Al­les, was in Be­we­gung hält, tut auch dem Herz gut

War­um Gas­si ge­hen mit dem Hund das Herz fit hält.

KURIER_UNSER HERZ - - Bluthochdruck -

Die Welt ge­sund­heit s or­ga­ni­sa­ti­on WHO emp­fiehlt zu­min­dest zwei­ein­halb St­un­den kör­per­li­che Ak­ti­vi­tät pro Wo­che, auf drei bis sie­ben Tage ver­teilt. Aus­dau­er- und Kraft­trai­ning müs­sen sich nicht un­be­dingt in­gro­ßenJogg ing-Run­den oder im Fit­ness­cen­ter ab­spie­len. Sport kann krea­tiv in den All­tag in­te­griert wer­den: „An­stel­le des Au­tos oder der Bahn nimmt man zum Bei­spiel das Fahr­rad. Ei­ne un­kon­ven­tio­nel­le, aber durch­aus ef­fek­ti­ve Lö­sung ist, sich ei­nen gro­ßen Hund zu kau­fen, der ei­nen zwingt, Gas­si zu ge­hen“, rät Sport­me­di­zi­ner Jo­sef Nie­bau­er. Um spe­zi­ell die Herz­ge­sund­heit auf­recht zu er­hal­ten, emp­feh­len Ex­per­ten Aus­dau­er sport­ar­ten wie Nor­dic Wal­king, Lau­fen, Rad­fah­ren, Ru­dern, Schwim­men oder Ae­ro­bic. Läu­fe bis 30 Ki­lo­me­ter Län­ge sind ge­sund­heit­lich re­la­tiv un­be­denk­lich, gan­ze Ma­ra­thon­läu­fe soll­ten bei Herz­schwä­che al­ler­dings ver­mie­den wer­den. We­ni­ger ge­eig­net sind Sport­ar­ten wie Ten­nis oder Fuß­ball, die ei­nen ab­rup­ten Wech­sel von Spit­zen­be­las­tun­gen und Ru­he­pau­sen for­dern. „Der Richt­wert von zwei­ein­halb St­un­den Be­we­gung wö­chent­lich gilt für al­le Al­ters­grup­pen glei­cher­ma­ßen. Na­tür­lich wird man, wenn man nicht mehr so gut zu Fuß ist, aufs Sprin­ten ver­zich­ten und Rad­fah­ren oder Was­ser­gym­nas­tik be­trei­ben“, er­klärt Nie­bau­er. Für äl­te­re Men­schen emp­fiehlt er Sport­ar­ten, bei de­nen das ei­ge­ne Kör­per­ge­wicht nicht zur Gän­ze selbst ge­tra­gen wer­den muss. Ne­ben täg­li­chen Spa­zier­gän­gen bie­tet sich bei­spiels­wei­se Schwim­men oder zü­gi­ges Wal­ken an.

MUS­KELN ENT­LAS­TEN. Wur­de Kraft­trai­ning lan­ge Zeit als et­was für Bo­dy­buil­der mit Mus­kel­ber­gen an­ge­se­hen, sind sich For­scher heu­te si­cher, dass Mus­keln die ei­gent­li­che Qu­el­le kör­per­li­cher Ge­sund­heit dar­stel­len und hei­len­de Bo­ten­stof­fe aus­schüt­ten. Da­mit nicht ge­nug: „Wir brau­chen un­se­re Bauch- und Rü­cken­mus­ku­la­tur, um im All­tag be­ste­hen zu kön­nen, um un­se­re Ein­käu­fe zu er­le­di­gen und die Trep­pen auch noch im Al­ter zu meis­tern“, so Jo­sef Nie­bau­er. Je fit­ter die Mus­ku­la­tur, des­to we­ni­ger kommt man ins Keu­chen und Schwit­zen und des­to mehr ent­las­tet man das Herz. Be­son­ders nach By­pass-Ope­ra­tio­nen, bei Ve­nen­klap­pen­schwä­che oder Herz­in­suf­fi­zi­enz hilft ge­ziel­tes Kraft­trai­ning, die Blut­zir­ku­la­ti­on auf­recht­zu­er­hal­ten und da­bei den Kör­per nicht zu über­an­stren­gen. Ge­sund­heits­ori­en­tier­tes Kraft­trai­ning darf je­doch nicht täg­lich be­trie­ben wer­den: „Ein bis zwei Mal pro Wo­che reicht für die meis­ten Men­schen be­reits aus, in den Ru­he­pau­sen er­holt sich der Kör­per“, so Jörg Ka­scho­witz, Ge­schäfts­lei­ter von Kie­ser Trai­ning Salz­burg. Men­schen über 70 soll­ten die In­ten­si­tät der Übun­gen zu­rück­fah­ren: „Durch Ab­nüt­zungs­er­schei­nun­gen sind Ge­len­ke nicht mehr so stabil wie et­wa bei 20-Jäh­ri­gen, des­halb soll­te man we­ni­ger Ge­wich­te ver­wen­den und sich ge­ne­rell mehr Zeit las­sen“, weiß der Kraft­trai­ner.

SCHÄ­DEN KOM­PEN­SIE­REN. Sport und aus­rei­chend Be­we­gung hel­fen nicht nur un­se­rem Pum­por­gan zu­ver­läs­sig zu ar­bei­ten, son­dern kön­nen be­reits er­lit­te­ne Schä­den kom­pen­sie­ren. Nach ei­nem In­farkt oder bei ei­ner Herz­mus­kel­schwä­che kön­nen sich die Herz­kranz­ge­fä­ße und der Herz­mus­kel wie­der sta­bi­li­sie­ren, durch kör­per­li­ches Trai­ning wer­den ver­stopf­te Ge­fä­ße wei­ter und sta­bi­ler. Gera­de nach Ope­ra­tio­nen soll­te man zwar lang­sam be­gin­nen, sich aber kei­nes­falls scho­nen. Ver­kal­ken oder ver­en­gen die Ar­te­ri­en, die das Herz mit ge­nü­gend Sau­er­stoff ver­sor­gen, so för­dert Be­we­gung die „Um­lei­tung“über an­de­re Adern und ver­hin­dert die Ein­bahn­stra­ße In­farkt.

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