Was das Herz krank macht

Auch die Wis­sen­schaft be­stä­tigt: Wer ei­nen un­ge­sun­den Le­bens­stil führt, ris­kiert Herz-Kreis­lauf-Er­kran­kun­gen. Durch Ver­mei­dung von Ni­ko­tin, Fett und Salz bei­spiels­wei­se, kann je­der selbst zur Vor­beu­gung bei­tra­gen.

KURIER_UNSER HERZ - - Inhalt - -MAG­DA­LE­NA MEER­GRAF

Zu viel Salz, Fett und Zu­cker schä­di­gen Herz und Ge­fä­ße

Das Herz ist der Mo­tor un­se­res Le­bens. Es pumpt das Blut durch die Adern und ver­sorgt so den Kör­per mit Sau­er­stoff und Nähr­stof­fen. Doch be­stimm­te Le­bens­um­stän­de kön­nen die­sen Vor­gang stö­ren: Kom­men zu ho­hen Blut­zu­cker- und Fett­wer­ten auch noch Rau­chen oder Über­ge­wicht hin­zu, ist ei­ne Er­kran­kung bei­na­he vor­pro­gram­miert.

VIE­LE AUS­LÖ­SER. Rau­chen ist nicht nur krebs­för­dernd, es ist au­ßer­dem pu­res Gift fürs Herz. Die Mi­schung aus Hun­der­ten un­ter­schied­li­chen Sub­stan­zen im Ta­bak­rauch hat

ei­ne mas­siv schä­di­gen­de Wir­kung im Kör­per – das ist schon lan­ge nach­ge­wie­sen. Ni­ko­tin bei­spiels­wei­se lässt das Herz schnel­ler schla­gen und er­höht den Sau­er­stoff­be­darf auf un­na­tür­li­che Wei­se. Der Ta­bak ver­stopft die Lun­gen­bläs­chen und lässt au­ßer­dem ge­fähr­li­che Abla­ge­run­gen in den Ar­te­ri­en zu­rück. Das Herz muss da­her ge­gen ei­nen er­höh­ten Wi­der­stand an­kämp­fen. Auch die In­nen­wän­de der Ge­fä­ße und die Herz mus­ku­la­tur wer­den be­schä­digt.Das kann bis zum Herz­in­farkt füh­ren und auch Schlag­an­fäl­le tre­ten un­ter Rau­chern häu­fi­ger auf. Laut Deut­scher Herz­stif­tung ver­kürzt je­de Zi­ga­ret­te das Le­ben um durch­schnitt­lich 25 bis 30 Mi­nu­ten. Hört man mit dem Rau­chen auf, nimmt das Ri­si­ko wie­der kon­ti­nu­ier­lich ab. Stu­di­en zu­fol­ge ver­rin­gert es sich be­reits nach fünf Jah­ren um 60 Pro­zent und nach 15 Jah­ren um bis zu 90 Pro­zent. Beim The­ma Al­ko­hol schei­den sich die Geis­ter. Denn wis­sen­schaft­li­che Stu­di­en ha­ben ge­zeigt, dass sich das Ge­nuss­mit­tel in ge­rin­gen Men­gen so­gar po­si­tiv auf den Kör­per aus­wir­ken kann. „Bei Män­nern kann mo­de­ra­ter Kon­sum von Wein tat­säch­lich pro­tek­tiv wir­ken. Bei Frau­en darf nicht ver­ges­sen wer­den, dass Al­ko­hol gleich­zei­tig auch zu er­höh­tem Brust­krebs­ri­si­ko füh­ren kann“, so Eva Schern­ham­mer, Pro­fes­so­rin am Zen­trum für Pu­b­lic He­alth der Me­dU­ni Wi­en. Bei Män­nern liegt die­se mo­de­ra­te Do­sis bei nicht mehr als ei­nem Vier­tel Wein pro Tag, für Frau­en bei­der Hälf­te. Gleich­zei­tig ist aber auch un­be­strit­ten: Je mehr man kon­su­miert, des­to hö­her ist die Wahr­schein­lich­keit, Krank­hei­ten zu be­kom­men. Bei­spiels­wei­se hat Al­ko­hol ei­ne blut­druck er­hö­hen­de Wir­kung. Ne­ben Be­we­gung liegt in ei­ner aus­ge­wo­ge­nen Er­näh­rung der Schlüs­sel zu ei­nem ge­sun­den Her­zK­reis­lauf-Sys­tem. Denn wer zu viel Fett kon­su­miert und sich nicht be­wegt, ris­kiert Über­ge­wicht. „Wenn man Über­ge­wicht hat, stei­gen meist auch die Ent­zün­dungs­pa­ra me­ter an. Ei­ne chro­ni­sche Ent­zün­dung imKörp er­trägt zu vie­len Krank­hei­ten bei und ist auch für das Herz nicht gut“, er­klärt Schern­ham­mer. Gleich­zei­tig ver­ur­sa­chen aus­ufern­de Blut­fett­wer­te ein ho­hes Ri­si­ko für Ar­te­rio­skle­ro­se. Die bö­sen Fet­te la­gern sich in den Ge­fä­ßen ab, ver­en­gen sie und ver­ur­sa­chen dann er­höh­ten Blut­druck. Beim Es­sen muss zwi­schen ge­sun­dem und un­ge­sun­dem Fett un­ter­schie­den wer­den. Letz­te­res steckt vor al­lem in Frit­tier­tem und in Fer­tig­ge­rich­ten. Als sehr vor­teil­haft hat sich die me­di­ter­ra­ne Kü­che er­wie­sen. Un­ge­sät­tig­te Fett­säu­ren, zum Bei­spiel aus Oli­ven­öl oder Avo­ca­dos, und vor al­lem die so­ge­nann­ten Ome­ga-3-Fett­säu­ren, die in Lachs oder Wal­nüs­sen ent­hal­ten sind, sen­ken­den Cho­le­ste­rin spie­gel und för­dern die Ge­sund­heit. Vie­le Men­schen neh­men mehr Salz zu sich, als es ih­rem Kör­per gut tut. Um Blut­hoch­druck zu ver­mei­den, soll­te die Koch­salz zu­fuhr laut Welt ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­onWHO fünf Gramm pro Tag nicht über­schrei­ten. Denn bei ei­nem ho­hen Kon­sum la­gert der Kör­per mehr Was­ser ein, um die Salz kon­zen­tra­ti­on zu ver­rin­gern. Das zu­sätz­li­che Was­ser er­höht den Druck in den Ge­fä­ßen. Auch über­mä­ßi­ger Kon­sum von Zu­cker scha­det dem Her­zen. Letzt­end­lich kann je­der Mensch durch ei­ne Än­de­rung sei­nes Le­bens­stils selbst zur Vor­beu­gung bei­tra­gen.

„Ei­ne chro­ni­sche Ent­zün­dung im Kör­per trägt zu vie­len Krank­hei­ten bei und ist auch für das Herz nicht gut.“Eva Schern­ham­mer, Zen­trumfür Pu­b­lic He­alth der Me­dU­ni Wi­en

Die letz­te Zi­ga­ret­te: Ein ef­fek­ti­ver Weg, Her­zK­reis­lauf-Er­kran­kun­gen vor­zu­beu­gen, ist, mit dem Rau­chen auf­zu­hö­ren

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