HITG’SCHICHT DIE RO­TE SON­NE VON BARBADOS

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Ob aus ei­nem Lied ein Hit wird, ent­schei­det oft das Er­schei­nungs­da­tum. Manch­mal passt ein Stück ein­fach ge­nau in die Zeit. So wie „Die ro­te Son­ne von Barbados“. Als der Song im Mai 1986 her­aus­kam, stand die gan­ze Welt un­ter Schock. Ei­nen Mo­nat zu­vor, am 26. April, hat­te die Nu­kle­ar­ka­ta­stro­phe von Tscher­no­byl für glo­ba­les Ent­set­zen ge­sorgt. Sor­gen, Pa­nik, Rat­lo­sig­keit über­all. Und dann wa­ren da plötz­lich die­se drei sym­pa­thi­schen Her­ren in far­ben­fro­hen Sa­tin-An­zü­gen und san­gen von wei­ßen Boo­ten, Blü­ten­krän­zen und ei­nem Pa­ra­dies im Pal­men­hain. Ein Voll­tref­fer, denn ge­nau das brauch­ten die Men­schen in die­ser trost­lo­sen Zeit: ein paar Mi­nu­ten zum Träu­men, hei­le Welt auf Vi­nyl. Kein Wun­der, dass die Neu­er­schei­nung bei der ZDF-Hit­pa­ra­de da­mals mit gro­ßem Ab­stand vor Wolf Maahns Pro­test­song „Tscher­no­byl“den ers­ten Platz mach­te. „Wir hat­ten Glück, dass wir das Lied, das von Karl-Heinz Rupprich und Uwe Bus­se ge­schrie­ben und pro­du­ziert wur­de, dann auch tat­säch­lich ge­sun­gen ha­ben“, er­in­nert sich Olaf der Flip­per (71) im Ge­spräch mit der STADLPOST. Denn ei­gent­lich wa­ren da­für „Fer­nan­do Ex­press“vor­ge­se­hen. Aber de­ren Sän­ger ver­schwand plötz­lich auf mys­te­riö­se Wei­se. Wo er ab­ge­blie­ben ist, ist bis heu­te ein Rät­sel. So lan­de­te der Chart­stür­mer bei den „Flippers“. Mit dem ka­ri­bi­schen Schla­ger ge­lang den drei Ba­de­nern Olaf, Man­fred und Bernd ein Rie­sen-Come­back in die Hit­pa­ra­den. „An­fangs ha­be ich mir den Text auf mei­nen Gi­tar­ren­hals ge­klebt, da­mit ich ihn nicht ver­ges­se“, er­in­nert sich Olaf la­chend. Sehr prak­ti­ka­bel war das nicht, denn wie soll man beim Spie­len un­auf­fäl­lig auf die Rück­sei­te des Griff­bretts schie­len? Der Spick­zet­tel war bald nicht mehr nö­tig, da er die ro­te Son­ne ab 1986 noch un­zäh­li­ge Ma­le be­sang. An­fangs sah es zwar nicht so aus, als ob der ro­ten Son­ne ein gro­ßer Er­folg be­schie­den wä­re. Die Ver­käu­fe gin­gen nur schlep­pend los. Doch auf ein­mal wa­ren al­le ganz heiß auf den Song! Noch heu­te wie­gen sich die Schla­ger­freun­de im Takt, wenn Olaf mit sam­ti­ger Stim­me singt:

„Die ro­te Son­ne von Barbados – ja, die­ses Mär­chen läßt mich nicht los, und wird die Zeit auch zu En­de geh’n, es war so schön. Nur du und ich im Pal­men­hain, lei­se Mu­sik und ro­ter Wein.“

Sie un­ter­nah­men vie­le mu­si­ka­li­sche Rei­sen. Aber auf der Ka­ri­bik­in­sel Barbados

wa­ren „Die Flippers“nie

CD-TIPP!

„Dau­men hoch“für die­ses Al­bum. Es ist mu­si­ka­lisch al­les da­bei, was Schla­ger­freun­de brau­chen. (TELAMO)

Noch heu­te klebt der Spick­zet­tel an Olafs E-Gi­tar­re. Doch den Text von „Die ro­te Son­ne von Barbados“kann der Sän­ger in­zwi­schen aus­wen­dig!

Ka­ri­bik-Traum: Das Al­bum von 1986 brach­te

die Band wie­der ganz nach vor­ne in

die Charts

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