EIN BÜ­RO FÜR AL­LE GRÜNDERFÄLLE

Ar­beits­wel­ten – ein Blick in die rä­um­lich­kei­ten jun­ger un­ter­neh­men. Die zu­neh­men­de in­di­vi­dua­li­sie­rung und spe­zia­li­sie­rung der leis­tun­gen, ser­vices und An­ge­bo­te ist auch in ih­ren Bü­ros sicht­bar.

KURIER_START UP-A-PORTER - - Magazin - STE­FAN KLU­GER

was Ar­beit ei­gent­lich ist, sei nicht mehr so ein­fach zu ka­te­go­ri­sie­ren. Ein­zig die tat­sa­che, dass da­mit der le­bens­un­ter­halt ver­dient wird, scheint für die Au­to­ren har­ry gat­te­rer und tho­mas hu­ber greif­bar. in ih­rer stu­die „work:de­sign“ge­hen sie da­von aus, dass der oft­mals stark dis­ku­tier­te Be­griff „work-li­feBa­lan­ce“ver­schwin­den wird, denn er be­trach­tet Ar­beit und le­ben als ge­trenn­te Be­rei­che. und die­se Ab­gren­zung sei in zu­kunft kaum noch zu spü­ren, so die bei­den trend­for­scher. Dass die­se gren­zen sich auf­lö­sen, zei­gen auch die Ar­beits­räu­me jun­ger grün­der.

seit zehn mo­na­ten ver­sorgt Die lie­fe­rei ös­ter­reich­weit pri­vat­per­so­nen und gas­tro­no­mie mit ih­ren in­no­va­ti­ven ge­trän­ken. ge­schäfts­füh­rer hen­drik ge­not­te: „wir ver­ste­hen uns als in­ter­es­sen­ver­tre­tung für klei­ne­re ge­trän­ke­mar­ken. und schlie­ßen mit un­se­rem An­ge­bot ei­ne lü­cke.“Als ge­ne­ral­im­por­teur bie­tet Die lie­fe­rei ne­ben hei­mi­schen auch

zahl­rei­che deut­sche Pro­duk­te an–wie bei­spiels­wei­se Cur­cu­mis (Gur­ken­li­mo­na­de), Ko­kos­nuss-Was­ser und Mio Mio Ma­te. Bei ih­rem Bü­ro war ih­nen Start-up-Flair durch­aus wich­tig. Den hip­pen Tisch ha­ben sie da­für ex­tra aus Ti­rol ge­holt, die Tei­le durchs Fens­ter ge­ho­ben und dann zu­sam­men ge­schraubt. Dort sit­zen nun vie­le jun­ge Leu­te auf en­gem Raum. In den bei­den Bü­ro­räu­men ste­hen fast übe­r­all Ge­trän­ke-Sam­ples her­um: „Die Pro­duk­te müs­sen in ers­ter Li­nie uns ge­fal­len. Und dann er­folgt ei­ne aus­führ­li­che Markt­ana­ly­se“, er­klärt Ge­not­te die Aus­wahl.

SO­ZIA­LER TREFF­PUNKT. Grün­de­rin S an draHa los ar ver­bin­det dieE­ventagen­tur Sa­ha und Ein LA­DEN un­ter ei­nem Dach. Dort be­fin­det sich auch das De­sign-La­bel Fein­hei­ten von Dagmar Eben­stein. „In die­ser Kon­stel­la­ti­on gibt es uns seit 2015“, er­zählt Ha­losar. Von Sa­ha wer­den haupt­säch­lich Fir­men ver­an­stal­tun­gen kon­zi­piert und or­ga­ni­siert. Par­al­lel wird im Ein­LA­DEN be­ra­ten und ver­kauft und in der De­sign-Werk­statt Fein­hei­ten wer­den Ein­zel­stü­cke ge­schnei­dert, neue Ide­en – wie et­wa ein Se­cond-Hemd aus„ al­ten“Hem­den–kre­iert und Ty­pBe­ra­tun­gen durch­ge­führt. Das Gas­sen lokal i mM eidl ing er Ti­vo­li-Vier­tel be­fin­det sich im 1929 er­bau­ten In­dia­ner­hof. Gro­ße, hel­le Aus­la­gen, di­ckes Mau­er­werk, ein al­ter Schiffs­bo­den und je­de Men­ge Vin­ta­ge-Mö­bel und -De­ko­ra­ti­on sor­gen für ei­ne ge­müt­li­che At­mo­sphä­re. „Das Bü­ro ist nicht nur un­ser Ar­beits­platz, son­dern auch Treff­punkt für so­zia­les Netz­wer­ken so­wie Ein­kehr sta­ti­on un­se­rer Kin­der “, sagt S an draHa los ar.

Ganz an­ders ist der Ar­beits­platz des Bio­lo­gen Gun­tram Chris­ti­an­sen. Das von ihm ge­grün­de­te Un­ter­neh­men Mi­ti Bio­sys­tems be­schäf­tigt sich seit 2014 mit der Su­che nach zu­künf­ti­gen Me­di­ka­men­ten, der Iden­ti­fi­zie­rung von so­ge­nann­ten Le­ad­kan­di­da­ten. Ein ein­ge­reich­tes Pa­tent wird seit zwei Jah­ren kom­mer­zi­ell wei­ter- ent­wi­ckelt. Zwei kürz­lich aus­ge­stie­ge­ne In­ves­to­ren zwin­gen zum Um­dis­po­nie­ren :„ Für die­ses Jahr ist das Ziel, al­ter­na­ti­ve Gel­der auf­zu­stel­len und un­se­re Tech­no­lo­gie wei­ter zu ent­wi­ckeln “, sagt Chris­ti­an­sen.Se in mo­le­ku­lar­bio lo­gi­sches La­bor imVi­en­na Bio­cen­ter (VBC) be­zeich­net der For­scher als Glück: „Da­durch kön­nen wir auf ei­ne sehr ho­he Dich­te an fach­kun­di­gen Nach­barn zu­rück­grei­fen.“

KLEIN UND FEIN. Be­reits vor zwei Jah­ren er­öff­ne­te die ge­lern­te Gra­fi­ke­rin Chloe Tho­mas ih­ren klei­nen La­den Sous-Bois. Hier ver­kauft sie vie­ler­lei Pap et erie- Pro­duk­te und Kunst bü­cher. Das Ge­schäfts­lo­kal ist zu­gleich ihr Bü­ro. Die Idee, ein Lokal auf zu­ma­chen, ha­be sie schon län­ger mit sich her­um­ge­tra­gen, über das leer ste­hen­de Ge­schäft sei sie aber zu­fäl­lig ge­sto­ßen. „Es war al­les sehr spon­tan und ich hat­te da­mals kein Bü­ro mehr, um zu­ar­bei­ten “, so Tho­mas.Hom e-O ffice sei kei­ne Al­ter­na­ti­ve ge­we­sen, denn da kön­ne sie nur schwer Gren­zen zie­hen. „Pa­pe­te­rie liegt zur­zeit im Trend, da­her auch der schnel­le Ent­schluss“, er­klärt Chloe Tho­mas. „Le­ben kann ich noch nicht da­von, aber das än­dert sich hof­fent­lich bald.“Ne­ben­bei nimmt Tho­mas im­mer noch Auf­trä­ge als Gra­fik­de­si­gne­rin an, um über die Run­den zu­kom­men. Ih­ren Ar­beits­platz be­zeich­net sie als le­ben­di­gen Ort vol­ler Krea­ti­vi­tät. -

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