Nik P. Ei­ne Her­aus­for­de­rung für die Lie­be

Stadlpost - - Erste Seite - NIK P.

STADLPOST: Lie­ber Nik, mit 19 hast du mit dei­nem Cou­sin dei­ne ers­te

Band ge­grün­det. Seit 20 Jah­ren bist du Büh­nen-Pro­fi. Dein Lied „Ein Stern, der dei­nen Na­men trägt“ist ei­ner der er­folg­reichs­ten Schla­ger­Songs al­ler Zei­ten. Gibt es trotz­dem ir­gend­et­was, was du heu­te an­ders ma­chen wür­dest?

Manch­mal ist es ein­fach Zeit für ei­ne Zwi­schen­bi­lanz im Le­ben. Auch Nik P., der mit bür­ger­li­chem Na­men Ni­ko­laus Pres­nik heißt, kennt das. Der er­folg­rei­che Sän­ger und Mu­si­ker („Ein Stern, der dei­nen Na­men trägt“) steht seit 20 Jah­ren er­folg­reich auf der Büh­ne und weiß, dass er auf sei­nem Weg zum Er­folg auch Bei­stand von oben hat­te.

NIK P.: Das ist ei­ne gu­te Fra­ge. Wenn ich so zu­rück­schaue, nichts ei­gent­lich. Wenn man an­fängt oder mit­ten­drin ist, dann will man schnell Din­ge er­rei­chen. Und wenn man dann, so wie ich jetzt, ei­ni­ge Jah­re hin­ter sich hat, dann merkt man ei­gent­lich, dass al­les sei­ne Zeit ge­habt hat. Und dass die Zeit für al­les ir­gend­wie ge­kom­men ist. Man muss im Le­ben auch war­ten kön­nen, man muss pro­fes­sio­nell da­bei­blei­ben und darf den Glau­ben an sich nie ver­lie­ren. Nur dann sind sol­che Sa­chen mög­lich. Ich freue mich wahn­sin­nig, dass es funk­tio­niert hat.

STADLPOST: Vor 40 Jah­ren, als du 14 Jah­re alt warst, hast du dei­ne ers­ten Song­tex­te ge­schrie­ben – wie ge­lingt es dir, bis heu­te noch im­mer so emo­tio­na­le und be­rüh­ren­de Lie­der zu schrei­ben?

NIK P.: Ich le­be mit al­len Sin­nen und das Le­ben hat ja so vie­le Fa­cet­ten. Man er­lebt – täg­lich kann man fast sa­gen – schö­ne und trau­ri­ge Mo­men­te. Des­halb schreibt auch ei­gent­lich das Le­ben mei­ne Tex­te. Da­bei mer­ke ich auch im­mer wie­der, dass ich da­mit Men­schen be­rüh­ren kann. Dass sie mer­ken: Das ist ja ei­ner, der fühlt gleich, der denkt gleich, der macht in ge­wis­sen Si­tua­tio­nen das Glei­che wie ich. Und ich glau­be, das ist ir­gend­wie ein biss­chen mein Er­folgs­ge­heim­nis. Ich ver­su­che au­then­tisch zu sein. Und das ge­lingt mir, glau­be ich, ganz gut.

STADLPOST: Dei­ne Mut­ter Ma­ria starb, als du noch ein Kind warst. Glaubst du, dein mu­si­ka­li­scher Weg wä­re auch in die­se Rich­tung ver­lau­fen, wenn du es in dei­ner Kind­heit und Ju­gend leich­ter ge­habt hät­test?

NIK P.: Mein Le­bens­weg hat mich zu dem ge­macht, was ich heu­te bin. Ich weiß nicht, wie es aus­ge­gan­gen wä­re, wä­re mei­ne Mut­ter nicht ge­stor­ben. Ich kann es nicht sa­gen, ich weiß es nicht. Es war für mich schon ein gro­ßes De­sas­ter, als sie da­mals starb. Plötz­lich bist du al­lei­ne. Wir wa­ren fünf Kin­der, un­ser Va­ter war völ­lig über­for­dert, und das hat schon vie­les be­wirkt in mir.

STADLPOST: Da­durch bist du ja ei­gent­lich erst zur Mu­sik ge­kom­men …

NIK P.: Ja, das ist das Trau­ri­ge und gleich­zei­tig Gu­te an der Sa­che. Als mei­ne Mut­ter ge­stor­ben ist, war nie­mand da, mit dem man re­den konn­te. Als klei­nes Kind, ich war da­mals neun Jah­re alt, hast du vie­le Fra­gen. Ich aber hat­te kei­nen, der mir Ant­wort gab. Und ir­gend­wann mit zehn, zwölf Jah­ren ha­be ich da an­ge­fan­gen, ers­te Tex­te zu schrei­ben.

