Aus­zeich­nun­gen, News, Zu­kunft bunt, Ter­mi­ne

ProZukunft - - Inhalt -

KÖP­FE

Pe­te Bethu­ne

Der Neu­see­län­der Pe­te Bethu­ne ist, was man wohl ei­nen Aben­teu­rer nennt. Er stu­dier­te In­ge­nieurs­wis­sen­schaft und ar­bei­te­te auf ei­ner Bohr­in­sel, ver­dien­te viel Geld, aber lang­weil­te sich. Al­so bau­te er ein Speed Boat mit Bi­odie­sel­an­trieb und stell­te da­mit 2008 den Re­kord für die schnells­te Welt­um­run­dung im Mo­tor­boot auf. Da­nach reis­te er Jah­re mit sei­nem Schiff um die Welt und sah da­bei, wie il­le­ga­le Fi­scher und Wil­de­rer die Mee­re und ih­re Be­woh­ner van­da­li­sie­ren, al­so heu­er­te er bei der ra­di­ka­len Us-tier­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on „Sea She­pherd“an: er blo­ckier­te Wal­fang­schif­fe in der Ant­ark­tis, be­schoss Fi­scher mit But­ter­säu­re, wur­de be­schos­sen, von ei­nem ja­pa­ni­schen Kriegs­schiff ge­rammt, en­ter­te es und lan­de­te in ei­nem ja­pa­ni­schen Hoch­si­cher­heits­ge­fäng­nis. Hier kam ihm die Idee, ei­ne Ein­greif­trup­pe aus ehe­ma­li­gen Kom­man­do­sol­da­ten zu grün­den. Kaum ent­las­sen, setz­te er die Idee in die Tat um. Seit­her ja­gen sei­ne „Ope­ra­ti­ves“Um­welt­ver­bre­cher und un­ter­stüt­zen Län­der, die ih­rer mit ei­ge­nen Mit­teln nicht Herr wer­den. Jetzt ist er 50 und kein biss­chen mü­de. Nach­rich­ten über ihn und sei­ne Ak­ti­vi­tä­ten fin­det man auf www.face­book.com/the­ope­ra­ti­ve­stv oder www.ear­thrace­con­ser­va­ti­on.org.

AUS­GE­ZEICH­NET

Nu­cle­ar Free Fu­ture Award

Die 71-jäh­ri­ge Zürcher Wis­sens­künst­le­rin Cor­ne­lia Hes­se-ho­negger er­hält den «Nu­cle­ar Free Fu­ture Award» in der Ka­te­go­rie Auf­klä­rung. Welt­weit be­kannt wur­de sie En­de der 1980er-jah­re mit ih­ren Il­lus­tra­tio­nen von ver­stüm­mel­ten In­sek­ten, die sie in der Um­ge­bung von Atom­kraft­wer­ken fand. An­ge­fan­gen hat­te sie als wis­sen­schaft­li­che Zeich­ne­rin an der Uni­ver­si­tät Zü­rich, wo sie be­reits 1967 Mu­ta­tio­nen an Frucht- und Stu­ben­flie­gen do­ku­men­tier­te, die im La­bor ver­gif­tet be­zie­hungs­wei­se be­strahlt wur­den. Nach der Re­ak­tor­ka­ta­stro­phe von Tscher­no­byl zeich­ne­te Hes­se-ho­negger de­for­mier­te Blatt­wan­zen in Re­gio­nen von Schwe­den, die von der ra­dio­ak­ti­ven Wol­ke aus Tscher­no­byl kon­ta­mi­niert wor­den wa­ren. Der ei­gent­li­che Skan­dal war aber, dass die Künst­ler-for­sche­rin ge­schä­dig­te In­sek­ten auch in der Um­ge­bung von “nor­mal” funk­tio­nie­ren­den, gut ge­war­te­ten Schwei­zer Atom­kraft­wer­ken fand, wo die gül­ti­gen Grenz­wer­te nicht über­schrit­ten wur­den. Weil ih­re Vor­ge­setz­ten ih­re Er­kennt­nis­se nicht wahr­neh­men und wei­ter­füh­ren woll­ten, be­such­te sie welt­weit Atom­an­la­gen und Ka­ta­stro­phen­or­te und do­ku­men­tier­te ih­re Fun­de in wis­sen­schaft­li­chen Zeich­nun­gen. Der Nu­cle­ar Free Fu­ture Award wird am 28. Ok­to­ber 2015 im Us-se­nat in Wa­shing­ton über­reicht.

