Se­mi­no Ros­si

Ich ha­be noch ei­nen gro­ßen Traum!

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Se­mi­no Ros­si ist auf Wer­be­tour. Sein neu­es Al­bum „Ein Teil von mir“kam En­de Ju­ni auf den Markt. Wir tref­fen den Gen­tle­man des deut­schen Schla­gers in Mün­chen in ei­nem char­man­ten klei­nen Bis­tro. Den ganz Tag schon ist er Jour­na­lis­ten Re­de und Ant­wort ge­stan­den. Jetzt am En­de ei­nes lan­gen In­ter­view-Ma­ra­thons wirkt er et­was er­schöpft. Vie­le Frag­ten hat er ja schon dut­zen­de Ma­le be­ant­wor­tet. Wie er aus Ar­gen­ti­ni­en nach Eu­ro­pa kam, war­um er in Ti­rol ge­blie­ben ist und ob er mit sei­ner Fa­mi­lie in Süd­ame­ri­ka noch Kon­takt hat. Un­zäh­li­ge Ma­le hat er in den letz­ten Jah­ren sei­ne Le­bens­ge­schich­te er­zählt. Gab es über­haupt ei­ne Fra­ge, die ihm heu­te noch nicht ge­stellt wur­de? „Ja, ei­ne über mein neu­es Al­bum. Und zwar, wel­che Ge­füh­le ich hat­te, als ich dar­an ar­bei­te­te. Man­che woll­ten wis­sen, wie die neue Pro­duk­ti­on ge­wor­den ist oder was mir die Lie­der be­deu­ten. Aber wie ich mich da­bei fühl­te, das hat bis­lang nie­man­den in­ter­es­siert“, so Se­mi­no.

Da­bei wä­re das ei­ne ziem­lich gu­te Fra­ge ge­we­sen. Denn die neue CD des Ar­gen­ti­ni­ers stellt mu­si­ka­lisch ei­ne mu­ti­ge Ent­schei­dung dar. „Du musst wis­sen, mei­ne letz­ten Al­ben wa­ren ein biss­chen ro­man­tisch und eher ru­hig. Das war auch schön. Aber das neue Al­bum geht ein biss­chen in ei­ne an­de­re Rich­tung, es ist jetzt mo­der­ner. Ich ha­be mir ge­sagt, o.k., ich ver­su­che jetzt, et­was Neu­es zu wa­gen. Ich bin froh, dass ich die­se Ent­schei­dung ge­trof­fen ha­be. Die Sing­le ist ja in den Charts be­reits auf Platz eins

ge­lan­det, und das ist doch der bes­te Be­weis da­für, dass ich die Sa­che rich­tig ge­macht ha­be.“

Aber nicht nur die Plat­zie­rung in den Hit­pa­ra­den ist dem sym­pa­thi­schen Sän­ger wich­tig. Ganz be­son­ders ge­spannt war er nach der Prä­sen­ta­ti­on sei­nes Lie­des „Wir sind im Her­zen jung“bei Flo­ri­an Sil­be­rei­sen auf die Re­ak­tio­nen sei­ner An­hän­ger. „Ich ha­be auch auf Face­book nach­ge­le­sen, wie mei­ne Fans das Lied kom­men­tie­ren. Und ich muss sa­gen: Die vie­len po­si­ti­ven Kom­men­ta­re freu­en mich sehr.“

En­de Mai fei­er­te Se­mi­no im engs­ten Freun­des- und Fa­mi­li­en­kreis sei­nen

55. Ge­burts­tag. Mit ei­ner klei­nen Fei­er, aber oh­ne Ge­schen­ke. Dar­auf hat er aus­drück­lich be­stan­den. „Mit 30 oder 40, da geht so schnell al­les vor­bei. Mit 50 aber fängt der be­wuss­te­re Ab­schnitt an. Im Her­zen blei­ben wir ja al­le jung. Egal, ob du ein paar wei­ße Haa­re mehr oder we­ni­ger auf dem Kopf hast“, lacht der grau­me­lier­te Lo­cken­kopf. Und fügt hin­zu: „Wich­tig ist dei­ne po­si­ti­ve EIn­stell­lung zum Le­ben. Na­tür­lich hat sei­ne 82-jäh­ri­ge Ma­ma an­ge­ru­fen und gra­tu­liert. „Ob­wohl das klei­ne Kind, wel­ches von Argn­ti­ni­en weg­ging, schon lan­ge groß ge­wor­den ist, möch­te Ma­ma trotz­dem im­mer al­les Gu­te zum Ge­burts­tag wün­schen.“Seit ih­rem letz­ten Be­such sind wie­der zwei jah­re ver­gan­gen. Sein äl­te­rer Bru­der wird im kom­men­den Jahr 60, „da muss ich un­be­dingt nach Ar­gen­ti­ni­en“.

