Wenn der Kör­per ein­fach ab­schal­tet

Schock­ge­ber. Oft sind die ers­ten Mi­nu­ten ent­schei­dend. Bei ei­nem Herz­still­stand steigt die Über­le­bens­chan­ce, wenn der Erst­hel­fer ei­nen De­fi­bril­la­tor ein­setzt.

KURIER_UNSER HERZ - - Inhalt - -MAG­DA­LE­NA MEER­GRAF

So hel­fen sie bei plötz­li­chem Herz­still­stand

Ein plötz­li­cher Herz­still­stand ist die häu­figs­te To­des­ur­sa­che in der west­li­chen Welt – in Ös­ter­reich ster­ben jähr­lich 12.000 Men­schen da­ran. Er pas­siert meist au­ßer­halb von Kran­ken­häu­sern: am Ar­beits­platz, auf der Stra­ße oder in den ei­ge­nen vier Wän­den. Wenn das Herz ver­sagt, kann die Zeit bis zum Ein­tref­fen pro­fes­sio­nel­ler Hil­fe zwi­schen Le­ben und Tod ent­schei­den. Mit je­der Mi­nu­te, mit der hier ein De­fi­bril­la­tor frü­her zum Ein­satz kommt, steigt die Über­le­bens­chan­ce ei­nes Be­trof­fe­nen um je­weils zehn Pro­zent. Das Ge­rät kann durch ge­ziel­te Strom­stö­ße Herz­rhyth­mus­stö­run­gen wie et­wa Vor­hof­flim­mern be­en­den. De­fis, wie man sie um­gangs­sprach­lich auch nennt, wer­den auf In­ten­siv­sta­tio­nen, in Ope­ra­ti­ons­sä­len, Not­fall­auf­nah­men so­wie in Ein­satz­fahr­zeu­gen der Ret­tung be­reit­ge­hal­ten. Doch auch für me­di­zi­ni­sche Lai­en wer­den sie an öf­fent­li­chen Plät­zen wie Flug­hä­fen und Bahn­hö­fen und an an­de­ren Or­ten wie Ho­tels oder Sport­stät­ten be­reit­ge­stellt. Da­bei han­delt es sich um so­ge­nann­te au­to­ma­ti­sier­te ex­ter­ne De­fi­bril­la­to­ren (AED). Ei­nen ge­nau­en Über­blick über de­ren Stand­or­te bie­tet die Home­page des De­fi­netz­werks Ös­ter­reich. Ziel ist es, ein flä­chen­de­cken­des Netz auf­zu­bau­en.

FÜR DEN NOT­FALL BE­REIT.

Man muss kein Sa­ni­tä­ter oder Arzt sein, um ei­nen De­fi­bril­la­tor rich­tig be­nut­zen zu kön­nen. Den­noch scheu­en vie­le vor die­ser Maß­nah­me zu­rück – aus Angst, et­was falsch zu ma­chen. Doch die­se Sor­ge sei un­be­grün­det, so Rot-Kreuz-Spre­cher Tho­mas Ma­recek. Denn der Ein­satz ei­nes au­to­ma­ti­sier­ten Lai­en-Ge­räts ist un­ge­fähr­lich. Man kann nichts falsch ma­chen, ver­si­chern Me­di­zi­ner. Gera­de beim De­fi­bril­la­tor ist die Be­die­nung re­la­tiv ein­fach: Nach­dem man das Ge­rät ein­ge­schal­tet hat, gibt es selbst ge­naue An­wei­sun­gen da­zu, was der Hel­fer ma­chen muss. Die Be­die­nung wird au­ßer­dem in den Ers­te-Hil­fe-Kur­sen des Ro­ten Kreu­zes ge­lehrt, hier kann man sein Wis­sen je­der­zeit auf­fri­schen. Zu­sätz­lich soll­te im Fal­le ei­nes Kreis­lauf-Still­stands ei­ne Herz­druck­mas­sa­ge und die Be­at­mung durch­ge­führt wer­den. So wird der De­fi­bril­la­tor an­ge­wen­det:

1. Ge­rät ein­schal­ten:

Wird der De­fi­bril­la­tor ein­ge­schal­tet, ist er in­ner­halb kür­zes­ter Zeit be­triebs­be­reit. Wäh­rend­des­sen soll­ten Wie­der­be­le­bungs­maß­nah­men wie Herz­druck­mas­sa­ge und Be­at­mung nicht un­ter­bro­chen wer­den. Das Ge­rät gibt ge­spro­che­ne oder vi­su­el­le An­wei­sun­gen zur wei­te­ren Vor­ge­hens­wei­se. Fol­gen Sie un­be­dingt den Sprach­an­wei­sun­gen!

2. Pads ent­neh­men:

Die selbst­kle­ben­den Elek­tro­den­pads aus der Ver­pa­ckung neh­men und auf dem ent­blöß­ten Brust­korb des Pa­ti­en­ten an­brin­gen. Im Ide­al­fall führt ein an­de­rer Erst­hel­fer die Herz­druck­mas­sa­ge fort. Die ge­nau­en Stel­len für die Pads ver­rät ei­ne Zeich­nung auf den Pads oder ein Bild auf dem AED. Sind die Pads rich­tig fi­xiert, ana­ly­siert das Ge­rät den Herz­rhyth­mus des Be­trof­fe­nen.

3. Aus­lö­se­knopf drü­cken:

Der De­fi­bril­la­tor stellt nun auf Ba­sis der Herz­rhyth­mus­ana­ly­se selbst­stän­dig fest, ob ein Elek­tro­im­puls not­wen­dig ist.

Das Ge­rät for­dert dann die Hel­fer auf, den Pa­ti­en­ten nicht mehr zu be­rüh­ren. Den Aus­lö­se­knopf drü­cken, um den elek­tri­schen Schock ab­zu­ge­ben.

4. Nicht auf­hö­ren:

Zwi­schen den Schocks sind die Wie­der­be­le­bungs­maß­nah­men un­be­dingt fort­zu­füh­ren. Nach je­weils zwei Mi­nu­ten Herz­druck­mas­sa­ge und Be­at­mung er­folgt ei­ne neue Ana­ly­se des Ge­räts und even­tu­ell ein wei­te­rer elek­tro­ni­scher Im­puls. Da­mit soll­te man nicht auf­hö­ren, bis die Ret­tungs­kräf­te ein­tref­fen.

Bei ge­sund­heit­li­chen Zwi­schen­fäl­len hilft ein De­fi­bril­la­tor – im Kran­ken­hausJar­gon ger­ne auch „De­fi“ge­nannt – bei der schnel­len Erst­ver­sor­gung

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