KA­PI­TEL 2: DAS BA­DE­ZIM­MER

KURIER_WOHNEN - - Editorial - -COR­DU­LA PUCH­WEIN

Well­ness­tem­pel statt Nass­zel­len – Trends im Bad

Wan­ne oder Du­sche? Für bei­de Frak­tio­nen gibt es pas­sen­de An­ge­bo­te

Je­der hat so sei­ne Vor­lie­ben. Der ei­ne ba­det lie­ber aus­gie­big, als sich nur husch, husch un­ter die Du­sche zu stel­len. An­de­ren graut vor dem Ge­dan­ken, sich im Was­ser zu suh­len. Wan­ne oder Du­sche? Das ist hier die Fra­ge. Die Her­stel­ler ha­ben für bei­de Frak­tio­nen fei­ne Ant­wor­ten.

» „Gut, dass ich ei­ne Ba­de­wan­ne ha­be, sonst kä­me ich über­haupt nicht mehr zum Le­sen!“, sagt mein Nach­bar. Der Mann ist frag­los höchst be­le­sen.Sein Wis­sen­eig­ne­ter­sich­mit Vor­lie­be, wie er selbst schmun­zelnd ge­steht, wäh­rend ei­nes woh­li­gen Voll­ba­des an. Da kann er rich­tig ent­span­nen, die Welt ver­ges­sen und in­mit­ten der plät­schern­den Wär­me in sei­ne Lek­tü­re ein­tau­chen. Das ele­gan­te Holz­bord über der Wan­ne trägt sei­ne Bü­cher­und Zei­tun­gen. Mit­un­terauch ein Glas bes­ten schot­ti­schen Whis­kys. Ba­den ist für mei­nen Nach­barn re­gel­recht ein Ri­tu­al, dem er »

we­nigs­tens zwei, drei Mal wö­chent­lich frönt. Ein Bad oh­ne Ba­de­wan­ne – un­vor­stell­bar. Man kann ihm die Mö­bel neh­men, aber nie­mals sei­ne Wan­ne, sagt er. Ganz klar: Der Mann ist ein ech­ter Ba­de­wan­nen-Typ.

NEU­ER LOOK. Im Ge­gen­satz zu je­nen Men­schen, de­nen es ver­däch­tig er­scheint, wenn man sich län­ger als ei­ne Vier­tel­stun­de im Was­ser suhlt. Egal ob zu Ent­span­nungs­zwe­cken oder für ei­ne kur­ze, er­fri­schen­de In­ter­ven­ti­on – zu du­schen ist auf je­den Fall bes­ser. Zum ei­nen, weil es we­ni­ger Was­ser und da­mit auch we­ni­ger Ener­gie für Warm­was­ser ver­braucht. Zum an­de­ren, weil es bes­ser für die Haut ist – so ar­gu­men­tiert die Dusch­frak­ti­on. Kurz­um: Die Feh­de „Wan­ne ge­gen Du­sche“lebt – sehr zur Freu­de der Her­stel­ler, die ste­tig mit In­no­va­tio­nen, sei es tech­ni­scher oder op­ti­scher Na­tur, um bei­de La­ger buh­len. Apro­pos Op­tik: Dies­be­züg­lich hat sich in Ba­de­zim­mern jüngst wahr­haft viel ge­tan. Bei­de, Du­sche und Wan­ne, ha­ben mäch­tig „auf­ge­rüs­tet“. So be­kennt die bis­lang oft in ste­ri­lem Weiß ge­hal­te­ne Wan­ne mitt­ler­wei­le Far­be, ja kommt neu­er­dings so­gar ge­mus­tert und ge­streift da­her. Bad­pro­fi Teu­co de­mons­triert das schön mit der Kol­lek­ti­on „Ac­ca­de­mia“. Mo­disch ge­spro­chen ist das die Hau­te Cou­ture un­ter den Ba­de­wan­nen. Der Bad-Pro­fi stellt da­mit un­ter Be­weis, dass man auch bei der Ba­de­wan­ne Fa­shion, De­sign, Ma­te­ri­al und Far­be schön ver­bin­den kann. Lo­gi­scher­wei­se er­öff­nen sich da­durch auch völ­lig neue Mög­lich­kei­ten der Gestal­tung. Das Wort Am­bi­en­te be­kommt an­ge­sichts der neu­en For­men­und Mus­ter­ei­nen­völ­lig neu­en Spi­rit. Bei­spiel: Die li­mi­tier­te Edi­ti­on „Ac­ca­de­mia Pop“prä­sen­tiert sich im far­ben­fro­hen Strei­fen­look (sie­he gro­ßes Bild auf Sei­te 134). Ei­ne wei­te­re Ver­si­on – „Ac­ca­de­mia Ges­sa­to“– er­in­nert mit wei­ßen Längs­strei­fen auf blau­em Hin­ter­grund an ele­gan­ten Na­del­streif. Wer wis­sen will, wie es sich an­fühlt, in so ei­ner Wan­ne zu lie­gen, bucht die Sui­te „Leo­nar­do“im „Town­hou­se Duo­mo by Se­ven Stars“– Lu­xus­ho­tel mit Blick auf den Mai­län­der Dom­platz.

