.........KEIN SCHLA­GER­SÄN­GER

JON­NY HILL

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Als Fe­renc (Fer­ry) Gill­ming kennt ihn kaum je­mand, doch als Jon­ny Hill mach­te er Kar­rie­re. Ur­sprüng­lich woll­te der heu­te 76-Jäh­ri­ge nach der Schu­le in Graz zum Thea­ter. Spä­ter fand er ei­ne Ar­beit beim ös­ter­rei­chi­schen Rund­funk als Disc-Jo­ckey. Mit sei­ner mar­kan­ten Stim­me mach­te er auf sich auf­merk­sam. En­de der 1960er Jah­re über­sie­del­te Hill von Ös­ter­reich nach Deutsch­land und leb­te in Ham­burg. Mit dem Lied „Ruf Ted­dy­bär eins-vier“hat­te der Sän­ger über Nacht die Her­zen der Schla­ger­fans er­obert. Die Plat­te war 25 Wo­chen in den deut­schen Charts. Die Ver­kaufs­zah­len brach­ten dem Künst­ler ei­ne Gol­de­ne Schall­plat­te ein. Mit die­sem Ti­tel hat­te Hill sei­nen Stil und sein Pu­bli­kum ge­fun­den. Aus An­lass sei­nes neu­en Al­bums hat die STADLPOST den groß­ar­ti­gen Ge­schich­ten- und Bal­la­den­er­zäh­ler zum Ex­klu­siv-In­ter­view ge­trof­fen. STADLPOST: Zu­nächst ein­mal: Wie geht es dir, lie­ber Jon­ny?

JON­NY HILL: Mir geht es gut, ge­sund­heit­lich geht’s mir gut – al­les in Ord­nung, es ist al­les im grü­nen Be­reich.

STADLPOST: Ver­stehst du dich ei­gent­lich in ers­ter Li­nie als Coun­try­sän­ger? Oder fühlst du dich auch mit dem Be­griff „Schla­ger­sän­ger“wohl?

JON­NY HILL: Ich bin kein Schla­ger­sän­ger, son­dern ein Ge­schich­ten- und Bal­la­den­er­zäh­ler im Coun­try-Stil. Da ich mit „Ruf Ted­dy­bär eins-vier“ ei­nen Rie­sen­hit für die Tru­cker hat­te, ha­be ich das Image des Coun­try­Sän­gers be­kom­men, was mich nicht ge­stört hat – im­mer­hin ha­be ich 80 Coun­try-Sen­dun­gen für RTL und spä­ter für den MDR mo­de­riert – in­so­fern ste­he ich zur Coun­try-Mu­sik. Aber ich bin nicht so ein Coun­try-Sän­ger wie z. B. Tom As­tor oder die Grup­pe Truck Stop, die ei­nen Hut auf­set­zen und sich Stie­fel an­zie­hen. Das ha­be ich mal ei­ne kur­ze Zeit pro­biert, aber das moch­te ich nicht. Ich bin ei­ner, der ver­sucht, mit sei­ner Per­sön­lich­keit die Men­schen zu be­rüh­ren. STADLPOST: Dein da­ma­li­ger Plat­ten­boss soll, als du „Ted­dy­bär eins-vier“ver­öf­fent­licht hast, ge­sagt ha­ben: „Nur über mei­ne Lei­che!“– Der Song wur­de dein größ­ter Hit und ist heu­te ein Klas­si­ker …

Sei­ne Frau Hel­ga hat ihn im­mer sehr un­ter­stützt. JON­NY HILL: Das stimmt. Mei­ne da­ma­li­ge Plat­ten­fir­ma hat­te u. a. die da­mals über­aus er­folg­rei­chen „Bac­ca­ra“und El­vis Pres­ley un­ter Ver­trag. Man kann es heu­te zu­ge­ben, dass die Plat­ten­fir­ma sich für den „Ted­dy­bär“-Song ge­schämt hat­te, das war de­nen zu rühr­se­lig. Die ha­ben nicht be­dacht, dass ich für das The­ma sen­si­bi­li­siert war, weil ich ja ei­nen be­hin­der­ten Sohn ha­be.

STADLPOST: Dür­fen wir fra­gen, wie es dei­nem Sohn geht, oder hältst du ihn lie­ber völ­lig aus der Öf­fent­lich­keit raus?

JON­NY HILL: Den hal­te ich aus der Öf­fent­lich­keit her­aus, es geht ihm aber re­la­tiv gut. Er ist ein to­ta­ler Pfle­ge­fall. Er ist Epi­lep­ti­ker. Er ist in ei­ner Or­ga­ni­sa­ti­on sehr gut auf­ge­ho­ben. Mei­ne Frau und ich se­hen ihn re­gel­mä­ßig. Es geht ihm den Um­stän­den ent­spre­chend gut.

