WEIL ES NIE ZU SPÄT IST:

DIE GRÜN­DER-GE­NE­RA­TI­ON 50 PLUS STAR­TET DURCH

KURIER_START UP-A-PORTER - - Magazin -

Er­fah­rung als Ka­pi­tal: Auch im­mer mehr Äl­te­re wa­gen den Sprung in die Selbst­stän­dig­keit. Oft sind sie selbst Ziel­grup­pe – oder fül­len ei­ne Markt­lü­cke.

Die An­zahl ak­ti­ver und ge­sun­der Men­schen 50plus, die nicht mehr in den Ar­beits­markt in­te­griert sind, steigt in Deutsch­land kon­ti­nu­ier­lich“, heißt es auf der deut­schen Platt­form Gru­en­der50p­lus.de. Und das, „ob­wohl sie in ei­ner un­ter Fach­kräf­te­man­gel lei­den­den Wirt­schaft drin­gend ge­braucht wür­den. Denn vie­le die­ser Men­schen sind hoch­mo­ti­viert, gut aus­ge­bil­det und be­sit­zen spe­zi­fi­sche Er­fah­run­gen.“Des­halb un­ter­stützt das hin­ter der Platt­form ste­hen­de Be­ra­tungs­un­ter­neh­men seit 2012 Men­schen da­bei, sich selbst­stän­dig zu ma­chen.

Auch wenn sich die Ak­ti­vi­tä­ten von Gru­en­der50p­lus – die Platt­form ko­ope­riert u. a. mit Goog­le – bis­her nicht auf Ös­ter­reich er­stre­cken – all das dürf­te in Ös­ter­reich nicht an­ders sein. „De­mo­gra­fisch be­trach­tet wer­den wir ein­fach im­mer äl­ter“, meint Sa­bi­ne Skar­p­il-Zau­ner vom Grün­der­ser­vice. Laut Wirt­schafts­kam­mer hat sich die Zahl der

äl­te­ren Neu­grün­der zwi­schen 2000 und 2015 de fac­to ver­drei­facht. Rech­net man die Grün­der 50 plus da­zu, dann wa­ren zur Jahr­tau­send­wen­de 8,4 Pro­zent al­ler Neu­grün­der be­ruf­li­che Rou­ti­niers. Im Jahr 2015 wa­ren es be­reits knapp 15 Pro­zent.

Ist es als Grün­der im fort­ge­schrit­te­nen Al­ter schwie­ri­ger, ei­ne Fi­nan­zie­rung zu be­kom­men ?„ Nein “, meint Skar­p­il-Zau­ner. „Da wür­de ich bei­den Al­ters­grup­pen kei­nen Un­ter­schied se­hen. Es ist ge­ne­rell schwie­rig–egal ob wir von ei­nem Al­ter von 30, 40 oder 50 Jah­ren spre­chen. Uns ist es des­halb wich­tig, dass es öf­ter ge­lingt, Pri­vat­ka­pi­tal auch in Ri­si­ko­ka­pi­tal um­zu­wan­deln.“

1 HAN­DY = 10 TE­LE­FON­NUM­MERN.

Ge­nau da­si st Di­gi­talP­ri­va­cy­ge lun­gen. Die von ei­nem 50 plus- Tri­um­vi­rat ge­grün­de­te Fir­ma ist dies­be­züg­lich ei­nes der er­folg­reichs­ten Start- ups des Lan­des, wie Rai­ner Goeritz (54) aus­führt:„Wir­s­ind­in­so­fer­na­ty­pisch, als wir re­la­tiv viel Geld gleich zum Start brauch­ten. Un­ser Ziel ist es, die Art und Wei­se wie wir te­le­fo­nie­ren zu re­vo­lu­tio­nie­ren. Die Idee: Je­der Mensch hat heu­te meh­re­re EMail-Adres­sen – pri­vat, be­ruf­lich, fürs Da­ting. Die­se Pra­xis über­tra­gen wir auf die Te­le­fo­nie: Je­der hat ei­ne Haupt­num­mer, die er sein Le­ben lang mit­schleppt und die es des­halb zu­schüt­zen­gilt. Und­um­dieKon­trol­le­über­die­ei­ge­nenAn­ru­fe­zu­be­kom­men, ist es mit un­se­rer MyPIO App mög­lich, bis zu zehn zu­sätz­li­che pri­va­te Num­mern zu ver­wal­ten – oh­ne zu­sätz­li­ches Ge­rät. Da­für ha­ben wir aber die kom­plet­te In­fra­struk­tur ei­nes vir­tu­el­len Netz­be­trei­bers ein­zu­rich­ten. Stück­wei­se, das geht bei uns nicht. Da­für kön­nen wir gut ska­lie­ren. Bis­her ha­ben wir ei­ne Mil­li­on Eu­ro ein­ge­wor­ben. Ge­ra­de sind wir

da­bei, ei­ne wei­te­re Mil­li­on ein­zu­wer­ben.“

Sei­neMit­grün­der– Gio­van­niBin­do­ni, 60, und Micha­el Wal­ter, 56, – ver­fü­gen wie Goeritz über reich­lich Bran­chen­er­fah­rung und ha­ben selbst 250.000 Eu­ro in­ves­tiert. „Was wir­ma­chen, wä­reun­mög­lich­für­ei­ne jun­geT­rup­pe“, is­tGoeritz­über­zeugt. „Wir müs­sen mit den Big Play­ern der Te­le­kom­bran­che ver­han­deln. Dort wür­de man uns die­ses Ver­trau­en nicht ent­ge­gen­brin­gen, wür­den wir nicht Er­fah­rung mit­brin­gen.“Im Ju­li wird die MyPIO App in Ös­ter­reich und Deutsch­land soft ge­launcht. Im Herbst fol­gen En­g­land und Ita­li­en. Dann soll mit dem Part­ner Bri­tish Tele­com in ins­ge­samt 178 Län­dern ver­dient wer­den. „Je­der weiß, dass ein In­vest­ment in ein Start-up ein ge­wis­ses Ri­si­ko be­deu­tet. Das neh­men un­se­re durch­wegs seh­r­er­fah­re­nenIn­ves­to­ren­ger­ne­auf sich“, meint Goeritz, „weil sie da­mit rech­nen, ih­ren Ein­satz zu ver­viel­fa­chen.“

SELBST­BE­STIMMT LE­BEN IM AL­TER.

„Mei­ne­äl­te­reToch­ter­fragtschon­im­mer wie­der, war­um ich mir das noch an­tue“, ge­steht Ro­bert Hein­ze. Hein­ze ist 51, die Toch­ter 21 Jah­re alt. Dem Kli­schee fol­gend, wä­re

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.