STADLPOST: In ei­nem In­ter­view hast du er­zählt, dass Mu­sik ma­chen ei­ne Art The­ra­pie für dich war und es bis heu­te für dich ist. Wie meinst du das?

NIK P.: Ich ha­be früh an­ge­fan­gen, Lie­der zu hö­ren, die mich ein­fach be­wegt ha­ben und die mir viel ge­sagt ha­ben. In der Schu­le muss­ten wir im­mer auch die­se Auf­sät­ze schrei­ben. Wenn die Leh­re­rin dann ein The­ma vor­ge­ge­ben hat, bei dem ich aus mei­nem Le­ben schrei­ben konn­te, konn­te ich mei­ne Trau­rig­kei­ten, mei­ne Ge­dan­ken nie­der­schrei­ben. Die Leh­re­rin hat mich da­mals dann oft ge­fragt: „Wie kommst du auf die­se Ide­en, wie kommst du zu die­sen Ge­schich­ten?“Klei­ne Ne­ben­er­wäh­nung: Die hat mich kürz­lich, mitt­ler­wei­le ist sie schon in Pen­si­on und über 70 Jah­re alt, bei ei­nem Kon­zert be­sucht. Und hat dann so schön zu mir ge­sagt, dass sie da­mals schon er­kannt hat­te, dass ich was kann. Dass

ich schrei­ben kann. Und so bin ich eben ir­gend­wie zum Schrei­ben ge­kom­men. Spä­ter ha­be ich dann ge­merkt, ich könn­te ja auch ein paar Tex­te in ein paar Ak­kor­de pa­cken und ein­fach ei­ne Me­lo­die dar­auf sin­gen.

STADLPOST: Es hat dann aber den­noch vie­le wei­te­re Jah­re ge­dau­ert bis zu dei­nem mu­si­ka­li­schen Durch­bruch …

NIK P.: Ja, erst sehr viel spä­ter, mit 35 Jah­ren, ha­be ich dann mei­ne Chan­ce be­kom­men, mei­ne Mu­sik auch auf­zu­neh­men. Bis da­hin ha­be ich bei Cas­ting­shows hier und da mit­ge­macht. Aber ir­gend­wie hat nie­mand an mich ge­glaubt. Ich ha­be an Plat­ten­fir­men mei­ne De­mos ge­schickt – kei­ner woll­te aber mei­ne Mu­sik pro­du­zie­ren. Und dann ha­be ich das eben mit ei­nem gu­ten Freund sel­ber ge­macht. Und heu­te ste­he ich da, ha­be 17 Al­ben hin­ter mir, ha­be über 40 Num­mer­1­Hits in den Ra­dio­Charts ge­lan­det. Das ist für mich un­fass­bar. Das ist ir­gend­wie ei­ne traum­haf­te Ge­schich­te, die ich da hin­ter mir ha­be. Es hat lan­ge ge­dau­ert, ich bin jetzt schon 55 Jah­re. Aber da, wo an­de­re Kar­rie­ren auf­hö­ren, ha­be ich das Ge­fühl, fängt mei­ne erst rich­tig an.

STADLPOST: Du bist vier­fa­cher Pa­pa – was be­deu­tet für dich Fa­mi­lie, nach­dem du sel­ber ei­ne schwe­re Kind­heit durch­ma­chen muss­test?

NIK P.: Fa­mi­lie ist für mich das Wich­tigs­te! Es ist für mich im­mer so wich­tig ge­we­sen – und ist es im­mer noch –, dass wenn ich nach Hau­se kom­me, ei­ne Fa­mi­lie auf mich war­tet. Dass ir­gend­je­mand da ist, der dich um­armt, der dir sagt: „Schön, dass du zu Hau­se bist, schön, dass wir zu­sam­men was ma­chen kön­nen.“Fa­mi­lie ist für mich das Zen­trum über­haupt im Le­ben. Die gibt dir Kraft, die un­ter­stützt dich, die ist da, wenn du sie brauchst, du kannst für sie da sein. Das ist ei­gent­lich für mich der Sinn vom Le­ben.

