­spotan­derDe­cke in­stal­liert, müss­te man sich folg­lich nie mehr Ge­dan­ken ma­chen, wo die nächste Steck­do­se für das Smart­pho­ne zu fin­den ist, so die Theo­rie. „Auch dies­be­züg­lich gibt es schon ei­ni­ge in­ter­es­san­te An­sät­ze. Die Strom­quel­le muss er­ken­nen, wo sich das Ge­rät be­fin­det und ziel­ge­rich­tet ei­nen Strahl sen­den – na­tür­lich oh­ne, dass sich da­zwi­schen ein an­de­res Ob­jekt oder auch ei­ne Per­son be­fin­det“, sagt Sonn­leit­ner.

Wo­hin die Rei­se beim Dis­play geht, ist eben­falls un­klar. Seit meh­re­ren Jah­ren geis­tern Pro­to­ty­pen von bieg­ba­ren Dis­plays her­um. In re­gel­mä­ßi­gen Ab­stän­den ver­spre­chen Her­stel­ler, dass sich der Han­dy­bild­schirm künf­tig aus­rol­len oder zu­sam­men­fal­ten lässt, je nach­dem, ob man mehr Dis­play­flä­che braucht oder das Ge­rät wie­der in der Ho­sen- oder Hand­ta­sche

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