Die Ein­zel­kämp­fer

Ein-Per­so­nen-Un­ter­neh­men sind die häu­figs­te Fir­men­form

KURIER_START UP-A-PORTER - - Magazin -

Man hört im­mer, dass es vie­le Hür­den gibt, aber letzt­lich sind die­se paar Be­hör­den­gän­ge nicht un­über­wind­bar,“er­zählt Klaus Hel­ler. Der 30-jäh­ri­ge Ex­per­te für On­li­ne-Mar­ke­ting hat An­fang des Jah­res den Schritt in die Selbst­stän­dig­keitge­wagt­und­be­treibt­seit­her­ein Ein-Per­so­nen-Un­ter­neh­men. Da­von gibt es in Ös­ter­reich laut WKÖ 278.411. Als EPU gel­ten al­le Un­ter­neh­men oh­neun­selbst­stän­di­geAn­ge­stell­te, al­so sol­che, die als One-Wo­man- oder One-Man-Show be­trie­ben wer­den. Das Durch­schnitts­al­ter un­ter den ös­ter­rei­chi­schen Ein­zel­un­ter­neh­mern be­trägt 45,5 Jah­re. Ziem­lich ge­nau die Hälf­te sind Frau­en.

In ma­chen Be­rufs­grup­pen sind EPUs­dieRe­gel. Un­terFo­to­gra­fen, Ver- si­che­rungs­agen­ten oder im Kunst­hand­werk liegt der EPU-An­teil bei über 75 Pro­zent. Und die Ten­denz, sei­nen Be­ruf als Un­ter­neh­mer aus­zu­üben, steigt. Da­rin drückt sich der Wan­del von der In­dus­trie- zur Wis­sens­ge­sell­schaft aus, heißt es. Um Zu­gang zu In­for­ma­tio­nen, Tech­no­lo­gi­en und Netz­wer­ken zu ha­ben, sind Groß­un­ter­neh­men in vie­len Be­rei­chen nicht mehr not­wen­dig und im­mer mehr Men­schen wol­len ihr Ar­beits­le­ben mög­lichst frei und in­di­vi­du­ell­ge­stal­ten. DerT­ren­dist­kei­ne­ös­ter­rei­chi­sche Be­son­der­heit und ent­spricht dem eu­ro­päi­schen Durch­schnitt. Rund 60 Pro­zent der Un­ter­neh­men­in­derEUs­in­dK­leinst­be­trie­be oh­ne an­ge­stell­te Be­schäf­tig­te. Ein­Per­so­nen-Un­ter­neh­men sind zwar al- le für sich ge­nom­men klein – in ih­rer Ge­samt­heit sind sie aber al­les an­de­re al­s­ei­ne­ver­nach­läs­sig­ba­re­wirt­schaft­li­che Grö­ße. Rund 8,2 Pro­zent der Er­werbs­tä­ti­gen sind in Form ei­nes EPUs tä­tig. Und: Ein­zel­un­ter­neh­mer sind über­durch­schnitt­lich ge­bil­det. Viel mehrall­ge­mei­neAus­sa­gen­las­sen­sich aber kaum tref­fen, schließ­lich reicht die EPU-Band­brei­te vom Kos­me­tik­sa­lon über den Bau­ern­hof bis zur Un­ter­neh­mens­be­ra­tung. Sind sie da­bei wirk­lich Ein­zel­kämp­fer?

„In Spit­zen­zei­ten ist es na­tür­lich stres­sig, weil man we­nig de­le­gie­ren kann,“hat auch Klaus Hel­ler fest­ge­stellt. Ar­beits­kol­le­gen sind schließ­lich­da, um­sich­ge­gen­sei­ti­gAr­beit ab­zu­neh­men. Wer als Ein­zel­un­ter­neh­mer ar­bei­tet, der hat oft nie­man­den, der ei­ne zwei­te Mei­nung äu­ßert, der Feed­back gibt. Ist es ei­ne Be­las­tung, wenn Ver­ant­wor­tung nicht auf meh­re­re Schul­tern ver­teilt wer­den kann? „Es for­dert viel Dis­zi­plin, Be­stän­dig­keit und Ver­trau­en in si­ch­und­da­sGe­schäft. Denn­nicht­sist fix, esi­stim­mer­einRi­si­ko­da­bei, dass man kom­plett al­lei­ne schul­tert, mit al­len Hö­hen und Tie­fen, al­len Steu­ern und Zah­lun­gen,“meint die Event­ma­na­ge­rin und Pi­la­tes-Trai­ne­rin San­dra Kendl.

Auch Fo­to­gra­fin Susanne Ein­zen­ber­ger­kennt­dieRi­si­ken, aber­wirk­lich Stress er­wächst dar­aus für sie nicht: „Stress hät­te ich in ei­nem An­ge­stell­ten­ver­hält­nis wohl ge­nau­so. Die Frei­heit, sich die Zeit selbst ein­tei­len und sei­ne ei­ge­nen Ent­schei­dun­gen tref­fen zu kön­nen, ist der gro­ße

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.