Frank­reich und Kroa­ti­en rit­tern um Tro­phäe

Die Fran­zo­sen sind Fa­vo­rit, aber seit 2016 sich selbst die bes­te War­nung. Kroa­ti­en wit­tert im Fi­na­le die Chan­ce auf den his­to­ri­schen WM-Tri­umph.

Salzburger Nachrichten - - FUSSBALL-WM - SN, APA

Mit dem WM-Fi­na­le war­tet für al­le Be­tei­lig­ten wie­der ein­mal das „Spiel des Le­bens“. Frank­reich greift zwan­zig Jah­re nach dem Heim­tri­umph er­neut nach dem Po­kal, die enorm ta­len­tier­te Équi­pe Tri­co­lo­re geht als Fa­vo­rit ins End­spiel am Sonn­tag (17 Uhr MESZ) im Mos­kau­er Lu­sch­ni­ki-Sta­di­on. Geg­ner Kroa­ti­en hofft in sei­nem ers­ten gro­ßen Fi­na­le gleich auf den größ­ten Coup sei­ner Fuß­ball­ge­schich­te.

Frank­reich ist sich selbst die bes­te War­nung. „Das wich­tigs­te Spiel kommt erst am Sonn­tag“, mahn­te Frank­reichs Te­am­chef Di­dier De­schamps nach dem Fi­nal­ein­zug. „Die Schmer­zen von vor zwei Jah­ren ha­ben wir noch nicht ver­ges­sen“, sag­te De­schamps in An­spie­lung auf das ver­lo­re­ne EM-End­spiel im ei­ge­nen Land ge­gen Por­tu­gal. „Des­halb müs­sen wir al­les da­für tun, dass es nun an­ders aus­geht.“

Tor­mann Hu­go Llo­ris, Ra­phaël Va­ra­ne, Paul Pog­ba, Ky­li­an Mbap­pé, An­toi­ne Griez­mann: Frank­reich ist auf je­der Po­si­ti­on mit Welt­klas­se­spie­lern be­setzt. Ein Spek­ta­kel lie­fer­te die „Gran­de Na­ti­on“im Tur­nier aber nur pha­sen­wei­se ab. Wo der fran­zö­si­sche Fo­kus auch im Fi­na­le lie­gen wird, ver­riet Griez­mann. „Ich will den Stern. Und wenn ich ihn ha­be, ist mir das Wie egal“, ant­wor­te­te der Stür­mer­star auf ei­ne Fra­ge, ob ihn ein glanz­lo­ser Ar­beits­sieg stö­ren wür­de.

De­schamps hat den ta­len­tier­ten Ein­zel­kön­nern er­folg­reich sei­ne prag­ma­ti­sche, er­geb­nis­ori­en­tier­te Spiel­phi­lo­so­phie ein­ge­trich­tert. „Er wird von uns re­spek­tiert, weil er die WM 1998 ge­won­nen hat“, sag­te Griez­mann über den Trai­ner. „Er kennt den Weg, der zu ge­hen ist. Wir glau­ben an ihn, wir ver­trau­en ihm, wir spie­len für ihn.“

Ein Slo­gan, auf­ge­kom­men 1998 und zwi­schen­zeit­lich schub­la­di­siert, ist in Frank­reich plötz­lich wie­der en vo­gue: „black, blanc, beur“– „schwarz, weiß, ara­bisch“. Der Drei­klang fei­er­te das mul­ti­eth­ni­sche fran­zö­si­sche Team. Seit 1998 war man oft an sich selbst ge­schei­tert, am Zu­sam­men­halt. Das ist nun an­ders. Genau dar­auf bau­en aber auch die Kroa­ten auf. Sie bau­en auf ihr funk­tio­nie­ren­des Te­am­ge­fü­ge, dem sich auch die Star­spie­ler Lu­ka Mo­d­rić und Ivan Ra­ki­tić un­ter­ord­nen. „Seit ich in der Na­tio­nal­elf bin, ha­be ich noch nie so ei­ne Ge­mein­schaft ge­se­hen, die uns da­hin ge­führt hat, wo wir jetzt ste­hen“, lobt Ka­pi­tän Mo­d­rić.

Im Ver­gleich zu den Fran­zo­sen ha­ben die Süd­ost­eu­ro­pä­er ei­nen Tag we­ni­ger Re­ge­ne­ra­ti­ons­zeit, zu­dem muss­ten sie in al­len drei K.-o.Spie­len in die Ver­län­ge­rung, zwei Mal so­gar ins Elf­me­ter­schie­ßen. „Aber die Mü­dig­keit darf kei­ne Aus­re­de sein“, sagt Te­am­chef Zlat­ko Da­lić. Bei­de Trai­ner kön­nen aus dem Vol­len schöp­fen. Al­le sind fit. Es ist an­ge­rich­tet.

Zu­dem geht es auch um den Gol­de­nen Ball. Für die Aus­zeich­nung zum bes­ten Spie­ler des Tur­niers gel­ten Griez­mann, Mbap­pé und Mo­d­rić als die Top­fa­vo­ri­ten. Per­sön­li­che Be­gehr­lich­kei­ten ha­ben aber kei­nen Platz, wie Griez­mann be­tont: „Ich will die WM ge­win­nen. Der Gol­de­ne Ball in­ter­es­siert mich kein biss­chen.“Als bis­her ein­zi­ger Fran­zo­se wur­de 2006 Zi­né­di­ne Zi­da­ne – nach ei­nem ver­lo­re­nen End­spiel (ge­gen Ita­li­en) – ge­kürt. Auch Lio­nel Mes­si wur­de 2014 als Vi­ze­welt­meis­ter bes­ter Spie­ler.

BILD: SN/GEPA

Der FIFA-Po­kal ist das Ob­jekt der Be­gier­de bei der Fuß­ball-WM. Erst­mals wur­de die­se Tro­phäe 1974 an Deutsch­land ver­ge­ben.

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Frank­reichs Ka­pi­tän Llo­ris.

BILD: SN/GEPA

Kroa­ti­ens Ka­pi­tän Mo­d­rić.

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