Jagd­hun­de ris­kie­ren bei Wild­schwein­jagd ihr Le­ben

In die­sen Wo­chen fin­den in Salz­burg Gat­ter­jag­den statt. Da­bei geht es nicht nur den Wild­schwei­nen in der An­the­rin­ger Au an den Kra­gen, auch Jagd­hun­de ris­kie­ren bei dem Ein­satz Leib und Le­ben.

Salzburger Nachrichten - - SALZBURG AKTUELL -

SALZ­BURG. Herbst­zeit ist Jagd­zeit und in vie­len Salz­bur­ger Gast­häu­sern kommt in die­sen Wo­chen Wild­bret auf den Tisch. Auch in An­the­ring wird in den kom­men­den Wo­chen wie­der scharf ge­schos­sen. Die ers­te von zwei Gat­ter­jag­den steht be­vor. In die­ser Zeit ste­hen nicht nur die Jä­ger und al­le bei der Jagd Be­tei­lig­ten Ge­wehr bei Fuß, auch die Tier­ärz­te sind in Alarm­be­reit­schaft. Denn im­mer wie­der wer­den bei Treib­jag­den im 500 Hekt­ar gro­ßen Gat­ter von Lan­des­jä­ger­meis­ter Max Mayr-Meln­hof in der An­the­rin­ger Au auch Jagd­hun­de ver­letzt.

Mayr-Meln­hof: „Das kommt vor, dass sich Hun­de im Ei­fer des Ge­fechts ver­let­zen.“Sie wür­den bei dem Ein­satz zwar durch Schutz­wes­ten ge­schützt, al­ler­dings kön­ne es pas­sie­ren, dass sie bei ei­ner Rau­fe­rei mit ei­nem an­ge­schos­se­nen Wild­schwein ver­letzt wür­den. Die Fol­ge sei­en in­ne­re Ver­let­zun­gen oder of­fe­ne Wun­den durch die Hau­er der Kei­ler oder durch Bis­se. Ins­ge­samt sei­en bei ei­ner Gat­ter­jagd im Schnitt 30 Hun­de be­tei­ligt. Zwi­schen 130 und 180 Wild­schwei­ne wür­den da­bei er­legt. Es kön­ne schon sein, dass da­bei acht, neun Hun­de im Ei­fer des Ge­fechts auch Ver­let­zun­gen da­von­tra­gen, weiß Frank Diehl, Un­ter­neh­mens­lei­ter von Max Mayr-Meln­hof. Doch bei der Jagd sei­en selbst­ver­ständ­lich Tier­ärz­te vo­r­ort, nicht nur für die Be­schau der er­leg­ten Wild­schwei­ne, son­dern auch für die ra­sche Ver­sor­gung ver­letz­ter Hun­de. Zu­dem sind bei die­sen Gat­ter­jag­den auch Tier­arzt­pra­xen und Tier­kli­ni­ken in der Um­ge­bung in Alarm­be­reit­schaft, so auch die Tier­kli­nik in Vöck­la­bruck im be­nach­bar­ten Ober­ös­ter­reich. Ve­te­ri­när Karl Leit­ner sagt: „Wir wer- den vor sol­chen Ver­an­stal­tun­gen in­for­miert, um die idea­le Ver­sor­gung ver­letz­ter Hun­de zu ge­währ­leis­ten, wie bei Hun­de­aus­stel­lun­gen auch.“

Auf­ga­be von Jagd­hun­den bei der Gat­ter­jagd ist es, an­ge­schos­se­ne Wild­schwei­ne zu stel­len. Mayr-Meln­hof: „Es kommt zwar sel­ten vor, aber die Tie­re sind nicht im­mer so­fort tot, wenn sie ge­trof­fen sind. Der Hund stellt sie, und so­bald der Jä­ger da ist, be­kommt das ge­trof­fe­ne Tier den Fang­schuss.“Aber so oder so sei die Nach­su­che des Wil­des ei­ne ge­fähr­li­che An­ge­le­gen­heit. Das ge­trof­fe­ne Tier sei voll Ad­re­na­lin und da­durch un­be­re­chen­bar. Dem Jagd­hund kom­me die Auf­ga­be zu, den Men­schen vor dem wehr­haf­ten Wild zu schüt­zen.

Auch wenn es im­mer wie­der ver­letz­te Hun­de ge­be, in sei­nen 35 Jah­ren Jagd­er­fah­rung hat Mayr-Meln­hof nur zwei, drei Si­tua­tio­nen er­lebt, in der ein Hund bei der Jagd auch tat­säch­lich um­ge­kom­men sei. „Und glau­ben Sie mir, es schmerzt ei­nen Jä­ger sehr, wenn er sei­nen Hund ver­liert. Di­enst­hund hin oder her.“

„Es schmerzt ei­nen Jä­ger sehr, wenn er sei­nen Hund ver­liert.“Max Mayr-Meln­hof, Lan­des­jä­ger­meis­ter

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