Haupt­bü­che­rei Wi­en

KURIER_SPECIAL - - BIBLIOTHEKEN -

Wie heißt es so schön: „Don’t judge a book by its co­ver“– be­ur­tei­le ein Buch nie­mals nach sei­nem Co­ver. Was auf Bü­cher zu­trifft, gilt nicht für die Haupt­bü­che­rei in Wi­en. Hier hält das In­ne­re durch­aus das, was das Äu­ße­re ver­spricht. Der mar­kan­te Bi­b­lio­theks­bau nach dem Ent­wurf von Ernst Mayr ist seit bald 15 Jah­ren ein ar­chi­tek­to­ni­sches Wahr­zei­chen Wi­ens. Cha­rak­te­ris­tisch ist die an ein Schiff er­in­nern­de Sil­hou­et­te, si­gni­fi­kan­tes­tes Merk­mal die Frei­trep­pe, die in der war­men Jah­res­zeit in­ten­siv be­völ­kert wird. Frei­trep­pe und Dach­ter­ras­se sind wohl das größ­te Ver­dienst des 2003 fer­tig­ge­stell­ten Bi­b­lio­theks­baus im Sinn der Auf­wer­tung des hie­si­gen Stadt­raums. Ar­chi­tek­to­nisch fällt auf: Die Flan­ken sind weit­ge­hend ge­schlos­sen. Die Ver­klei­dung mit Ter­ra­kot­ta-Pa­nee­len wur­de ge­wählt, um die Schall­re­fle­xi­on so ge­ring wie mög­lich zu hal­ten. Wei­te­res in­ter­es­san­tes De­tail: Eben­so wie das Trag­werk der Bi­b­lio­thek lei­te­te Ar­chi­tekt Ernst Mayr das Maß der Fas­sa­den­pa­nee­le vom Maß­sys­tem Ot­to Wa­g­ners ab, der sei­ne Stadt­bahn­sta­tio­nen auf ei­nem Ras­ter von 4,05 Me­tern auf­bau­te. Ih­re Brei­te von 1,35 Me­tern ent­spricht wie­der­um dem gän­gi­gen Bü­ro­ras­ter. Wäh­rend sich das Ge­bäu­de au­ßen als ge­schlos­se­ne Kap­sel dar­stellt, ist es in­nen er­staun­lich of­fen. Ver­ti­ka­le Schlit­ze in der Ein­gangs­hal­le, im Ver­an­stal­tungs­be­reich und im Ca­fé er­lau­ben schö­ne Aus­bli­cke in die Sei­ten­gas­sen des Gür­tels und zur na­hen Stadt­hal­le. Und in­halt­lich? Die nach dem „Col­le­ge-Prin­zip“in sechs The­men­be­rei­che ge­glie­der­te Haupt­bü­che­rei be­her­bergt weit über 400.000 Bü­cher, Hör­bü­cher, Mu­sik-CDs, Fil­me, Spie­le, Zei­tun­gen und Zeit­schrif­ten. Dar­über hin­aus ste­hen über 100 PCs und In­ter­net-Nut­zung, so­wie 160 Stu­di­en- und Le­se­plät­ze zur Ver­fü­gung. Ein Me­di­en­kul­tur­haus ers­ter Gü­te.

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