STADLPOST: Dein neu­es Al­bum ist ein „Tie­r­al­bum“. Was hat dich da­zu ver­an­lasst, ei­ne CD mit Lie­dern über Tie­re zu ver­öf­fent­li­chen?

JON­NY HILL: Ich war im Zil­ler­tal in ei­nem Hun­de­ho­tel. Dort sprach mich ei­ne Frau an, ob ich nicht mal ein Lied über Hun­de schrei­ben könn­te. Ich dach­te zu­nächst, dass das ei­ne gu­te Idee sei. Auf dem Nach­hau­se­weg fiel mir aber ein, dass ich ja schon zu­vor fünf Hun­de­lie­der ge­sun­gen hat­te, die auf ver­schie­de­nen Al­ben zu fin­den sind. Hun­de­lie­der al­lein wa­ren aber zu we­nig, es soll­te auch ei­ne Kat­ze mit da­bei sein – ich ließ mir da­her den Ti­tel „Lu­na, die Kö­ni­gin der Nacht“ein­fal­len. STADLPOST: Aber auch Hun­de und Kat­zen wa­ren zu we­nig …

JON­NY HILL: Ja, bei der wei­te­ren Tier­lied-Re­cher­che fiel mir ein, dass ich für Fran­ci­ne Jor­di ei­nen Ti­tel über Vö­gel na­mens „Nicht je­der weint mit Trä­nen“ge­schrie­ben hat­te – da ha­be ich mir ge­dacht, dass ich den Ti­tel auch mal sel­ber sin­gen könn­te. Dra­fi Deut­scher war mal mein Nach­bar in Ham­burg, der hat mir für ei­nen Kol­le­gen ein Pfer­de­lied ver­fasst: „Ich hat­te nie­mals ei­nen Freund wie mein Pferd“. Und dann hat­te ich ja für Die­ter Hal­ler­vor­den den „Schwei­netan­go“ge­schrie­ben. Da dach­te ich mir, nimmst du den auch noch mit drauf, dann hast du Hund, Kat­ze, Pferd, Vo­gel und Schwein. Dann fie­len mir aber auch noch mei­ne „Bä­ren-Lie­der“ein, die ja ge­nau ge­nom­men auch Tie­re sind – folg­lich ha­be ich Teil 1 bis 3 mei­ner „Ted­dy­bär“en-Songs mit auf das Al­bum ge­nom­men – und ha­be das Gan­ze dann „Mein Herz für Tie­re“ge­nannt.

STADLPOST: Wir ha­ben in die­ser Aus­ga­be auch ei­nen Be­richt über „Truck Stop“. Die Jungs ha­ben doch sei­ner­zeit den sehr fre­chen Ti­tel „Hei­ra­te doch Jon­ny Hill“ver­öf­fent­licht. Hast du zu de­nen ei­gent­lich noch

Kon­takt?

JON­NY HILL: Klar! Ich ha­be na­tür­lich zu Truck Stop im­mer Kon­takt. Das soll­te ei­gent­lich ei­ne Per­si­fla­ge wer­den. Der Un­ter­schied zwi­schen Truck Stop und mir war, dass die im­mer et­was rau­bei­nig wa­ren. Ich hin­ge­gen war eher der ele­gan­te Typ. Die woll­ten zum Aus­druck brin­gen: Wir sind so, und der Hill ist ganz an­ders, und des­halb ist der Ti­tel ent­stan­den. Ich fand das gut – war­um nicht? Ich konn­te dar­über la­chen – auf al­le Fäl­le! STADLPOST: Sind neue Tour­nee-Ter­mi­ne ge­plant?

JON­NY HILL: Ich bin dran, neue Kon­zert­ter­mi­ne zu fin­den. Es hängt auch ein biss­chen von der Ge­sund­heit mei­ner Frau ab. Sie hat star­ke Rü­cken­pro­ble­me, muss ak­tu­ell wie­der ope­riert wer­den. We­gen die­ser ge­sund­heit­li­chen Um­stän­de kann ich Tour-Ter­mi­ne im­mer nur recht kurz­fris­tig be­kannt­ge­ben. Nach 52 Jah­ren Ehe mit mei­ner Frau, die ich im­mer noch lie­be, ist das für mich ei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit. Ich weiß ge­nau: Sie wür­de das auch für mich tun.

JON­NY HILL

Jon­ny Hill hat nicht nur mu­si­ka­lisch ein Herz für Tie­re. Er en­ga­giert sich auch seit vie­len Jah­ren sehr für den Tier­schutz. Jon­ny Hill (Mit­te) mit Ka­rel Gott und Hei­no

Als Coun­try-Sän­ger ha­ben es ihm Pfer­de ganz be­son­ders an­ge­tan.

CD-TIPP!

20 Lie­der über Hun­de, Kat­zen, Pfer­de, Schwein(chen) – und na­tür­lich dür­fen auch die be­lieb­ten „Bä­ren­lie­der“nicht feh­len. Sie­he Sei­te 7

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