Die Stadt­bi­blio­thek von Se­at­tle

KURIER_SPECIAL - - BIBLIOTHEKEN -

Die Bi­b­lio­thek an der Ecke Ma­di­son Street/Fourth Ave­nue in Se­at­tle ist aus meh­re­ren Grün­den be­mer­kens­wert: Zum ei­nen hat Ar­chi­tekt Rem Kool­haas 1999 dieAus­schrei­bungfür­da­sPro­jekt­ge­won­nen, wenn­gleich er zu die­sem Zeit­punkt noch gar kei­nen Ent­wurf ab­ge­lie­fert hat­te. Der kam et­was spä­ter. Der hat­te es dann aber in sich. Kool­haas ent­warf das Ge­bäu­de in Form von fünf Haupt­platt­for­men, die vor- und zu­rück­sprin­gen, so­mit ei­ne auf­fal­lend un­re­gel­mä­ßi­ge Ge­bäu­de­struk­tur er­ge­ben. Die wich­tigs­te Ebe­ne ist die so­ge­nann­te „Buch­spi­ra­le“für Sach­bü­cher, die als Ram­pe über vier Eta­gen durch das Haus ver­läuft und zum Qu­er­le­sen ein­lädt. Ganz oben im Haus be­fin­det sich ein Le­se­raum mit ei­nem spek­ta­ku­lär schö­nen Fuß­bo­den aus Wal­nuss­holz und ei­ner groß­zü­gi­gen, bis zu 3,70 Me­ter ho­hen De­cke. Kool­haas ist bei sei­nem Ent­wurf nicht wie üb­lich von der Auf­be­wah­rung der Bü­cher, son­dern vom Such­pro­zess der Le­ser aus­ge­gan­gen. Ent­spre­chend klug sind die We­ge und Auf­stel­lungs­or­te kon­zi­piert. In die­ser Bi­b­lio­thek ge­hen Le­ser, Buch und Raum ein neu­es, flie­ßen­des Ver­hält­ni­sein.Das­ma­ni­fes­tiert­sichüb­ri­gens auch sehr schön in ei­nem schlan­gen­ar­ti­gen Fließ­band, das die Bü­cher vom Haupt­ge­schoß zum obe­ren Stock­werk bringt, wo sie me­cha­nisch sor­tiert und wie­der zu­rück in die Re­ga­le ge­stellt wer­den.

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