Klei­ner Schnitt mit gro­ßer Wir­kung

Ope­ra­ti­ons­tech­nik. Mi­ni­mal-in­va­si­ve Ein­grif­fe ver­rin­gern die Be­las­tung und sind vor al­lem für Ri­si­ko­pa­ti­en­ten ei­ne Al­ter­na­ti­ve.

KURIER_UNSER HERZ - - Behandlung - -MAG­DA­LE­NA MEER­GRAF

Frü­her zog sich nach ei­ner Herz­klap­pen­re­kon­struk­ti­on ei­ne lan­ge Nar­be über den Ober­kör­per des Pa­ti­en­ten. Wer ein Im­plan­tat be­nö­tig­te, muss­te ei­ne Durch­tren­nung des Brust­bei­nes über sich er­ge­hen las­sen. Heu­te kön­nen vie­le der Be­trof­fe­nen mit ei­nem klei­nen Schnitt auf­wa­chen. Be­son­ders für äl­te­re Pa­ti­en­ten, für die ein er­höh­tes Ri­si­ko be­steht, stellt das mi­ni­mal-in­va­si­ve Ver­fah­ren ei­ne Al­ter­na­ti­ve zur her­kömm­li­chen Ope­ra­ti­on dar. Denn es be­deu­tet ei­ne we­sent­lich ge­rin­ge­re Be­las­tung, durch den klei­nen Schnitt auch we­ni­ger Schmer­zen, und vor al­lem ei­ne schnel­le­re Er­ho­lung. Die Mi­tral­klap­pe ist ei­ne Art Ven­til zwi­schen lin­ker Herz­kam­mer und lin­kem Vor­hof. Be­steht ei­ne Insuf­fi­zi­enz, wird es un­dicht. Bei der so­ge­nann­ten Mi­traC­lip-Me­tho­de wird über die Leis­te ein Ka­the­ter bis ins Herz ge­scho­ben. An des­sen Spit­ze be­fin­det sich ein Clip, mit dem die Klap­pen-Se­gel ver­bun­den und da­bei die un­dich­ten Stel­len ab­ge­deckt wer­den kön­nen. Sitzt er an der rich­ti­gen Stel­le, wird der Ka­the­ter ent­fernt und der Ein­griff ist be­en­det. Die­se Ope­ra­ti­on wur­de in Ös­ter­reich erst­mals 2009 im Kran­ken­haus der Eli­sa­be­thi­nen in Linz ein­ge­setzt.

NAHTLOSKLAPPEN.

Wenn ei­ne Re­pa­ra­tur der Herz­klap­pe nicht mög­lich ist, muss die­se oft ent­fernt und ei­ne Pro­the­se ein­ge­setzt wer­den. Am Kli­ni­kum Graz hat man da­für ei­ne neue Me­tho­de ent­wi­ckelt: Ot­to Da­p­unt, Lei­ter der Kli­ni­schen Ab­tei­lung für Herz­chir­ur­gie, ist ei­ner der ers­ten Chir­ur­gen, der sich in­ten­siv mit der spe­zi­el­len Tech­nik der Nahtlosklappen aus­ein­an­der­ge­setzt hat. Da­bei han­delt es sich um Aor­ten­klap­pen aus Herz­beu­tel­ge­we­be von Pfer­den oder Rin­dern, um­ge­ben von ei­nem Ge­rüst aus ei­ner Ni­ckel-Ti­tan-Le­gie­rung. Mit­tels mi­ni­mal-in­va­si­ver Herz­chir­ur­gie wird die neue Herz­klap­pe nur durch ei­nen we­ni­gen Zen­ti­me­ter kur­zen Schnitt an der rech­ten Sei­te der Brust ein­ge­setzt. Die­ser bio­lo­gi­sche Klap­pen­er­satz passt sich dem Kör­per an: Das ver­wen­de­te Ma­te­ri­al, in die­sem Fall Niti­nol, kann er­wärmt in die ge­wünsch­te Form ge­bracht wer­den. Da­mit sind zu­sätz­li­che Näh­te an der Herz­kam­mer nicht mehr not­wen­dig.

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