Dass man Ba­de­wan­nen auch ganz an­ders, näm­lich stil­voll, schick, flott und gra­zil ge­stal­ten kann, hat das De­si­gner-Paar Lu­do­vica und Ro­ber­ta Pa­lom­ba schon vor Jah­ren er­kannt. Mit ih­rer „Pa­lom­ba Collec­tion“für Lau­fen ha­ben sie sei­ner­zeit das über Jahr­zehn­te recht fa­de und gleich­för­mi­ge Bad­de­sign prak­tisch auf­ge­bro­chen und ei­ne völ­lig neue Ära mit ih­rem neu­en De­sign ein­ge­läu­tet. Das er­in­nert an klei­ne Buch­ten oder Kie­sel, die vom ewi­gen Spiel des Mee­res ge­formt wur­den. „Als wir ein­mal auf Sar­di­ni­en nach ei­nem star­ken Re­gen­guss an ei­nem Nach­mit­tag am Strand spa­zie­ren gin­gen, sa­hen wir die un­re­gel­mä­ßi­gen Pfüt­zen, die der Re­gen un­mit­tel­bar an der Bran­dung ge­bil­det hat. So ha­ben wir das Su­jet ent­deckt, so ist die Ent­wurfs­idee für den ers­ten Wasch­tisch ent­stan­den. Und da ha­ben wir die­se Sym­bio­se zwi­schen der har­ten Geo­me­trie und der Na­tur ent­wi­ckelt, das ist die­ses Recht­eck, in das qua­si ei­ne na­tür­li­che Gru­beein­ge­las­se­nist, als­ob das Meer sie aus­ge­wa­schen hät­te“, er­klä­ren die Pa­lom­bas ihr Jahr­hun­dert­de­sign. Ne­ben Wasch­ti­schen, Wasch­scha­len, WCs, Bi­dets, hat das krea­ti­ve Duo kla­rer­wei­se auch Ba­de- und Du­schwan­nen im sel­ben Stil ge­schaf­fen. Al­le­samt sind heu­te Iko­nen un­ter den »

Ba­de­wan­nen, be­son­ders ex­tra­va­gant und ge­fragt ist nach wir vor das frei­ste­hen­de Mo­dell mit hoch­ge­zo­ge­nem Rü­cken­teil–einech­ter Eye­cat­cher­un­ter den Wan­nen.

EBEN­ER­DIG. So wie Wan­nen-Fans mit flot­ten De­signs um­garnt wer­den, um­wirbt man auch die Dusch-Lieb­ha­ber. In die­sem Be­reich ist die Viel­falt an De­signs und tech­ni­schen Well­nes­sSpie­le­rei­en eben­falls gren­zen­los. Was für die Du­sche spricht? Nun, ein waag­rech­ter Schritt ge­nügt, schon steht man mit­ten im Ver­gnü­gen. Klar, das ist vor al­lem für äl­te­re Ge­ne­ra­tio­nen ein The­ma. Aber sind wir ehr­lich: Auch­jun­ge Leu­te­freu­en­sich, wenn man ih­nen „Stol­per­stei­ne“aus dem Weg räumt. Die­se so­ge­nann­te Bar­rie­re­frei­heit ist al­so kei­ne „Son­der­lö­sung“mehr, son­dern längst Stan­dard in der mo­der­nen Wohn­raum­pla­nung und Bad­ge­stal­tung. Die bo­den­glei­che Du­sche ist al­so weit mehr als ein Ni­schen­pro­gramm oder ein rei­nes Trend­the­ma, son­dern ei­ne der sinn­volls­ten und form­schöns­ten In­no­va­tio­nen in Sa­chen Du­sche der letz­ten Jah­re – und zwar für al­le. Ab­ge­se­hen da­von macht so ei­ne bo­den­glei­che Du­sche auch op­tisch ganz schön was her. Das Bad wirkt au­to­ma­tisch groß­zü­gi­ger, weil die Bar­rie­re weg­fällt. Man fühlt sich auch nicht mehr so „ein­ge­schlos­sen“wie in der Zel­le – nicht um­sonst be­zeich­ne­te man die Du­sche frü­her auch oft als Nass­zel­le .Und­viel­leicht­das Bes­t­e­von al­lem: Die Sturz­ge­fahr ist durch den eben­er­di­gen Zu­gang weit­aus ge­rin­ger. Und­füral­le, die­ger­ne­put­zen: Nix da. Dank der email­lier­ten,fu­gen­lo­sen Dusch­flä­chen läuft das Was­ser sau­ber und in Win­des­ei­le ab. Die Rei­ni­gung ist da im Hand­um­dre­hen er­le­digt.

