Der Tau­send­sas­sa als Fern­seh-Held

Salzburger Nachrichten - - TV / SONNTAG -

Die Tie­fe des Spiels, man­geln­de Selbst­ver­liebt­heit, kei­ner­lei Scheu vor Selbst­iro­nie: Auf Alex­an­der Held trifft der Aus­spruch bes­tens zu, dass mit dem Al­ter oft die Rei­fe ein­her­geht. Der heu­te 60-Jäh­ri­ge hat klein be­gon­nen, als Sän­ger bei den Re­gens­bur­ger Dom­spat­zen, Ju­gen­dFuß­ball­meis­ter mit 1860 Mün­chen und Thea­ter­schau­spie­ler, auch bei den Salz­bur­ger Fest­spie­len. Dann ka­men die Film­auf­trit­te, „Schind­lers Lis­te“, „So­phie Scholl – Die letz­ten Ta­ge“, „Die Wel­le“. Mit Rol­len im leich­te­ren Fach stell­te sich der gro­ße Er­folg ein: als Ab­ge­ord­ne­ter im „Bul­len von Tölz“, mit Auf­trit­ten in fast al­len gän­gi­gen Fern­seh­se­ri­en von „Ein Fall für zwei“über „Wolffs Re­vier“bis zu „Schnell er­mit­telt“. Und da­zwi­schen im­mer wie­der ein „Tat­ort“.

Oft schon muss­ten Kom­mis­sa­re lieb ge­won­ne­ne Rol­len auf­ge­ben, weil sie nicht in zwei TV-Rei­hen gleich­zei­tig auf­tre­ten durf­ten. Alex­an­der Held darf das aber. Er ist par­al­lel seit 2010 in „Stral­sund“und seit 2013 in „Mün­chen Mord“zu se­hen – zwei nicht nur geo­gra­fisch ex­tre­me Schau­plät­ze. In der baye­ri­schen Me­tro­po­le er­mit­telt es sich na­tür­lich ganz an­ders als an der Ostsee – der Münch­ner Kom­mis­sar lebt et­wa mit sei­nem Psy­cho-Spleen ganz we­sent­lich vom Kon­trast zu sei­nem bor­nier­ten Chef, dem von Chris­toph Süß („quer“) ver­kör­per­ten Kri­mi­nal­ober­rat. Auch im Nor­den gibt Held ei­nen Au­ßen­sei­ter, aber die­ser ist bei Wei­tem nicht so sym­pa­thisch wie der baye­ri­sche. Des An­schlags auf ei­nen Ki­ta-Bus­len­ker nimmt er sich den­noch zu­ver­läs­sig an, mit tat­kräf­ti­ger Hil­fe sei­ner Kol­le­gin Kat­ha­ri­na Wa­cker­na­gel.

Heu­te, Sams­tag, steht die neue Fol­ge, be­ti­telt „Stral­sund: Waf­fen­brü­der“, auf dem Pro­gramm (ZDF/20.15).

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