DAS SPIEL MIT LICHT UND SCHAT­TEN

KURIER_WOHNEN - - Inhalt -

Wie Leuch­ten die Ein­rich­tung un­ter­strei­chen kön­nen

In den ver­gan­ge­nen 15 Jah­ren hat Licht­de­sign beim Woh­nen ei­ne ganz neue Be­deu­tung be­kom­men, denn künst­li­ches Licht trägt maß­geb­lich zum Wohl­fühl­fak­tor bei.

» „Ein Raum lebt von Licht und Schat­ten, vom Spiel­z­wi­schen Hel­lund Dun­kel. Wenn man das rich­tig ein­setzt, kann auch ein ganz schlichter Raum per­fekt in Sze­ne ge­setzt wer­den“, er­klärt Licht­de­si­gner Franz Ainz von „Licht­wert“die Be­deu­tung von künst­li­cher Be­leuch­tung. Sein Be­ruf ist es, Woh­nun­gen und Häu­ser per­fekt aus­zu­leuch­ten, den Bau­her­ren fehlt da­für oft das not­wen­di­ge Know­how. Wer At­mo­sphä­re schaf­fen will, muss sich mit Tech­nik, Leuch­ten und Ar­chi­tek­tur aus­ken­nen. „Mit Licht kann Schö­nes be­tont wer­den und we­ni­ger At­trak­ti­ves in den »

Hin­ter­grund ge­setzt wer­den“, so Ainz. Als Licht­de­si­gner er­stellt er Be­leuch­tungs­kon­zep­te nach den Wün­schen der Bau­her­ren und nach den bau­li­chen Ge­ge­ben­hei­ten. Die Bran­che boomt. Bei vie­len mo­der­nen Bau­ten ist ein Licht­kon­zept be­reits fix in der Pla­nung in­te­griert.

TRICK­SEN. Woh­nen und Wohl­füh­len ge­hö­ren fest zu­sam­men. „Zir­ka 30 Pro­zent des Wohl­fühl­fak­tors wird von Licht be­stimmt“, weiß Ainz. Ge­müt­lich wird es erst durch ein aus­ge­wo­ge­nes Ver­hält­nis zwi­schen kon­tras­t­ar­mer und kon­trast­rei­cher Be­leuch­tung. Und das ge­lingt am bes­ten durch ei­ne Mi­schung aus drei ver­schie­de­nen Licht­quel­len: Hin­ter­grund­be­leuch­tung, Ak­zent­licht und Ar­beits­be­leuch­tung. In­di­rek­tes Licht schafft ei­ne wei­che und un­auf­dring­li­che Be­leuch­tung, da es kaum Schat­ten wirft und sich gleich­mä­ßig ver­teilt. Al­ler­dings er­mü­den die Au­gen schnel­ler als bei kon­trast­rei­cher Be­leuch­tung. Des­halb soll­ten un­be­dingt Zo­nen ein­ge­rich­tet wer­den, in de­nen ei­ne punk­tu­el­le Be­leuch­tung, be­zie­hungs­wei­se hel­les Ar­beits­licht herrscht. „Wenn Räu­me aus ei­ner Mi­schung die­ser Licht­ty­pen er­leuch­tet wer­den, wir­ken sie am schöns­ten“, weiß der Ex­per­te. Wer den ge­sam­ten Raum er­leuch­ten möch­te, wählt man am bes­ten ei­ne De­cken­leuch­te, an der Wand mon­tier­te Strah­ler oder ei­nen De­cken­flu­ter. Idea­ler­wei­se soll­ten die­se Leuch­ten ei­nen Dim­mer ha­ben, da­mit man ganz ein­fach die Hel­lig­keit re­gu­lie­ren kann. „Es geht ja bei der künst­li­chen Be­leuch­tung dar­um, auch in der Däm­me­rung und am Abend Stim­mung zu er­zeu­gen“, so Ainz.

AK­ZENT­LICHT. Ein aus­schließ­lich weich aus­ge­leuch­te­tes Zim­mer »

wirkt schnell lang­wei­lig und ein­di­men­sio­nal. Erst durch hel­le­re und dunk­ler Ef­fek­te ent­ste­hen Tie­fe und At­mo­sphä­re. Auch hier sorgt ei­ne punk­tu­el­le Be­leuch­tung für Ab­wechs­lung, da mit ihr Ein­zel­stü­cke oder ar­chi­tek­to­ni­sche Be­son­der­hei­ten des Rau­mes ins Ram­pen­licht ge­stellt wer­den. Ei­ne Al­ter­na­ti­ve zu ein­fa­chen Strah­lerns­ind­de­ko­ra­ti­ve­Leuch­ten.So kann man mit Licht, Schat­ten und un­ter­schied­li­chen In­ten­si­tä­ten der Be­leuch­tung spie­len. Grund­sätz­lich muss man sich nur ent­schei­den, ob die Licht­quel­le sicht­bar sein soll oder nicht. Schö­ne De­si­gner­lam­pen­wir­ken schon für sich selbst und sie wol­len und sie soll­ten auch ge­se­hen wer­den. Nicht we­ni­ger be­deu­tend ist die Ar­beits­be­leuch­tung. Die ziel­ge­naue Be­leuch­tung sorgt da­für, dass ei­nem dort das rich­ti­ge Licht an­geht, wo man ar­bei­tet – et­wa am Schreib­tisch, aber auch beim Le­sen auf der Couch oder beim Ar­bei­ten in der Kü­che. Steh­leuch­ten und Strah­ler lie­fern die pas­sen­de Leucht­kraft. Wer ei­nen Licht­de­si­gner mit der Aus­leuch­tung sei­ner ei­ge­nen vier Wän­de be­auf­tra­gen möch­te, muss mit 200 bis 500 Eu­ro für ei­ne mit­tel­gro­ße Woh­nung rech­nen. Der idea­le Zeit­punkt, ihn in das Pro­jekt mit­ein­zu­be­zie­hen, ist vor In­stal­la­ti­ons­be­ginn, al­ler­dings soll­te die Ein­rich­tung schon fest­ste­hen. „Zu die­sem Zeit­punkt kön­nen noch Lei­tun­gen ver­legt und ex­tra Schal­ter ein­ge­plant wer­den“, so Ainz. Vie­le sei­ner Kun­den kön­nen sich gar nicht vor­stel­len, was ei­ne ge­lun­ge­ne Licht­in­stal­la­ti­on be­wir­ken kann. „Aber wirk­lich al­le sind dann vom Ef­fekt be­geis­tert.“-DO­RO­THE RAI­NER

Oben: Hän­gelam­pe „Pa­te­ra Fa­mi­ly“von Lou­is Poul­sen. Un­ten: Licht­de­si­gner Franz Ainz Bei­spiel von „Licht­wert“: Ver­schie­de­ne Licht­quel­len er­zeu­gen ein an­ge­neh­mes Raum­ge­fühl

Licht­kom­po­si­ti­on zwi­schen na­tür­li­chem und künst­li­chem Licht: Dach­ge­schoss­woh­nung in Wi­en 6

Oben: Pen­del­leuch­te „Told­bod“von Lou­is Poul­sen. Un­ten links: Licht­quel­le als Kun­st­ob­jekt – „Mi­ckey’s Ma­ni­fes­to“von In­go Mau­rer. Un­ten rechts: Steh­leuch­te „Ma­xi­mi­li­an“von To­bi­as Grau

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.