Un­gleich­stel­lung bei der Ar­beits­zeit

Salzburger Nachrichten - - WETTER / LESER - Bau­meis­ter, 5101 Berg­heim

In der ge­gen­wär­tig ge­führ­ten Dis­kus­si­on im Zu­sam­men­hang mit der neu zu­läs­si­gen, aber oh­ne­dies nur be­ding­ten und be­grenz­ten Aus­wei­tung der Ta­ges- und Wo­chen­ar­beits­zeit für Un­selbst­stän­di­ge möch­te ich auf ei­nen Um­stand hin­wei­sen, der bis­her gar nicht be­ach­tet wur­de.

Es ist dies die Un­gleich­stel­lung bei selbst­stän­di­ger und un­selbst­stän­di­ger Tä­tig­keit. Den selbst­stän­dig er­werbs­tä­ti­gen Per­so­nen bleibt es der ei­ge­nen Ent­schei­dung über­las­sen, an wel­chen und an wie vie­len Wo­chen­ta­gen so­wie zu wel­cher Ta­ges­zeit und wie vie­le St­un­den pro Tag sie ar­bei­ten bzw. tä­tig sein wol­len. Für die­sen Per­so­nen­kreis gibt es so­mit kei­ner­lei Ein­schrän­kun­gen, we­der nach oben noch nach un­ten – und das ist gut so! Den un­selbst­stän­dig er­werbs­tä­ti­gen Per­so­nen hin­ge­gen wird die­se Ent­schei­dungs­frei­heit bis­her zu­meist ver­wehrt oder nur dann zu­ge­stan­den, wenn sie in Teil­zeit ar­bei­ten wol­len. Als ur­sprüng­lich 35 Jah­re un­selbst­stän­dig und dann un­ge­fähr gleich lang selbst­stän­dig tä­ti­ger Mensch emp­fin­de ich das als ei­ne ekla­tan­te Un­gleich­stel­lung, die im Wi­der­spruch zu dem an­der­wei­tig so stra­pa­zier­ten Gleich­be­hand­lungs­grund­satz und zur per­sön­li­chen Ent­schei­dungs­frei­heit steht!

Die von po­li­ti­schen Grup­pie­run­gen im Par­la­ment und bei De­mons­tra­tio­nen von In­ter­es­sen­ver­tre­tun­gen zur Schau ge­stell­ten Sym­bo­le mit durch­ge­stri­che­nen Zah­len 12 und 60 in­ter­pre­tie­re ich da­her als ers­te An­zei­chen ei­nes Um­den­kens, die ge­ge­be­ne Un­gleich­stel­lung auf­zu­he­ben und die Ent­schei­dungs­frei­heit auch den Un­selbst­stän­di­gen zu über­las­sen. Jo­hann Hai­den

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.