HIL­FE IN AL­LEN BE­LAN­GEN

KURIER_WOHNEN - - Interview -

Die Her­stel­ler von Elek­tro­ge­rä­ten brin­gen die Zu­kunft in un­ser Zuhause

Ei­ne Woh­nung oh­ne Kü­che? Für die meis­ten ei­ne ab­sur­de Vor­stel­lung. Doch das än­dert sich. Tat­säch­lich gibt es zwei Ten­den­zen: Ent­we­der es dreht sich um die Kü­che als Zen­trum der Woh­nung oder die Kü­che als funk­tio­na­le Werk­stät­te rückt de­zent in den Hin­ter­grund. Die fest in­te­grier­te Kü­chen­zei­le weicht Flex­wa­re-Lö­sun­gen, al­so fle­xi­blen Gestal­tungs­ele­men­ten. Die ei­ne Kü­che fürs Le­ben gibt es nicht mehr. Ei­ne gro­ße Rol­le spie­len da­bei um­welt­be­wuss­te Ma­te­ria­li­en und Re­cy­cling­fä­hig­keit. Der ita­lie­ni­sche Kü­chen­her­stel­ler „Val Cu­ci­ne“ist mit sei­nen 100-Pro­zent-re­cy­cle­ba­ren Kü­chen Vor­rei­ter. In­ter­es­san­ter wer­den auch Lö­sun­gen, die sich auf mo­der­ne Er­näh­rungs­kon­zep­te ein­stel­len. Phil­ipps hat mit sei­ner Mi­cro­bi­al-Ho­meStu­die ei­ne (noch) fik­ti­ve Kü­che ge­schaf­fen, die sich wohl fast je­der in die Woh­nung stel­len wür­de. Ihr Schwer­punkt liegt auf all­tags­in­te­grier­ter Nach­hal­tig­keit. Gleich­zei­tig war­tet sie mit mas­sen­kom­pa­ti­blem De­sign auf. Sie funk­tio­niert wie ei­ne klei­ne Fa­b­rik: Aus Bio-Ab­fäl­len macht sie Methan­gas, das als Ener­gie­quel­le dient. Sie hält Ge­mü­se dank ei­nes Ver­duns­tungs­küh­lers über dem Ess­tisch frisch. Das Un­glaub­lichs­te: Die Kü­che wan­delt mit­hil­fe von Pilz­kul­tu­ren Plas­tik­müll in Spei­se­pilz um. Ei­ne neue Form hat auch das Wie­ner De­si­gner-Duo Ch­ma­ra.ro­sin­ke mit

Wäh­rend sich De­si­gner Ge­dan­ken dar­über ma­chen, wie die Kü­che der Zu­kunft aus­se­hen könn­te, brin­gen die Her­stel­ler von Elek­tor­ge­rä­ten be­reits ein fu­tu­ris­ti­sches Fee­ling in un­ser Zuhause.

ih­rer „mo­bi­len Gast­freund­schaft“ent­wor­fen. Das mit dem De­sign Award der Neu­en Wie­ner Werk­stät­te aus­ge­zeich­ne­te Pro­jekt be­steht im Sin­ne des Do-it-yours­elf-Ge­dan­kens aus­schließ­lich aus Ele­men­ten, die man in je­dem Bau­markt kau­fen kann. Das Prin­zip der Kü­che auf Rä­dern: Gue­ril­la-Ko­chen. Al­so an öf­fent­li­chen Plät­zen vor­bei­kom­men­de Pas­san­ten be­ko­chen und sich so ur­ba­nen Raum an­eig­nen.

VER­EIN­FA­CHUNG DURCH TECH­NIK.

