„Ti­cken­de Zeit­bom­be“

KURIER_SPECIAL - - WENIGER EMISSIONEN -

Wie die EU den öf­fent­li­chen Ver­kehr auf ab­gas­frei­en Be­trieb um­stel­len will.

An­läss­lich der Eu­ro­päi­schen Mo­bi­li­tätsWo­che 2017 stell­te die EU-Or­ga­ni­sa­ti­on JIIP in Ams­ter­dam auch die „Cle­an Bus De­ploy­ment Initia­ti­ve“vor. Städ­te ste­hen für 70 Pro­zent des welt­wei­ten CO2-Aus­sto­ßes und sind so­mit be­son­ders ge­for­dert, sau­be­rer zu wer­den, auch bei den Öf­fis. Ams­ter­dam set­ze bei der Um­stel­lung auf ab­gas­freie öf­fent­li­che Bus­se voll auf Bat­te­rie-elek­tri­schen An­trieb, nach­dem ers­te Pro­to­ty­pen mit Brenn­stoff­zel­len­an­trieb von Pan­nen ge­kenn­zeich­net ge­we­sen wä­ren. Das sei für ei­ne Stadt mit so vie­len Tun­neln un­trag­bar, un­ab­hän­gig von der Fra­ge der Kos­ten für Was­ser­stoff und Brenn­stoff­zel­len. Ganz an­ders sah dies Ma­rie­ke Rei­jalt, Di­rek­to­rin der Was­ser­stoff­lob­by EHA

(Eu­ro­pean Hy­dro­gen and Fu­el Cell As­so­cia­ti­on). In der eben­falls hol­län­di­schen Stadt Gro­n­in­gen sei vor Kur­zem ei­ne Bus­flot­te mit Brenn­stoff­zel­len und Was­ser­stoff ge­star­tet wor­den. Grund: In der Nä­he von Gro­n­in­gen ge­be es meh­re­re Rie­sen-Wind­parks im Gi­ga­watt­be­reich mit über­schüs­si­gem Ökostrom, der sich am bes­ten via Was­ser­stoff spei­chern las­se. Ei­nes der größ­ten Pro­ble­me heu­te sei die Ver­bin­dung zwi­schen Ener­gie­er­zeu­gung und dem -ver­brau­cher, z. B. die Über­tra­gungs­ka­bel für 700 MW von ei­nem Wind­park zum na­tio­na­len Stra­ßen­netz. dem stimm­te auch ei­ne Ver­tre­te­rin der EU zu. Der Boom bei E-Mo­bi­li­täts­pro­jek­ten bei gleich­zei­ti­gem Feh­len der da­für nö­ti­gen In­fra­struk­tur sei ei­ne ti­cken­de Zeit­bom­be.

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