Das Ört­chen, von dem nie­mand spricht

KURIER_WOHNEN - - Geschichte Des Bads -

Man­che Din­ge sind so in­tim, dass sie un­gern di­rekt aus­ge­spro­chen wer­den, statt­des­sen wer­den Um­schrei­bun­gen er­fun­den. Die Krux: Wer­den die­se in den All­tag über­nom­men , ver­lie­ren sie nach und nach ih­re ur­sprüng­li­che Be­deu­tung oh­ne­hin. Mit dem Wort „Toi­let­te“ver­bin­det man heu­te ganz un­ge­niert die Schüs­sel selbst, doch der Ur­sprung ist ein an­de­rer. Mit „toi­le“bzw. „toi­let­te“war im Frank­reich des 18. Jahr­hun­derts das Kos­me­tik­tuch ge­meint, der Be­griff über­trug sich dann auf das Schmin­ken, Fri­sie­ren und An­klei­den. Der Akt des Klo­gangs wur­de dar­in in­te­griert und die Be­deu­tung ging schluss­end­lich auf das WC über. „Lo­kus“und „La­tri­ne“ha­ben bei­de ei­nen la­tei­ni­schen Ur­sprung: „lo­cus ne­ces­si­ta­tis“(Ort der Not­durft) und „la­va­re“(sich ba­den/wa­schen) ab. Auch als das Klo um 1775 durch ei­ne pa­ten­tier­te Was­ser­spü­lung auf­ge­wer­tet wur­de, wa­ren die sprach­li­chen Hem­mun­gen im­mer noch da: Das Wort „WC“bzw. „Was­ser­klo­sett“ist aus dem Eng­li­schen über­nom­men: „Clo­set“be­deu­tet hier „klei­nes Zim­mer“bzw. „ge­schlos­se­ner Raum“. Was­ser­klo­sett be­zeich­ne­te ur­sprüng­lich den Ort, wo kö­nig­li­che Ein­läu­fe ver­ab­reicht wur­den.

Die Toi­let­te – ei­ne Ge­schich­te in va­gen Wor­ten

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