Auf der IFA-Mes­se für Un­ter­hal­tungs­elek­tro­nik in Ber­lin sind Haus­halts­ge­rä­te mitt­ler­wei­le ei­ne der größ­ten Pro­dukt­grup­pen – da­bei sind die­se über­haupt erst seit acht Jah­ren Teil der Mes­se. „Ei­ner der Haupt­trends“, sagt Timm Lut­ter vom IT-Bran­chen­ver­band Bit­kom, „ist, dass Haus­halts­ge­rä­te nicht nur mit dem Nut­zer, son­dern auch mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren.“Doch was bringt es, wenn der Herd mit dem Kühl­schrank spricht? Tech­no­lo­gi­scher Fort­schritt al­lein ist kein Selbst­zweck. „Nicht al­les, was tech­no­lo­gisch mög­lich ist, muss im All­tag nütz­lich sein“, un­ter­streicht auch Stef­fen Na­gel, Ge­schäfts­füh­rer der Lieb­herr-Haus­halts­ge­rä­te. Der Be­griff Smart be­deu­tet heu­te schlicht „mehr Tech­nik“. Doch ge­wis­se Tä­tig­kei­ten wol­len wir selbst er­le­di­gen und nicht von Ma­schi­nen er­le­di­gen las­sen. Sonst füh­len wir uns »

als Gast in der ei­ge­nen Woh­nung. Nur ler­nen­de Sys­te­me wer­den sich al­so auf Dau­er durch­set­zen. Es geht um die ho­he Kunst der Ver­ein­fa­chung durch Tech­nik. Die Her­stel­ler re­agie­ren: Ne­ben Kühl­schrän­ken, die statt des brum­men­den Kom­pres­sors jetzt ei­ne lei­se und spar­sa­me Wär­me­pum­pe ver­wen­den, gibt es Mo­del­le, die mit tech­ni­schen In­no­va­tio­nen punk­ten. So pro­du­ziert Samsung den Kühl­schrank „Fa­mi­ly Hub“, der ab Ok­to­ber er­hält­lich sein wird. Er ver­fügt über ei­nen Touch­screen, auf dem sich die Haus­be­woh­ner aus­tau­schen kön­nen. Ein wei­te­res Fea­tu­re: Ka­me­ras fo­to­gra­fie­ren auf Wunsch den In­halt und sen­den das Bild ans Smart­pho­ne. So sieht man un­ter­wegs, ob al­le Zu­ta­ten für das Abend­es­sen vor­han­den sind. Der Her­stel­ler LG kon­tert mit ei­nem Kühl­schrank der „Si­gna­tu­re“Se­rie. Das Ge­rät setzt auf Ges­ten­steue­rung. Ein zwei­ma­li­ges Klop­fen lässt die Kühl­schrank­wand trans­pa­rent wer­den und man sieht den In­halt, oh­ne ex­tra auf­ma­chen zu müs­sen.

NACHFÜLLEN AUF KNOPF­DRUCK. Die Au­to­ma­ti­sie­rung der Ein­käu­fe wird der nächs­te Schritt zum smar­ten Zuhause sein. Der Ge­schirr­spü­ler zählt mit, wie vie­le Tabs ver­braucht wur­den. Sind zu we­ni­ge da, wird au­to­ma­tisch bei Ama­zon nach­be­stellt. Al­ler­dings wird der „Ama­zon Dash Re­p­le­nish­ment Ser­vice“der­zeit nur von we­ni­gen Ge­rä­ten un­ter­stützt. Doch das wird sich bald än­dern: Mit Bosch, Samsung und Grun­dig hat Ama­zon be­reits gro­ße Her­stel­ler an Bord, die den Ser­vice ver­wen­den wol­len. -FE­LIX DIEWALD

Die „mo­bi­le Gast­freund­schaft“ist ei­ne Mi­schung aus künst­le­ri­schem Aspekt und Ge­sell­schafts­ana­ly­se

Fotos oben: Die Mi­cro­bi­al-Ho­me-Stu­die von Phil­ipps soll wie ein ge­schlos­se­ner Kreis­lauf funk­tio­nie­ren – High­tech wird es mög­lich ma­chen Un­ten: Er nimmt ei­nem die Ar­beit ab – das Back­rohr „Sen­se­cook“von AEG be­rech­net die Gar­zeit al­ler Ge­rich­te sel­ber

Foto oben: Das „In­duc­tion Air“-Sys­tem von Sie­mens ver­bin­det Koch­feld und Dun­st­ab­zug. Mit­te: Im Kühl­schrank „Fa­mi­ly Hub“von Samsung be­fin­den sich Ka­me­ras, die bei je­dem Schlie­ßen der Tü­ren Fotos des In­halts ma­chen – für den per­fek­ten Über­blick

Der Ama­zon Dash But­ton wird an den Ge­schirr­spü­ler ge­klebt. Ein­mal drü­cken und neue Tabs wer­den be­stellt

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