BE­SON­DE­RES KÖN­NEN

Das Hand­werk wird in Ober­ös­ter­reich noch hoch­ge­hal­ten – das gilt für das Sti­cken der Gold­hau­ben eben­so wie für das Schnit­zen von Krip­pen­fi­gu­ren. Wir von der Re­dak­ti­on freu­en uns im­mer, wenn wir Men­schen ken­nen­ler­nen kön­nen, die das noch kön­nen.

KURIER_SPECIAL - - EDITORIAL -

Manch­mal sind fünf Sei­ten viel. Als Jour­na­list blickt man dann auf den Bild­schirm und hofft, dass man trotz der vie­len zu fül­len­den Zei­len ei­ne kurz­wei­li­ge Ge­schich­te schrei­ben kann. Und dann kommt es wie­der vor, dass ich fünf Sei­ten für ei­nen Ar­ti­kel ha­be und ver­zwei­felt auf den Bild­schirm star­re, weil ich nicht weiß, wie ich das Er­leb­te auf so we­nig Platz un­ter­brin­gen soll.

Auch bei der ak­tu­el­len Ober­ös­ter­reich-Aus­ga­be war es so. Schon bei der Re­dak­ti­ons­sit­zung war mir klar: Ich möch­te ei­ne Ge­schich­te über die Eben­se­er Land­schafts­krip­pen schrei­ben. Vor lan­ger Zeit ha­be ich ir­gend­wann ein­mal ir­gend­wo et­was dar­über ge­le­sen, jetzt war die Ge­le­gen­heit ge­kom­men, selbst zu re­cher­chie­ren. Al­so nahm ich Kon­takt zum Tou­ris­mus­bü­ro Eben­see auf. Mein An­lie­gen: Ich woll­te je­man­den ken­nen­ler­nen, der sich mit Krip­pen aus­kennt und mir al­les über die Ent­ste­hung er­zählt. Und je­man­den, der die Fi­gu­ren mit der Hand schnitzt. Ger­hard Speng­ler fa­ckel­te nicht lan­ge. Er or­ga­ni­sier­te mir al­les – auch wenn es nicht ein­mal für den Chef des Tou­ris­mus­bü­ros ein Ein­fa­ches war,ei­nenSchnit­zer­auf­zu­trei­ben.Das al­te Hand­werk sei lei­der nur mehr we­ni­gen ge­läu­fig, so sei­ne Aus­kunft. Und doch konn­te ich dank Ger­hard Speng­ler ei­ne tol­le Re­por­ta­ge ma­chen, denn er or­ga­ni­sier­te mir al­les. Als ich dann nach Eben­see fuhr, war ich über­wäl­tigt – von die­ser wun­der­schö­nen Land­schaft, den schrof­fen Berg­hän­gen, dem da­zwi­schen ein­ge­bet­te­ten Traun­see, von den Or­ten, die sich anih­n­rei­hen,vonEben­see­und­de­n­un­glaub­lich warm­her­zi­gen Men­schen, die ich ken­nen­ler­nen durf­te. Ich könn­te ein ei­ge­nes Ma­ga­zin über die Krip­pen schrei­ben, aber ich hat­te nur fünf Sei­ten. Auch mei­nen Kol­le­gen ist es bei der Ar­beit an die­sem Ma­ga­zin so er­gan­gen. Jetzt bleibt uns nur mehr zu hof­fen, dass es Ih­nen ge­fällt.

Ih­re An­ja Ge­re­vi­ni

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