Mar­ki­ges aus der SPÖ-Zen­tra­le

Kerns Par­tei­se­kre­tär Max Ler­cher ist nie um har­te Wor­te ver­le­gen.

Salzburger Nachrichten - - HINTERGRUND - Pur

Die Au­ßen­wir­kung der SPÖ wird der­zeit maß­geb­lich vom 31jäh­ri­gen Stei­rer Max Ler­cher be­stimmt. Er zog nach der Wahl­nie­der­la­ge 2017 als neu­er Bun­des­ge­schäfts­füh­rer in die SPÖ-Zen­tra­le ein. Die Rol­le des Par­tei­se­kre­tärs legt er ganz klas­sisch an: als Ket­ten­hund, der bellt und beißt.

Seit die Re­gie­rung die Fle­xi­bi­li­sie­rung der Ar­beits­zei­ten plant, ti­tu­liert Ler­cher die Frei­heit­li­chen als „Ar­bei­ter­ver­rä­ter“. Der Plan selbst ist für den SPÖ-Spre­cher, der nie um mar­ki­ge Wor­te ver­le­gen ist, „Lohn­raub“, „Über­stun­den­klau“, „Ge­sund­heits­raub“und über­haupt ein „Ar­beits­zeit­mons­ter“.

Se­bas­ti­an Kurz taucht in Ler­chers Aus­sen­dun­gen re­gel­mä­ßig als „Kon­zern­kanz­ler“auf, FPÖ-Ge­ne­ral­se­kre­tär Ha­rald Vilims­ky als „Cham­pa­gner-Har­ry“. Die FPÖ ist für Ler­cher die „feigs­te Par­tei Ös­ter­reichs“, die Re­gie­rung ins­ge­samt ei­ne „schwarz-blaue Kon­ter­re­vo­lu­ti­on ge­gen Ös­ter­reich“.

Ler­cher kann auch iro­nisch sein, et­wa wenn er die Ernst­haf­tig­keit der Re­gie­rungs­ar­beit mit der „Ney­mar’schen Schwal­ben­show“bei der Fuß­ball-WM ver­gleicht. Meist strot­zen sei­ne Kom­men­ta­re zum Ta­ges­ge­sche­hen aber vor Kampf­vo­ka­beln wie „Lohn­skla­ve­rei“, „Mas­sen­ver­ar­mung“und „Wäh­ler­ver­rat“. In der De­bat­te um die Re­form der So­zi­al­ver­si­che­rung er­klär­te der SPÖSpre­cher gar, die Re­gie­rung neh­me den Tod von Men­schen und hö­he­re Ster­be­ra­ten in Kauf.

Ei­ne kla­re Li­nie ist bei dem vom lin­ken SPÖ-Flü­gel kom­men­den Max Ler­cher nicht im­mer zu er­ken­nen. Nach ei­nem auf­se­hen­er­re­gen­den Ver­bre­chen in Wi­en be­zeich­ne­te er FPÖ-In­nen­mi­nis­ter Her­bert Kickl als Si­cher­heits­ri­si­ko, weil er den tat­ver­däch­ti­gen Af­gha­nen nicht zu­vor in Schub­haft ge­nom­men ha­be. Und Ler­cher warf der FPÖ auch schon vor, 150.000 zu­sätz­li­che Zu­wan­de­rer ins Land zu ho­len. Das sei – er­ra­ten – „Ar­bei­ter­ver­rat“.

BILD: SN/APA/HELMUT FOHRINGER

In der SPÖ-Bun­des­zen­tra­le sucht man ei­nen Weg aus der po­li­ti­schen Sack­gas­se.

BILD: SN/APA/PFARRHOFER

SPÖ-Bun­des­ge­schäfts­füh­rer Max Ler­cher.

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