SAU­BE­RE LÖ­SUN­GEN. Apro­pos Ablauf. Für bo­den­glei­che Du­schen bie­ten sich gleich meh­re­re Ablauf­sys­te­me an. Ei­ne ele­gan­te und sehr äs­the­ti­sche Lö­sung ist der Wan­dab­lauf, der na­he­zu un­sicht­bar hin­ter ei­ner de­zen­ten Blen­de aus Stah­le­mail­le in der Wand un­ter­ge­bracht ist. Vor­teil: Da­durch, dass der Ablauf in die Wand in­te­griert ist, bleibt der Bo­den un­an­ge­tas­tet. Es

gibt al­so kei­ne Stol­per­kan­te und der Du­schen­de hat si­che­ren Stand­kom­fort. Ab­ge­se­hen da­von hat ein Wand­ab­fluss ei­ne ho­he Ablauf­leis­tung. Die Ent­wäs­se­rung er­folgt aus­ge­spro­chen zü­gig. Auch op­tisch ist der Wan­dab­lauf in­ter­es­sant, denn so kann der Bo­den­s­ein­un­un­ter­bro­che­nes Flie­sen­bild be­hal­ten, was aus­ge­spro­chen stil­voll wirkt und aus hy­gie­ni­scher Sicht be­grü­ßens­wert ist. Bei bo­den­ebe­nen Dusch­flä­chen gibt es auch den klas­si­schen,run­den Ablauf­de­ckel, der­eben­falls flä­chen­bün­dig ein­ge­las­sen ist. Das Was­ser fließt hier al­so über ein leich­tes Ge­fäl­le zum mit­ti­gen Ablauf. Sehr sty­lish ist die drit­te Va­ri­an­te – die Dusch­rin­ne. Ne­ben der Ablei­tung des Was­sers er­öff­nen sich mit ihr schö­ne gestal­te­ri­sche Mög­lich­kei­ten. Es gibt sie be­leuch­tet, in­di­vi­du­ell be­fliest oder klas­sisch mit Edel­stahl­steg. Egal für wel­che Va­ri­an­tem­an­sich­letzt lich­ent­schei­det, wich­tig ist in je­dem Fall, dass ein ab­so­lu­ter Fach­mann den Ein­bau be­werk­stel­ligt. Für ei­ne dau­er­haft rei­bungs­lo­se Funk­ti­on ist das es­sen­zi­ell. Wo­mit wir schluss­end­lich wie­der bei der Aus­gangs­fra­ge sind: Wan­ne oder Du­sche? Ih­re Wahl! Wir hof­fen aber, dass wir we­nigs­tens bei der Ent­schei­dungs­fin­dung be­hilf­lich sein konn­ten.

Heu­te schon ge­ba­det? Mit die­ser stil­vol­len, frei­ste­hen­den Ba­de­wan­ne aus der „Pa­lom­ba Collec­tion“von Lau­fen ist das kei­ne Fra­ge. Da ist je­der Tag ein „Ba­de­wan­nen-Tag“. Wer es pri­ckeln­der mag, ist mit die­ser recht­ecki­gen Whirl­wan­ne von Hoesch gut be­dient. Bit­te ein­stei­gen! Das spru­deln­de Ver­gnü­gen be­ginnt so­fort

Ei­ne Iko­ne ist die Wan­ne „Squa­ro Pres­ti­ge“von Vil­le­roy & Boch. Re.: „Sor­gen­te“von Teu­co kann auf tra­di­tio­nel­le Wei­se ver­wen­det wer­den oder wie ein Swim­ming­pool stets mit Was­ser ge­füllt sein. Un­ten re.: „Uni­que No.1“by Re­pa­bad wird dank des ru­hi­gen, aber kraft­vol­len Form­cha­rak­ters zum äs­the­ti­schen Zen­trum im Bad

Dank Form und Ma­te­ri­al, wie hier grau­er St­ein, wirkt „I Bor­di“von Teu­co zu­tiefst ar­cha­isch

Die „Dusch­box Light“von Teu­co (links im Bild), ge­stal­tet nach dem De­sign von Fa­bio Len­ci, ist die ers­te Dusch­box, die auf den Zen­ti­me­ter ge­nau per­so­na­li­sier­bar ist – in­di­vi­du­ell an­pass­ba­res So­und­sys­tem in­klu­si­ve. Wie himm­lisch es sich an­fühlt, un­ter der Du­sche zu ste­hen, de­mons­triert die Re­gen­brau­se „Cie­la“von Hoesch

Ei­nes der ge­ni­als­ten Well­ness­tools am Markt ist die Whirl­wan­ne „Wa­ter Lounge“mit Edel­stahl­bo­den von Hoesch. Bad­kom­fort be­ginnt aber schon bei sim­plen Din­gen, wie bo­den­ebe­nen Du­schwan­nen. Die­se heißt „Sco­na“und ist von Kal­de­wei. Gro­ßes Dusch­ver­gnü­gen ver­spricht Gro­he mit der Dusch­brau­se „Rain­show­er Jum­bo“

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