Neue The­ra­pie

ARNI. Das Me­di­ka­ment könn­te zu ei­nem Pa­ra­dig­men­wech­sel in der The­ra­pie von chro­ni­scher Herz­in­suf­fi­zi­enz füh­ren.

KURIER_UNSER HERZ - - Herzinfarkt -

Bei ei­ner Herz­schwä­che wird zu we­nig Blut in den Kreis­lauf ge­pumpt. „Zu­sätz­lich star­ten die Or­ga­ne Ge­gen­me­cha­nis­men. Die­se sind ei­gent­lich da­zu da, das Über­le­ben in ei­nem aku­ten Not­fall zu si­chern – bei­spiels­wei­se bei enor­mem Blut­ver­lust oder ei­nem Schock“, er­klärt Ded­do Mörtl. Wenn die­se Sys­te­me auf Dau­er hoch­ge­fah­ren wer­den, ist dies ex­trem un­güns­tig für ein oh­ne­hin schon schwa­ches Herz. Die­se Mecha­nis­men lau­fen auf hor­mo­nel­ler Ebe­ne ab und kön­nen durch Me­di­ka­men­te blo­ckiert wer­den. „Da­mit sich das Herz bes­ser er­ho­len und auch wie­der kräf­ti­ger pum­pen kann“, so der Ex­per­te. Bis­her wur­den so­ge­nann­te ACE-Hem­mer (Hem­mung des An­gio­ten­sin-kon­ver­tie­ren­den En­zyms) da­für ein­ge­setzt. Sie er­wei­tern die Ar­te­ri­en, sen­ken den Blut­druck und ver­bes­sern die Herz­mus­kel­funk­ti­on. Be­ta­blo­cker füh­ren zu­sätz­lich zu ei­ner ver­lang­sam­ten Herz­fre­quenz. Zu­sam­men mit so­ge­nann­ten MR-An­t­ago­nis­ten ver­bes­sern sie die Pro­gno­se. Da es bei ei­ner Herz­in­suf­fi­zi­enz zur Flüs­sig­keits­an­samm­lung in den Bei­nen, an den Knö­cheln und in schwe­re­ren Fäl­len auch im Bauch­be­reich kommt, wer­den auch ent­wäs­sern­de Me­di­ka­men­te (Di­ure­ti­ka) ein­ge­setzt. Ein ers­ter Ver­tre­ter ei­ner neu­en Wirk­stoff­klas­se – ein dua­ler Hemm­stoff von Ne­pri­ly­sin und An­gio­ten­sin – hat sich aber neu­er­dings als ein­deu­tig wirk­sa­mer er­wie­sen, als die bis­he­ri­ge Stan­dard­the­ra­pie mit dem ACE-Hem­mer. Das neue Me­di­ka­ment von der Sub­stanz­grup­pe ARNI (An­gio­ten­sin-Re­zep­torNe­pri­ly­sin-In­hi­bi­tor) könn­te zu ei­nem Pa­ra­dig­men­wech­sel in der The­ra­pie der chro­ni­schen Herz­in­suf­fi­zi­enz füh­ren, sind sich Ex­per­ten ei­nig. Die Wirk­sam­keit und Ver­träg­lich­keit wur­de in ei­ner mit über 8400 Pa­ti­en­ten sehr gro­ßen Stu­die nach­ge­wie­sen. Seit Jän­ner 2016 ist das Me­di­ka­ment er­hält­lich. „Erst­mals kön­nen mit ei­nem Me­di­ka­ment auch kör­per­ei­ge­ne po­si­ti­ve Mecha­nis­men un­ter­stützt wer­den, die das Fort­schrei­ten der Herz­in­suf­fi­zi­enz brem­sen kön­nen“, sagt Mörtl. Ei­ner­seits wer­den schä­di­gen­de Hor­mo­ne blo­ckiert. Zu­sätz­lich aber wird der Ab­bau von Neu­ro­hor­mo­nen, die ei­ne po­si­ti­ve Wir­kung ha­ben, ge­hemmt. In der Stu­die senk­te ARNI die kar­dio­vas­ku­lä­ren To­des­fäl­le um 20 Pro­zent, das Ri­si­ko für ei­nen Spi­tals­auf­ent­halt um 21 Pro­zent.

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