Herz­in­farkt er­ken­nen

Le­ben ret­ten. Wenn das Herz ei­nes Men­schen auf hört zu schla­gen, zählt je­de Se­kun­de. Wie im Ernst­fall zu han­deln ist und wel­che Not­fall­maß­nah­men Sinn ma­chen.

KURIER_UNSER HERZ - - Herzinfarkt - -THERESA GIRARDI

In ei­ner Mi­nu­te pumpt das mensch­li­che Herz et­wa fünf Li­ter Blut.Wird­derHerz­mus­kel nicht mit ge­nü­gend Sau­er­stoff ver­sorgt, be­ginnt das Mus­kel­ge­we­be ab­zu­ster­ben. Ganz plötz­lich tre­ten hef­ti­ge Schmer­zen im Brust- und Bauch­be­reich auf, die in an­de­re Kör­per­tei­le aus­strah­len. Be­trof­fe­ne kla­gen über Schmer­zen im lin­ken Arm, den Schul­tern, Hals, aber auch im Un­ter­kie­fer oder Rü­cken. Be­glei­tet wer­den die­se Sym­pto­me von kal­tem Schweiß, blas­ser bis grau­er Ge­sichts­far­be und Angst­ge­füh­len. „Die­se Sym­pto­me tre­ten nicht im­mer al­le auf. Frau­en, äl­te­re Men­schen und Dia­be­ti­ker er­le­ben ei­nen Herz­in­farkt oft ganz an­ders“, so Rot-Kreuz-Spre­cher Tho­mas Ma­recek. Je nach Grö­ße und La­ge des ver­stopf­ten Herz­kranz­ge­fä­ßes kann ein In­farkt ganz „stumm“und oh­ne we­sent­li­che Schmer­zen ab­lau­fen oder zum so­for­ti­gen Herz­tod füh­ren. Bei Frau­en fehlt oft das Leit­sym­ptom des Brust­schmer­zes, sie kla­gen über Übel­keit, Kurz­at­mig­keit und ein Druck­ge­fühl im Brust­korb.

ERS­TE HIL­FE. Sor­gen Sie für Ru­he, alar­mie­ren Sie den No­t­ruf 144 und la­gern Sie den Er­krank­ten mit er­höh­tem Ober­kör­per. Falls vor­han­den, las­sen Sie sich von an­de­ren Hel­fern ei­nen De­fi­bril­la­tor und Ver­bands­kas­ten ho­len. Öff­nen Sie be­en­gen­de Klei­dungs­stü­cke wie Kra­wat­te oder Gür­tel und sor­gen Sie für fri­sche Luft. Prü­fen Sie im­mer wie­der, ob der Pa­ti­ent noch bei Be­wusst­sein ist, at­met und sich be­wegt. Kommt es zu ei­nem Atem-Kreis­lauf-Still­stand, müs­sen le­bens­ret­ten­de So­fort­maß­nah­men, al­so Herz­druck­mas­sa­ge und Be­at­mung, an­ge­wen­det wer­den. Ha­ben Sie kei­ne Angst, Ers­te Hil­fe zu leis­ten: „Je­de Ver­zö­ge­rung ver­schlech­tert die Über­le­bens­chan­ce ra­pi­de, denn die Ge­hirn­zel­len be­gin­nen schon nach drei Mi­nu­ten ab­zu­ster­ben.“Schwe­re Schä­di­gun­gen des Ge­hirns sind die Fol­ge. „Im Not­fall kommt es dar­auf an, nicht nur die Ret­tung zu ver­stän­di­gen, son­dern selbst ak­tiv zu wer­den“, so Ma­recek.

HERZ­DRUCK­MAS­SA­GE. Ma­chen Sie den Brust­korb des Pa­ti­en­ten frei und be­gin­nen Sie mit durch­ge­streck­ten Ar­men und ei­ner Fre­quenz von 100 bis 120 Druck­stö­ßen in der Mi­nu­te die Herz­mas­sa­ge. Nach je 30 Druck­stö­ßen zie­hen Sie das Kinn des Be­trof­fe­nen hoch, drü­cken Sie die Na­sen­lö­cher zu und bla­sen Sie Ih­re Atem­luft in den Mund des Reg­lo­sen. Falls vor­han­den, fol­gen Sie den Be­schrei­bun­gen des De­fi­bril­la­tors und fah­ren Sie mit der Wie­der­be­le­bung fort, bis der Not­arzt ein­trifft.

Herz­mas­sa­ge: 100 bis 120 Druck­stö­ßen in der Mi­nu­te

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