Rein­hard-mohn-preis 2015

Die Ber­tels­mann-stif­tung ver­gibt all­jähr­lich ei­nen mit € 200.000 do­tier­ten Preis an her­aus­ra­gen­de Per­sön­lich­kei­ten, die durch ihr Wir­ken zu Ge­mein­wohl, Teil­ha­be und nach­hal­ti­gem ge­sell­schaft­li­chen Fort­schritt bei­ge­tra­gen ha­ben. Der Preis 2015 ging an die ehe­ma­li­ge Prä­si­den­tin des Deut­schen Bun­des­tags, Ri­ta Süss­muth, für ihr En­ga­ge­ment als Brü­cken­baue­rin zwi­schen po­li­ti­schen La­gern, zwi­schen Po­li­tik, Wirt­schaft und Zi­vil­ge­sell­schaft und zwi­schen Re­li­gio­nen ins­be­son­de­re in Hin­blick auf die Mi­gra­ti­on.

Da­zu ist das Buch „Mi­gra­ti­on ge­recht ge­stal­ten“er­schie­nen.

GOOD NEWS

Grü­ne En­zy­kli­ka

Aus Rom gibt es po­si­ti­ve Nach­rich­ten. Papst Fran­zis­kus hat in sei­ner En­zy­kli­ka „Lau­da­to si“mit dem Un­ter­ti­tel „Über die Sor­ge für das ge­mein­sa­me Haus“so deut­lich wie noch nie zu öko­lo­gi­schen Fra­gen Stel­lung be­zo­gen. Mit den herr­schen­den Ma­xi­men ei­nes rein tech­no­lo­gi­schen Fort­schritts­glau­bens, ge­paart mit ei­nem rein auf Ge­winn aus­ge­leg­ten Wirt­schafts­sys­tem und Moral­vor­stel­lun­gen, wo­nach sich je­der selbst der Nächs­te ist, fah­re die Mensch­heit die Welt und sich selbst an die Wand, so zu­sam­men­fas­send die War­nung des Paps­tes. Er ruft die Welt­ge­mein­schaft zu ei­nem fun­da­men­ta­len Um­den­ken und je­den Ein­zel­nen zu ei­nem um­welt­be­wuss­ten und nach­hal­ti­gen Le­bens­stil auf. Wü­ten­de Re­ak­tio­nen vor al­lem der ame­ri­ka­ni­schen Re­pu­bli­ka­ner blie­ben nicht aus, welt­weit wur­de die En­zy­kli­ka aber über­wie­gend be­grüßt. www.ka­th­press.at/lau­da­to­si

USA und Chi­na als Kli­ma­ret­ter? Ein gu­tes Jahr vor dem En­de sei­ner Amts­zeit hat Prä­si­dent Oba­ma im Ju­li 2015 ei­nen Cle­an Po­wer Plan er­las­sen, der den Ener­gie­ver­sor­gern ei­ne Ver­rin­ge­rung des Co2-aus­sto­ßes bis 2030 um 32 Pro­zent vor­schreibt, sich da­mit vor al­lem ge­gen die höchst kli­ma­schäd­li­chen Koh­le­kraft­wer­ke rich­tet und den mas­si­ven Aus­bau re­ge­ne­ra­ti­ver Ener­gi­en vor­sieht. An­ge­sichts des mas­si­ven Wi­der­stands der Be­trof­fe­nen wird man se­hen, was da­von um­ge­setzt wer­den kann. Schon im No­vem­ber hat­te der chi­ne­si­sche Staats­chef Xi Jin­ping bei ei­ner ge­mein­sa­men Pres­se­kon­fe­renz mit Oba­ma in Pe­king ver­kün­det, dass Chi­na mas­siv in mo­der­ne­re Kraft­wer­ke und Wind- und So­lar­parks in­ves­tie­ren und da­mit ab 2030 der Co2-aus­stoß des Lan­des sin­ken wer­de. www.zeit.de/wirt­schaft/2014-11/kli­ma­schutz-usa-chi­na

Ge­richt ver­pflich­tet Nie­der­lan­de zum Kli­ma­schutz

Die Nie­der­lan­de müs­sen ih­ren Co2aus­stoß mit mi­nus 25 % viel stär­ker als ge­plant re­du­zie­ren – so ur­teil­te ein Ge­richt in Den Haag in ei­nem von der Kli­ma­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on Ur­gen­da an­ge­streng­ten Pro­zess. Der Staat ha­be die Pflicht, für den Schutz der Le­bensum­ge­bung der Bür­ger zu sor­gen. www.ur­gen­da.nl/en/cli­ma­te-ca­se/

