Der letz­te Bra­si­lia­ner

Im Grand Prix von Bra­si­li­en gibt es Sonn­tag kei­nen Fah­rer als Lo­kal­ma­ta­dor. Le­dig­lich ei­nen Te­am­chef: Auf die In­dy-Le­gen­de Gil de Fer­ran war­tet bei McLa­ren ei­ne „Mis­si­on im­pos­si­ble“.

Salzburger Nachrichten - - SPORT -

Bra­si­le­ro im Star­ter­feld ent­deckt: 1969, in dem Jahr, in dem Jo­chen Rindt sei­nen ers­ten Grand Prix und Ja­ckie Ste­wart sei­ne ers­te WM ge­wann. Seit­her fuh­ren 27 Bra­si­lia­ner in der For­mel 1, dar­un­ter 17 aus São Pau­lo. Emer­son Fit­ti­pal­di, Nel­son Pi­quet und Ayr­ton Sen­na hol­ten acht WM-Ti­tel, drei wei­te­re (Car­los Pace, Ru­bens Bar­ri­chel­lo, Fe­li­pe Mas­sa) ge­wan­nen For­mel-1-WMLäu­fe.

Doch der Nie­der­gang der bra­si­lia­ni­schen Wirt­schaft und der Wäh­rungs­ver­fall lie­ßen die einst üp­pi­gen Spon­sor­gel­der aus dem größ­ten Land Latein­ame­ri­kas ver­sie­gen. Da­mit war es auch nicht mehr mög­lich, was Fah­rern wie Pe­dro Di­niz, An­to­nio Piz­zo­nia, Bru­no Sen­na usw. er­mög­licht wur­de: ei­ne stei­le Kar­rie­re in Eu­ro­pa.

Der Man­gel an bra­si­lia­ni­schen Fah­rern hat­te auch di­rek­te Aus­wir­kung in den Me­dia Cen­ters der For­mel 1: Schon lan­ge nicht war die Zahl der Be­richt­er­stat­ter aus Bra­si­li­en so über­schau­bar wie heu­er.

Und de Fer­ran, der neue Len­ker bei McLa­ren? Der wird in dem völ­lig in die Kri­se ge­schlit­ter­ten Team zu­min­dest kurz­fris­tig nicht viel be­we­gen kön­nen. Die Hoff­nun­gen lie­gen schon auf 2019, wenn Car­los Sainz und Ta­lent Lan­do Nor­ris ins Lenk­rad grei­fen wer­den. Zu­min­dest ein jun­ger Bra­si­lia­ner macht sich Hoff­nun­gen: Ser­gio Set­te Ca­ma­ra, 20jäh­ri­ger For­mel-2-Pi­lot, ist neu­er Test- und Ent­wick­lungs­fah­rer.

Und Gil de Fer­ran wird Sonn­tag doch et­was zum Fei­ern ha­ben: kei­nen Sen­sa­ti­ons­sieg, aber sei­nen Ge­burts­tag. Den 51.

BILD: SN/GEPA

Gil de Fer­ran (l.) muss McLa­ren neu auf­stel­len, auch oh­ne Alon­so.

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