STADLPOST: In all den Jah­ren im Show­ge­schäft war es aber si­cher nicht im­mer ein­fach, Fa­mi­lie und Kar­rie­re un­ter ei­nen Hut zu brin­gen?

NIK P.: Si­cher­lich nicht! Ich bin ja auch nicht grund­los drei Mal ver­hei­ra­tet. Das hat ja auch sei­ne Grün­de, dass man eben als Mu­si­ker viel un­ter­wegs ist und dass der Be­ruf schon ei­ne Lie­bes­be­zie­hung her­aus­for­dert. Man ist un­ter­wegs, man wird be­ju­belt. Und da muss schon al­les mit­spie­len und ver­stan­den wer­den. Ei­nen Le­bens­part­ner zu fin­den, der die­sen Job mit­macht, war nicht ein­fach. Job möch­te ich gar nicht sa­gen – für mei­ne Lei­den­schaft, die ich eben aus­le­be. Ich glau­be aber, ich ha­be mit Ga­b­rie­la mei­ne Frau fürs Le­ben ge­fun­den. Und es funk­tio­niert mitt­ler­wei­le wirk­lich schon sehr, sehr lan­ge so gut und ich hof­fe, dass es noch so bleibt!

STADLPOST: Für dei­nen jüngs­ten Sohn Ja­nik hast du „Ge­bo­ren um dich zu lie­ben“ge­schrie­ben: Was möch­test du dei­nen Kin­dern auf ih­ren Le­bens­weg mit­ge­ben?

NIK P.: Ich ver­su­che mei­nen Kin­dern ge­ne­rell ein Vor­bild zu sein. Ich möch­te ih­nen zei­gen, dass man auf bei­den Bei­ nen ste­hen muss. Dass man sich nicht zu sehr auf die an­de­ren ver­las­sen darf. Man muss sei­nen Mann ste­hen, Zie­le im Le­ben ha­ben und auf die­se zu­ge­hen. Auch wenn es mal nicht so nach Glück aus­sieht, das kommt wie­der, man muss nur dar­an glau­ben.

STADLPOST: Bist du gläu­big?

NIK P.: Ja, ich bin sehr gläu­big so­gar. Es gibt für mich ei­ne nächs­te Di­men­si­on, die für uns hier viel­leicht nicht so er­klär­bar ist. Aber ich glau­be fest dar­an, dass da je­mand ist, der da ir­gend­wie das Dreh­buch für dein Le­ben schreibt.

STADLPOST: Du ar­bei­test ge­ra­de an dei­nem neu­en Al­bum, das du auf Gut Ai­der­bichl prä­sen­tie­ren wirst. Kannst du uns dar­über schon et­was ver­ra­ten?

NIK P.: Es ist ein brand­neu­es Al­bum mit nur neu­en Ti­teln dar­auf, die ich jetzt erst kürz­lich fer­tig ge­schrie­ben ha­be. Ver­öf­fent­licht wird es An­fang Sep­tem­ber. Und wie du schon ge­sagt hast: Vor­ge­stellt wird es li­ve zum ers­ten Mal auf Gut Ai­der­bichl beim gro­ßen Ju­bi­lä­ums­fest am 2. Sep­tem­ber. Dann ge­hen wir auf Tour mit dem Al­bum. Es wird ein sehr star­kes und sehr emo­tio­na­les Al­bum; gleich­zei­tig aber auch sehr fröh­lich. Weil wir uns ja auch freu­en, dass wir 20 Jah­re un­se­re Mu­sik ma­chen und 20 Jah­re da­mit die Men­schen be­geis­tern kön­nen.

STADLPOST: Herz­li­chen Dank für das Ge­spräch.

Das Le­ben von Nik P. fing be­schwer­lich an. Er ver­lor früh sei­ne Mut­ter, wuchs mit sei­nem Bru­der Hel­muth bei Zie­h­el­tern auf, die sich lie­be­voll um die bei­den küm­mer­ten.

Glück im drit­ten An­lauf: Mit Ehe­frau Ga­by und Sohn

Ja­nik lebt der Künst­ler in Salz­burg.

Nik P. und Nor­bert Rier be­haup­ten sich seit Jah­ren im Mu­sik­ge­schäft.

Am 14. Ju­li 2012 hei­ra­te­te der Mu­si­ker sei­ne Ga­by auf Schloss

Am­berg in Feld­kirch. Sie stammt

aus Vor­arl­berg.

Der jun­ge Nik als Volks­schü­ler mit Klas­sen­ka­me­ra­den

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