Ge­gen Sub­ven­ti­on für neu­es bri­ti­sches Kern­kraft­pro­jekt

Ein Bünd­nis aus deut­schen und ös­ter­rei­chi­schen Ener­gie­ver­sor­gern hat Kla­ge ge­gen von der Eu-kom­mis­si­on ge­neh­mig­te Sub­ven­tio­nen für das bri­ti­sche

Atom­kraft­werk Hin­kley Po­int ein­ge­reicht. Auch wenn sich Deutsch­land, an­ders als Ös­ter­reich, nicht an­schlie­ßen wird, steht doch ein brei­tes Bünd­nis auch deut­scher Stadt­wer­ke hin­ter der Kla­ge. Die Sub­ven­tio­nen wür­den nach ei­ner Stu­die die Prei­se auf dem deut­schen Strom­markt um bis zu 12 Pro­zent be­ein­flus­sen.

In die­sem Zu­sam­men­hang könn­te ei­ne deut­sche Stu­die von In­ter­es­se sein. Die tat­säch­li­chen Kos­ten für den Bau der deut­schen Kern­kraft­wer­ke wa­ren in der Ver­gan­gen­heit um ein Mehr­fa­ches hö­her als ur­sprüng­lich ge­plant, so das Er­geb­nis der Stu­die „Am­bi­ti­on und Rea­li­tät“der Ber­li­ner Her­tie School of Go­ver­nan­ce. Dem­nach la­gen die Kos­ten für die Kraft­wer­ke im Schnitt 187 Pro­zent hö­her als ur­sprüng­lich ge­plant. Zu­dem konn­ten bei den sechs un­ter­such­ten Kern­kraft­werks­pro­jek­ten aus den 1960er- und 1980er-jah­ren im Zeit­ver­lauf kei­ne Lern­ef­fek­te er­mit­telt wer­den.

ZU­KUNFT BUNT

Tree­day

Andre­as Mie­da­ner, Chef ei­ner klei­nen Wie­ner Wer­be­agen­tur, ent­wi­ckelt in Zu­sam­men­ar­beit mit der Wie­ner Uni­ver­si­tät für Bo­den­kul­tur ein so­zia­les Netz­werk, des­sen Nut­zer („Tree­der“) ihr Han­deln im Kampf ge­gen den Kli­ma­wan­del vi­sua­li­sie­ren kön­nen. Die „Wäh­rung“der Platt­form sind vir­tu­el­le Baum­ta­ge („Treeds“), wo­bei ein Treed der Men­ge CO2 ent­spricht, die ein Baum pro Tag aus der Luft fil­tert (rund 80 g). Für je­de Co2-spa­ren­de Hand­lung gibt es ei­ne be­stimm­te An­zahl von Treeds – so er­hält z. B. ein Nut­zer, der statt mit dem Au­to mit dem Zug von Wi­en nach Salz­burg fährt, 385 Treeds, weil er 31 kg CO2 ein­ge­spart hat. Die durch nach­hal­ti­ges Le­ben ge­won­ne­nen Bäu­me wer­den auf ei­ner Land­kar­te dar­ge­stellt. Die Treed-lis­te wird stän­dig er­wei­tert: ne­ben Treeds für um­welt­be­wuss­te Mo­bi­li­tät wird es auch wel­che für Er­näh­rung, re­du­zier­ten Ener­gie­ver­brauch im Haus­halt u. dgl. ge­ben. Ziel ist es, als Com­mu­ni­ty 650 Mil­li­ar­den vir­tu­el­ler Bäu­me zu schaf­fen: das ent­sprä­che ei­nem Wald von der Grö­ße Nord­ame­ri­kas. Wei­te­re Ele­men­te sind in Ar­beit: die Ko­ope­ra­ti­on mit nach­hal­ti­gen Fir­men, ein An­reiz­sys­tem mit „grü­nen“Gut­schei­nen für flei­ßi­ge Nut­zer u. a.

Öko­got­schi

Der Grün­der des Start-ups Po­ly­cu­lar, Ro­bert Prax­ma­rer, hat ge­mein­sam mit Tho­mas Lay­er-wa­gner, frü­her Do­zent an der FH Salz­burg, das in den 1990er-jah­ren po­pu­lä­re Spiel Tama­got­schi zu ei­ner grü­nen Ver­si­on mit dem Ziel wei­ter ent­wi­ckelt, das Kon­sum­ver­hal­ten durch ein Spiel so zu ver­än­dern, dass re­gio­na­ler kon­su­miert und CO2 ein­ge­spart wird. Mit je­dem kg CO2, das Nut­zer durch den Kauf nach­hal­ti­ger Pro­duk­te ein­spa­ren, wächst das klei­ne Mons­ter und wird glück­li­cher. Wird durch um­welt­scho­nen­des Ver­hal­ten ei­ne ge­wis­se Punlte­zahl er­reicht, be­kom­men User be­stimm­te Pro­duk­te ver­güns­tigt.