Was wür­de er jun­gen Leu­ten ra­ten, die wie er von ei­ner Kar­rie­re als Sän­ger träu­men. Die Ant­wort über­rascht: „Ich wür­de bei ei­ner Cas­ting­show mit­ma­chen, wie et­wa ,Deutsch­land sucht den Su­per­star‘. Das ist wich­tig, denn so ler­nen dich Mil­lio­nen Men­schen auf ei­nen Schlag ken­nen. Du musst im­mer auf al­les vor­be­rei­tet sein und darfst nie dei­ne Träu­me auf­ge­ben.“Hat er selbst denn noch ir­gend­wel­che un­er­füll­ten Träu­me? „Ja, schon. Ich ha­be viel er­reicht und bin sehr dank­bar da­für. Aber ein Du­ett mit dem groß­ar­ti­gen Te­nor Pla­ci­do Do­m­in­go wä­re ein ganz gro­ßer Wunsch von mir.“

Und noch et­was ver­riet uns Se­mi­no Ros­si wäh­rend un­se­res Ge­sprächs in dem ge­müt­li­chen Münch­ner Bis­tro: Er ist ei­ne rich­ti­ge Nasch­kat­ze! Bei Eis wird er zum Bei­spiel so­fort schwach. Am liebs­ten in der Ge­schmacks­rich­tung Va­nil­le und Erd­bee­re. Zum Leid­we­sen von Ehe­frau Ga­bi. „Sie hält mich im­mer fit und ver­sucht, ge­sund zu ko­chen. Das ist ganz wich­tig: Im­mer gut aus­zu­se­hen und ein biss­chen auf die Fi­gur zu ach­ten“, weiß der Ge­nie­ßer. Aber: Die Fans wis­sen lei­der, dass er ganz ein Sü­ßer ist, und be­den­ken ihn reich­lich mit Scho­ko­la­de, Kek­sen oder Bon­bons. „Das ist schon sehr ver­lo­ckend. Man muss nur die Hän­de aus­stre­cken und schon ist al­les da. Ich ma­che halt Sport, da­mit ich mir et­was Scho­ko­la­de leis­ten kann.“Auch Piz­za und Spa­ghet­ti isst er für sein Le­ben gern. Geht er al­so zum Aus­gleich viel in die Ber­ge zum Wan­dern? Wo er doch in Ti­rol in der schöns­ten al­pi­nen Land­schaft wohnt? „Ich bin nicht der Su­per­wan­de­rer. Ich ge­he mit Ga­bi schon auf die Ber­ge. Aber es muss ja nicht im­mer ei­ne Gip­fel­tour sein. So viel Kon­di­ti­on ha­be ich nicht.“

Am En­de un­se­res Ge­sprächs kom­men wir noch­mal auf das The­ma „Fra­gen“zu­rück. Da gab es durch­aus auch ei­ni­ge ku­rio­se An­lie­gen. Ei­ne Fra­ge ziel­te so­gar auf Se­mi­nos mu­si­ka­li­sche Vor­lie­ben bei ei­nem Schä­fer­stünd­chen ab! „Dass ich das be­ant­wor­tet ha­be, war ein Feh­ler von mir. Das ma­che ich nicht mehr. Ein biss­chen Pri­vat­sphä­re, ein biss­chen Re­spekt, das muss schon sein.

Mit sei­nem neu­en Al­bum geht er auch mu­si­ka­lisch neue We­ge. Aber kei­ne Sor­ge: Mu­sik von Se­mi­no ist und bleibt Bal­sam für die See­le.

Fast täg­lich te­le­fo­niert Se­mi­no mit sei­ner Ma­ma Es­t­her da­heim in Ar­gen­ti­ni­en.

Sei­ne Ga­bi hat ihn als Stras­sen­mu­si­ker ken­nen und lie­ben ge­lernt. Scho­ko, Kek­se, Ku­chen oder Eis: Se­mi­no ist ei­ne ech­te Nasch­kat­ze!

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