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Krei­schen­de Fans, grel­le Lich­ter, über­füll­te Sta­di­en, en­er­gi­sche Kom­men­ta­to­ren. Nicht et­wa ein Fuß­ball­spiel ist das Ziel ih­rer Auf­merk­sam­keit, es ist ein Vi­deo­spiel. Die Aus­strah­lung die­ses Events, bei dem Per­so­nen vor ei­nem Bild­schirm sit­zen und spie­len, be­geis­tert Mil­lio­nen Fans. Es han­delt sich um ein Phä­no­men, das als ES­port be­kannt ist. Rund 320 Mil­lio­nen Men­schen, die meis­ten jün­ger als 30, ver­folg­ten im Jahr 2016 un­ter­schied­li­che elek­tro­ni­sche Sport­ver­an­stal­tun­gen. Die Agen­tur „ne­wzoo“schätzt Ein­nah­men in Hö­he von 493 Mil­lio­nen US-Dol­lar. Preis­gel­der in Mil­lio­nen­hö­he trei­ben selbst die bes­ten Mann­schaf­ten da­zu an, sich noch wei­ter zu stei­gern. Vi­deo­spie­le sind zu ei­nem Team­sport ge­wor­den, der bis 2020 Gel­der im Wert von über ei­ner Mil­li­ar­de US-Dol­lar lu­krie­ren soll.

Zah­len wie die­se zie­hen tra­di­tio­nel­le Sport­klubs mit im­mer äl­ter wer­den­den Fans zum E-Sport.Der­re­nom­mier­te­fran­zö­si­scheFuß­ball­ver­ein „Pa­ris Saint-Ger­main“und „Schal­ke 04“aus Deutsch­land in­ves­tier­ten in ei­ge­ne E-Sport­teams mit Top­spie­lern, um sich auf der gro­ßen Büh­ne be­wäh­ren zu kön­nen. Frank­reich er­kann­te E-Sport 2015 als ers­tes eu­ro­päi­sches als Sport an. Selbst in Ös­ter­reich se­hen Funk­tio­nä­re aus dem klas­si­schen Sport auf: Im Ok­to­ber möch­te die ös­ter­rei­chi­sche Bun­des­li­ga „FI­FA“-Pro­ga­mer aus dem Land bei der „eBun­des­li­ga“ge­gen­ein­an­der an­tre­ten las­sen. FK Aus­tria Wi­en sucht der­zeit hier­für FI­FA-Pro­fis. Der ES­port ist zu ei­nem Markt ge­wor­den, der die Sport- und Spiele­indus­trie mit­ein­an­der kom­bi­niert, in­dem er selbst Ele­men­te von bei­den auf­weist. ES­port ist ein Er­folgs­fak­tor für Vi­deo­spie­le. Ga­mes, die sich zu ei­nem E-Sport ent­wi­ckeln konn­ten, hät­ten ei­ne viel län­ge­re Le­bens­dau­er und so­mit hö­he­re Ver­kaufs­zah­len, sagt Ste­fan Ba­loh, Prä­si­dent des E-Sport­ver­ban­des Ös­ter­reich. Aus die­sem Grund ver­su­chen Pu­blis­her, Vi­deo­spie­le in die­sem Be­reich zu eta­blie­ren. Wer das schafft, kann von Pro­duk­ten pro­fi­tie­ren, die noch Jah­re spä­ter be­liebt sind. Ein Bei­spiel da­für ist „Le­ague of Le­gends“, ur­sprüng­lich aus dem Jahr 2009, heu­te das meist­ge­spiel­te Spiel der Welt. Es soll 2016 For­bes zu­fol­ge 100 Mil­lio­nen ak­ti­ve Spie­ler ver­zeich­net ha­ben. Die jähr­li­chen Welt­meis­ter­schaf­ten des E-Sports er­reich­ten laut of­fi­zi­el­len Zah­len mehr als 43 Mil­lio­nen Zu­schau­er. Bei ei­nem Spiel tre­ten zwei Teams, be­ste­hend aus je­weils fünf Spie­lern, ge­gen­ein­an­der an. Ziel ist es, die Ba­sis des geg­ne­ri­schen Teams zu zer­stö­ren. Bei der jähr­li­chen Welt­meis­ter­schaft, der „Worlds“, spie­len die bes­ten Teams aus den nach Kon­ti­nent ver­teil­ten Li­gen. Das wird live auf der Strea­m­ing­platt­form „Twitch“über­tra­gen. Be­glei­tet wer­den die Spie­le von pro­fes­sio­nel­len Kom­men­ta­to­ren. Ka­me­ra­teams ver­fol­gen vir­tu­ell das Spiel und zei­gen Re­plays wich­ti­ger Ge­scheh­nis­se, Schieds­rich­ter stel­len die Ein­hal­tung der Re­geln si­cher, da­vor und da­nach dis­ku­tie­ren Ana­lys­ten. Die Teams er­in­nern an klas­si­sche Sport­mann­schaf­ten: Sie be­ste­hen aus fünf Spie­lern und ei­nem Coach. Grö­ße­re E-Sport­klubs ha­ben so­gar Er­satz­spie­ler.

„Es ist in je­der Hin­sicht ein Sport, wenn man die kör­per­li­che Kom­po­nen­te au­ßer Acht lässt“, sagt Alex­an­der „ka­ka­fu“Szy­manc­zyk. Der Ös­ter­rei­cher ist der Coach von „BIG“, ei­nem der Top-10-E-Sport­teams des Ego­shoo­ters „Coun­ter Stri­ke: Glo­bal Of­fen­si­ve (CS:GO)“.

Die Rol­le des Coa­ches im E-Sport ist noch ei­ne re­la­tiv neue und ent­wi­ckelt sich erst: „Je­de Sport­art braucht ir­gend­wann je­man­den, der sich nicht in der Hit­ze des Ge­fechts be­fin­det und ob­jek­tiv über ein Spiel bli­cken kann.“Es sei es­sen­zi­ell, je­man­den zu ha­ben, der aus die­ser Rol­le Stra­te­gi­en mit sei­nem Team be­spre­chen kön­ne. Szy­manc­zyk merkt an, wie wich­tig der so­zia­le Aspekt bei E-Sport­ar­ten, die auf Teams ba­sie­ren, sei. In sei­nen Au­gen wich­ti­ger als bei den meis­ten „klas­si­schen“Sport­ar­ten. Et­wa acht St­un­den am Tag müs­se man sich mit dem Sport aus­ein­an­der­set­zen, um auf ei­nem ho­hen Ni­veau zu blei­ben, schätzt er. In die­ser Zeit müs­se man stän­dig mit sei­nen Te­am­mit­glie­dern in Kon­takt blei­ben. Ein schlech­ter Um­gang wür­de

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