Die neue Stadt­bi­blio­thek Stuttgart

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Man kann sich in Stuttgart ver­lau­fen wie man will, ein Ge­bäu­de bie­tet in je­dem Fall Ori­en­tie­rung: die Stadt­bi­blio­thek. 40 Me­ter hoch, 44 mal 44 Me­ter im Grund­riss. Glän­zend ragt der Ku­bus aus Glas­bau­stei­nen un­ter­tags in den Him­mel, abends er­strahlt der glä­ser­ne Wür­fel in ko­balt­blau­em Licht. Die ma­kel­lo­se An­mu­tung des Hau­ses setzt sich im In­ne­ren mit der wei­ßen, klar struk­tu­rier­ten Op­tik fort. Ste­ril wirkt die Zen­tral­bi­blio­thek trotz­dem nicht, eher auf­ge­räumt und ein­la­dend. Kern­stück ist das „Herz“, ein wür­fel­för­mi­ger Raum in der Mit­te des Hau­ses, der nur durch ein zen­tra­les Ober­licht er­hellt wird. Ar­chi­tekt Eun Young Yi hat sich hier vom ar­chai­schen Raum­ty­pen des Pan­the­on in­spi­rie­ren las­sen. „Das Herz soll ein Ort der Ru­he sein, mit ei­nem fast me­di­ta­ti­ven Er­leb­nis. Aber auch ein Ort der Con­nec­tion, wo Kommunikation im zeit­ge­mä­ßen Sinn statt­fin­det“, sagt Eun Young Yi. Über dem „Herz“be­ginnt der ge­wal­ti­ge Le­se­saal in Form ei­nes ab­ge­trepp­ten Ga­le­rie­saals – ei­ne wei­te­re An­spie­lung an ei­nen Jahr­tau­sen­de al­ten Raum­typ, wie ihn auch E. L. Boul­leé im 18. Jahr­hun­dert bei sei­nem Ent­wurf für die fran­zö­si­sche Na­tio­nal­bi­blio­thek auf­ge­grif­fen hat. Da­durch wirkt das Haus un­ge­mein of­fen und bie­tet viel Platz für das We­sent­li­che: die 500.000 Bü­cher, die hier in of­fe­nen Re­ga­len ein­fach zu­gäng­lich sind.

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