DAS JODEL-COME­BACK TAKEO ISCHI

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MARC MARSHALL: Bis da­hin leb­te ich als Künst­ler ja eher un­auf­fäl­lig. Fast nie­mand hat­te mit­be­kom­men, dass ich seit Jah­ren ge­schie­den war und be­reits lan­ge in ei­ner neu­en, fes­ten Be­zie­hung leb­te. Dann er­zähl­te ich die Ge­schich­te mei­ner Tren­nung in der SWR-Talk­show „Nacht­ca­fé“. Das hat vie­les ver­än­dert.

STADLPOST: Weil die Leu­te dich zum ers­ten Mal als Men­schen mit all sei­nen Stär­ken und Schwä­chen er­leb­ten? MARC MARSHALL: Al­so mir per­sön­lich geht es seit­dem ein­fach bes­ser. Und ich ha­be un­glaub­lich vie­le po­si­ti­ve Re­ak­tio­nen von Men­schen be­kom­men. Vie­len ging es so wie mir, sie woll­ten sich ei­gent­lich tren­nen, aber trau­ten sich nicht. Und ir­gend­wann bist du so in Lü­gen ver­strickt. Das Schlimms­te ist, du be­lügst dich selbst am al­ler­meis­ten.

STADLPOST: Was hast du denn für dich per­sön­lich aus die­ser Zeit über dich ge­lernt?

MARC MARSHALL: Ich bin ein nor­ma­ler Mensch. Ich ha­be Feh­ler, ich ha­be Vor­zü­ge. Ich ma­che nie­man­den mehr für mei­ne Kri­sen ver­ant­wort­lich. Ich weiß: Durch den Schmerz fin­det je­der ir­gend­wann wie­der zu­rück zum Glück. Ich ha­be da­mals mei­ner Frau nicht die Wahr­heit ge­sagt. Das hat­te viel Ne­ga­ti­ves zur Fol­ge. Als ich end­lich die Wahr­heit sag­te und mich zu der neu­en Frau in mei­nem Le­ben be­kann­te, wa­ren al­le plötz­lich wie­der nett zu mir.

STADLPOST: Der­zeit läuft ja dei­ne Herz­schlag-Tour. Was liegt dir da­bei be­son­ders am Her­zen?

MARC MARSHALL: Ich möch­te sinn­bild­lich den Herz­schlag mei­nes Pu­bli­kums mit mei­nem in Gleich­klang brin­gen. Ich sin­ge oh­ne Mi­kro, nur be­glei­tet von ei­nem Pia­no. Das schafft ei­ne ganz be­son­de­re At­mo­sphä­re, fin­de ich.

STADLPOST: Du warst ja schon als Kind mit dei­nem Va­ter To­ny Marshall mu­si­ka­lisch un­ter­wegs …

MARC MARSHALL: Ja, ei­ne mei­ner ers­ten Er­in­ne­run­gen an ihn ist, wie er auf ei­nem Tisch sitzt in ei­nem Fest­zelt und singt. Das war beim Erd­beer­fest in St­auf­fen­berg. Ich war da­mals et­wa vier. Der Saal tobt, die Men­schen sind glück­lich. Das war und ist sei­ne gro­ße Be­ga­bung – er konn­te die See­len be­rüh­ren. In dem Mo­ment spürst du: Es geht in der Kunst nicht um Ruhm oder Geld. Son­dern nur um die­se Ma­gie!

Marc plau­der­te mit Andrea Ba­ron von der STADLPOST in Ba­den-Ba­den

CD-TIPP!

Auf sei­ner neu­en CD bie­tet Marc Co­ver­songs, Du­et­te und ei­ge­ne Lie­der. (JUMI MU­SIC / Elec­tro­la)

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