Na­tur wan­dert in den Un­ter­grund In New York soll ei­ne ver­las­se­ne Ubahn­sta­ti­on mit­hil­fe mo­derns­ter Solar­tech­nik und ei­nem aus­ge­klü­gel­ten Spie­gel­sys­tem in ei­nen be­grün­ten un­ter­ir­di­schen Park ver­wan­delt wer­den. Da­mit soll der Knapp­heit vi­ta­ler Res­sour­cen in New York be­geg­net wer­den. www.cle­an­tech.ch/

Die­ser Wald er­scheint 2114

Die schot­ti­sche Kon­zept­künst­le­rin Ka­tie Pa­ter­son lässt na­he Os­lo 1000 Bäu­me wach­sen. Die­se sind Teil ih­res Pro­jekts "Fu­ture Li­bra­ry", in­ner­halb des­sen die­se Bäu­me 100 Jah­re wach­sen dür­fen. Zu­dem bit­tet die Künst­le­rin je­des Jahr ei­nen pro­mi­nen­ten Au­tor, ei­nen Text bei­zu­steu­ern, der un­ge­le­sen in ei­nem von Pa­ter­son spe­zi­ell ge­stal­te­ten Raum der neu­en Deich­mans­ke-bi­b­lio­thek in Os­lo weg­ge­schlos­sen wird. Nach dem hun­derts­ten Bei­trag darf dann ab­ge­holzt und ge­druckt wer­den. Da­mit das Gan­ze nicht am Fort­schritt der Tech­nik schei­tert, die 2114 wo­mög­lich kei­ne ge­druck­ten Bü­cher mehr kennt, la­gern die Tex­te zu­sam­men mit ei­ner Dru­cker­pres­se, die not­falls re­ak­ti­viert wer­den kann.

TER­MI­NE

1. Ok­to­ber 2015, Han­no­ver In­ter­na­tio­na­le Kom­mu­na­le Kli­ma­kon­fe­renz (IKK): Kom­mu­nen ge­stal­ten die Zu­kunft www.kli­ma­schutz.de

6./7. Ok­to­ber 2015, Berlin

Eu­ro­pa ge­mein­sam ge­stal­ten. Das Eu­pro­gramm „Eu­ro­pa für Bür­ge­rin­nen und Bür­ger“(2014–2020). http://kon­takt­stel­le-efbb.de/in­dex.php?id=20#c60 8./9. Ok­to­ber 2015, Lu­xem­burg Kon­fe­renz des Eu­ro­pean Sustainable De­ve­lop­ment Net­work (ESDN) www.sd-net­work.eu/?k=esdn%20con­fe­ren­ces 11. bis 14. Ok­to­ber 2015, Da­vos World Re­sour­ces Fo­rum 2015 www.wr­fo­rum.org/events/wrf-2015

15. bis 16. Ok­to­ber 2015, Amsterdam Glo­bal Cul­tu­res of Con­te­sta­ti­on Amsterdam Cent­re for Glo­ba­li­sa­ti­on Stu­dies. http://acgs.uva.nl/...

20. Ok­to­ber 2015, Puch­berg bei Wels Asyl­wer­ben­de, Bett­le­rin­nen und Ob­dach­lo­se – am Bei­spiel v. Land u. Stadt Salz­burg. Bil­dungs­haus Schloss Puch­berg

2. No­vem­ber 2015, Berlin Wis­sen­schaft und Zi­vil­ge­sell­schaft Ge­mein­sa­me Ver­an­stal­tung von Eco­lo­gi­cal Re­se­arch Net­work (Ecor­net), BUND und NABU 4./5. No­vo­vem­ber 2015, Lü­beck 9. Netz­werk2 Kon­gress: Zu­kunft braucht al­le - lo­kal und glo­bal www.netz­wer­k21kon­gress.de 13./14. No­vem­ber 2015, Kö­nigs­win­ter In­ter­kul­tu­rel­le Kom­pe­tenz und To­le­ranz im En­ga­ge­ment. Stif­tung Mit­ar­beit. www.mit­ar­beit.de/ 26./27. No­vem­ber 2015, Brüssel Eu­ro­pean Cul­tu­re Fo­rum 2015 Crea­ti­ve Eu­ro­pe Desk UK. www.crea­ti­ve­eu­ro­peuk.eu/news/sa­ve-da­te-eu­ro­pean-cul­tu­re-fo­rum-2015-no­vem­ber

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